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Landesliga 2

Nullacht hilft Ibbenbüren aus der Patsche


Von Justus Heinisch

(02.12.18) Als Björn Hartwig kurz vor Spielende auf die Anzeigetafel blickte, war er bedient. Sein SC Münster 08 vergeigte das Auswärtsspiel beim 1. HC Ibbenbüren mit 21:35 (12:18). Nach ersten Minuten, in denen es für die Nullachter noch gut aussah, mutierte Hartwigs Sieben zum willkommenen Aufbaugegner für Ibbenbüren.

Das 3:2 in der sechsten Spielminute sollte die letzte Führung des Spiels für die Münsteraner sein. "Dann kam eine Leichtsinnigkeit ins Spiel", kritisierte Hartwig. "Wir haben uns einfache und sich wiederholende Fehler geleistet." So zählte der 08-Coach knappe acht Fehlpässe, die Ibbenbüren dankend annahm und in eigene Tore ummünzte. Wolfgang Brügges Mannschaft fürhte deshalb nach einer guten Viertelstunde mit 10:5. "Dann haben wir uns weiter abgesetzt. Das war der Zeitpunkt, an dem ich dachte, dass wir Münster im Griff haben", befand der Coach, dessen Team vier Minuten vor der Pause mit 18:9 führte. Drei Münsteraner Tore am Stück sorgten zunächst für etwas Ergebniskosmetik.

Heinze überzeugt

Doch Ibbenbüren ließ nicht nach. Lucas Heinze, frisch aus der A-Jugend hochgezogen, diktierte das Spiel im Mittelaufbau und überzeugte beim 1. HC mit klugen Anspielen. Der Knoten schien geplatzt zu sein. "Das, was in den Spielen vorher nicht geklappt hat, hat dafür gestern geklappt", freute sich Brügge. Die Einstellung sei mal wieder zu 100 Prozent da gewesen: "Wir haben um jeden Ball gekämpft!"

Das haben derweil auch die Nullachter, die nicht aufsteckten. Die Moral? Positiv aus Hartwigs Sicht: "Wir haben es Ibbenbüren aber nicht schwer gemacht. Das waren in der Summe zu viele Kleinigkeiten." Jene Summe tat den Nullachter am Ende richtig weh, denn Ibbenbüren zog über die gesamten 60 Minuten sein Spiel durch. Alleine Außenspieler Daniel Albers jagte den Münsteranern zehn Tore ins Netz. Die 30er Marke durchbrach Ibbenbüren in der 49. Minute. Bis dahin trafen die Gäste 19 Mal. Nur zwei weitere 08-Tore sollten folgen.

Der Brustlöser?

Über den Sieg freute sich Brügge: "Wir haben die Spieler vorrher motiviert und aufgezeigt, dass wir es eigentlich können. Im Angriff wie in der Abwehr war das super!" Hartwig hingegen war schlechter gelaunt: "Momentan kriegen wir ja richtig auf die Fresse, wenn wir verlieren. Es gab kein Grund, laut zu werden. Die Spieler wissen ja selber was schlecht war. Wir werden diese Phase schon überstehen."

1. HC Ibbenbüren - SC Münster 08     35:21 (18:12)
1. HC: Timmerhindrick, Nottekämper - Albers (10/2), Menger, Elbert (je 6), Tenberg (5), Heinze (3), Dölemeyer (1), Westkamp, Windmann, Kuhlmann, Dorn, Schütze
SCM: Boden, Igelmann - Kramer (5), Schütte (4), Witzenhausen, Gehmeyr (je 3), Kulhenbäumer (2), Sibbersen, Merkwirth (alle 1), Limke, Bittern

Das vielleicht schönste Tor des Spiels war der verwandelte Kempa-Trick ausgehen von Christopher Kohl und verwandelt durch Stephan Dittrich. Tino Wermeling wird's im Spiel der Woche sicher zeigen. Foto: Teipel

Der Griff zur heiligen Brechstange

Dennoch schien es, als habe Kinderhaus ein Mittel gegen Ladbergen gefunden. Denn je offene die Kinderhauser Abwehr vorging, hier und da sogar auch Ladbergens starken Spielmacher Jens Giesbert sehr hoch anging, desto mehr Schwierigkeiten hatte der TSV-Rückraum in Schussposition zu kommen. Doch es war nicht der Tag der Kinderhaus. Auch mit Stephan Drittrich und seiner Sprung-, Schuss- und Zauberkraft misslang der Start nach der Pause gründlich. Ausgerechnet die Führungskräfte der Westfalia, Christopher Kohl und eben Dittrich, suchten zu sehr nach der Brechstange. Man wollte unbedingt den Rückstand verkürzen, erreichte aber das Gegenteil. Wann immer ein Angriff abgefangen wurde, patzte man gleich im Konter. Wann immer Kinderhaus traf, Ladbergen schoss umgehen zurück. "Wir haben immer eine passende Antwort gefunden", lobte Kaiser seine Spieler für ihre Unbeugsamkeit.

Das Spiel war im Grunde entschieden, als Ruthenschröer, Lucas Holdsch, Giesbert und Schedeit im Zwischenspurt auf 17:9 erhöhten. Das war allen klar. Es begann nun die oben beschriebene Ping-pong-Phase, in der Ladbergen sich den Gegner mühelos vom Leib hielt. Zum Schluss ging Kinderhaus in seiner Verzweiflung sogar in eine offene Manndeckung über. Vielleicht hätten sie das von Beginn an tun sollen. Denn auch hier bestätigte sich die Regel dieses Spiel: Je offensiver man gegen Ladbergen verteidigt, desto besser die Chancen. Allerdings hatte Ladbergen - wem will man's verübeln - nun auch einen Gang heruntergeschaltet. Dass am Ende doch nur vier Tore zwischen beiden Teams lagen, war in diesem Derby eher schmeichelhaft als verdient.

Tore für Ladbergen: Giesbert (8/1), Dellbrügge (6), Schedeit (5), Ruthenschröer (4), Cervenka (3), Holdsch (1)

Tore für Kinderhaus: Kohl (9/3), Honerkamp (3), Dittrich (3), Jung (3), Spreer (2), Pakullat (2), Leenings (1)


Weitere Bilder, Stimmen zum Spiel und das "Spiel der Woche" folgen.



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