Bezirksliga 10
Interview mit Borghorst-Trainer Jürgens:
„Gelmer steht nicht zufällig oben“
(12.11.09) Dass Landesliga-Absteiger Preußen Borghorst im Meisterschaftskampf ein Wörtchen mitreden würde, war im Vorfeld der Saison erwartet worden. GW Gelmer hingegen hatte kaum einer auf der Rechnung. Am Sonntag nun treffen beide im absoluten Spitzenspiel der Bezirksliga 10 aufeinander. Noch führt Borghorst (32 Punkte) die Tabelle vor Gelmer (29 Punkte) an. Wir blicken mit SCP-Trainer Hans-Dieter Jürgens auf die Partie.
Herr Jürgens, Ihre Mannschaft hat gerade das Derby gegen den SV Wilmsberg erfolgreich bestritten. Geht die Elf dementsprechend selbstbewusst ins Spitzenspiel?
Jürgens: „Meine Mannschaft ist Tabellenführer, hat in 13 Spielen 32 Punkte geholt, ein gewisses Selbstvertrauen ist natürlich da. Aber das ist bei GW Gelmer sicher nicht anders.“
Sie liegen drei Punkte vor Gelmer. Reicht Ihnen unter diesen Umständen auch ein Unentschieden?
Jürgens: „Wir gehen die Spiele nicht so an, dass wir sagen, wir wollen einen oder drei Punkte. Wir reden mehr über Dinge, die den Gegner betreffen, oder was wir verbessern können. Was am Ende dabei rauskommt, muss man sehen, wünschen kann man sich das ohnehin nicht. Aber über ein Unentschieden würden wir nicht böse sein.“
Hatten Sie GW Gelmer vor der Saison auf der Rechnung?
Jürgens: „Ich kannte mich in der Liga natürlich nicht so aus. Vom Hörensagen war das aber nicht unbedingt eine Mannschaft, die oben zu erwarten war. Aber es gibt in jedem Jahr eine Überraschungsmannschaft, und das ist diesmal ganz klar Gelmer. Mittlerweile kann man sagen, dass sie nicht zufällig da oben stehen, sie sind schon stärker als die Mannschaften im Mittelfeld. Beim TUJA-Cup haben wir noch 0:1 gegen sie verloren, sie sind schwer zu spielen. Trotzdem habe ich auch nach diesem Spiel nicht gedacht, dass sie oben dabei sein würden.“
Der städtische Rivale, SV Burgsteinfurt, galt vor der Saison als der große Favorit, hat mächtig aufgerüstet. Warum steht momentan dennoch der SC Preußen Borghorst oben?
Jürgens: „Ich denke, es ist in erster Line der Zusammenhalt. Wenn regelmäßig sieben bis acht Leute ausfallen, davon vier Langzeit-Ausfälle, und es trotzdem so gut läuft, spricht das für einen gewissen Teamgeist. Dass wir jetzt Tabellenführer sind, überrascht mich selber etwas. Ich war gekommen mit dem Ziel, eine Konzeption zu entwickeln. Im Laufe der Saison hat uns die Wirklichkeit eingeholt - im positiven Sinne -, sodass wir jetzt auch ergebnisorientierter spielen. In den ersten Spielen haben wir zum Beispiel mit Viererkette gespielt, das machen wir jetzt nicht mehr, weil ein wichtiger Spieler aus der Kette ausfällt. Das ist eine Folge des Ergebnis-Denkens.“
Gegen Wilmsberg haben Sie vor 500 Zuschauern gespielt, kommen viele von denen auch mit nach Gelmer?
Jürgens: „Ich denke schon. Wir haben seit Saisonbeginn schon einen Fan-Stamm, 100 Borghorster werden sicher mitkommen.“
Sie haben zuletzt Eintracht Rheine in der Ober-, dann in der Westfalenliga trainiert. Macht’s ein paar Ligen drunter genauso viel Spaß oder kann man das nicht vergleichen?
Jürgens: „Vergleichen lässt sich das wirklich schwer, es ist völlig anderes Arbeiten. Die Beschaulichkeit ist in der Bezirksliga größer, der große Druck ist auch nicht so da. Die Abläufe sind ganz andere, weil alles nicht so leistungsorientiert ist. Damit tue ich mich manchmal etwas schwer.“








































