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WSU-Frauen nutzen die goldene Gelegenheit


Von Andreas Teipel

(14.06.11) Das kleine Fußballwunder ist perfekt. Die Landesliga-Frauen der Warendorfer SU steigen durch einen 1:0 (0:0)-Sieg im Relegationsspiel in Dortmund gegen die Sauerländer Fortuna Freudenberg tatsächlich in die Westfalenliga auf. "Das hätte vor der Saison niemand für möglich gehalten", ist Trainer Frank Woycke restlos begeistert. Eine tolle Saison, ein Formfehler des Verbandes und eine perfekte taktische Leistung machten das möglich.

Denn eigentlich hätte es diese Relegation gar nicht geben dürfen. Auch wir von heimspiel-online.de waren darauf reingefallen. Aber weil der Verband eine Regelung aus Zeiten, als die Westfalenliga noch aus 15 Mannschaften bestand, nicht änderte, wurde in dieser Saison ein zusätzlicher Platz in der Westfalenliga frei. Böse für den abgestiegenen SV Spexard, der als Elfter noch absteigen musste - eine goldene Gelegenheit für die Vizemeister der Landesligen 1-3.

Glück stand der WSU auch weiterhin Pate. Denn diese Relegation sah vor, dass zunächst zwei Vize-Meister - in diesem Fall Freudenberg und Preußen Borghorst - ein Spiel austragen. Der Sieger spielte dann in einem Finale gegen die Warendorfer SU, die ihrerseits ein Freilos gezogen hatte. Ein merkwürdiger Modus zwar, aber so war es nunmal. Freudenberg gewann sein erstes Spiel mit 2:1 in der Verlängerung.

Woyckes Analyse passt

Dieses Spiel nutzte Warendorf selbstredend, um den Gegner zu studieren, was ein weiterer Vorteil für die WSU war. Denn so hatte Frank Woycke Gelegenheit, Freundenberg zu analysieren. Als Hauptgefahrenherd machte er zwei Spielerinnnen der Fortuna aus: Mittelfeldspielerin Sara Hasani und Stürmerin Annika Köther. Zusammen hatten beide schon 26 Saisontore erzielt. Woycke setzte seine schnelle A-Juniorin Annika Bröcker auf Hasani an und ließ zusätzlich Maria Wöstmann absichern. Die Abwehr verstärkte er zusätzlich durch Melanie Gerdemann. Ein Gegentor zu vermeiden, war also die Aufgabe. Der Weg nach vorne führte vornehmlich über lange Bälle. "Eigentlich nicht unser Stil", so Woycke, "aber in solchen Spielen gelten andere Regeln."

Der Durchbruch gelang schließlich in der 57. Minute Carina Luis. Sie schnappte sich den Ball in der eigenen Hälfte, ließ zwei Gegenspielerinnen stehen, zog bis in den Strafraum, vernaschte eine weitere Gegnerin und schob schließlich an Torhüterin Anna Becher vorbei zum 1:0. Unglaublich. Doch schon zu Spielbeginn zeigte Warendorf, durch zwei große Chancen von Britta Niebrügge (2.) und Sandra Blanke (12.), dass ein Tor in Reichweite war.

Nach der Führung ging dann aber die Abwehrschlacht erst richtig los. Konter wurden nur noch halbherzig zu Ende gespielt. So parierte Torhüterin Theresa Fromme mehrfach glänzend. Einmal klärte Jenny Holtgräve auf der Linie. Doch das Bollwerk hielt stand. Bis zum Schlusspiff.

"Der Verein steht hinter uns"

Und dann ging die Party los, dauerte unter Aufsicht auch des Vereinsvorstands bis nach Mitternacht. Vor der kommenden Saison hat Woycke keine Angst, auch wenn man als Vize-Meister sicher zunächst zu den Außenseitern zählt: "Für uns ist die Westfalenliga ein absolutes Highlight. Wir haben eine super Jugendabteilung und wollen uns vielleicht auch noch mit ein, zwei Spielerinnen von außerhalb verstärken. Der Verein steht jedenfalls voll hinter uns."

Warendorfer SU - Fortuna Freudenberg     1:0 (0:0)
1:0 Luis (57.)

Fotos vom Aufstieg



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