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Landesliga 2

Die Gronauer Abwehr mit Jan Boeing (l.) und Malte Steinemann legte den Grundstein für den Auswärtssieg. Foto: Teipel

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Gronau dreht die Kappe nach hinten


Von Andreas Teipel

(08.12.19) Kennt man heutzutage eigentlich noch den Film "Over the Top"? Ein Film über einen Profi-Armdrücker, gespielt von Sylvester Stalone. Geiler Schmalz der 80er Jahre. Die Partie des SuS Neuenkirchen gegen Vorwärts Gronau am Samstagabend hatte nämlich was vom Armdrücken. Da powern zwei Gegner solange, bis einem die Kraft ausgeht. Ein Weilchen hält er sich noch, doch dann kommt das endgültige Aus. Will man dieses Kellerduell im nordwestlichen Münsterland beschreiben, dann passt dieser Vergleich vielleicht am besten. Gronau gewann nach zähem Ringen in der ersten Hälfte am Ende klar mit 34:26 (15:13) und zwei Punkte. Punkte die auch dem SuS angesichts der prekären Tabellensituation gut getan hätten.

Es war beeindruckend, wie sich Gronau in dieses Spiel hineinarbeitete. Neuenkirchens wurfgewaltigen Marcel Bütergerds, der ohne den fehlenden Kevin Achterkamp auf Halbrechts ein wenig auf sich allein gestellt war, begegnete Gronau mit einem höchst engagierten 6:0-Deckungsverbund. Jan Böing und Jonas Stienemann im Abwehrzentrum verschoben maximal motiviert, hatten immer eine Hand am Gegner und ihre Klammer schnappte zu, noch ehe allzu viel Unheil entstand. Natürlich kann man nicht alle Tore verhindern, doch sie legten den Grundstein für den Sieg. Zudem pumpte sich Spielmacher Marius Schmidt immer voller mit Adrenalin auf, bis er leistungsmäßig irgendwann explodierte. So pushte sich Gronau mehr und mehr von den Torhütern bis hin zum hintersten Ersatzspieler auf. Vorwärts eben. Und genau das ist Gronaus Spiel.

Neuenkirchen hingegen startete gut, musste aber gegen einen Haarriss im eigenen Kräftetank ankämpfen, durch den aber mehr und mehr Druck entwich. Doch zunächst passte auch hier noch alles. Die Abwehr verschob gut, packte zu und ließ sich auch in den Zweikämpfen nicht lumpen. Vorne sorgten zudem Bütergerds und David Beermann auf Halbrechts dafür, dass die Partie bis wenige Minuten vor der Halbzeit bis zum 13:13 noch ausgeglichen blieb. Doch es deutete sich schon an, was sich nach dem Seitenwechsel vertiefte. Unaufmerksamkeiten und leichte Fehler im eigenen Abschluss bei gleichzeitiger Rauschsteigerung der Gegner. Das 13:15 war ein motivatorischer Rückschlag für den SuS, ein Blitzstart Gronaus zu Beginn der zweiten Hälfte, war der Moment, in dem der Armdrücker merkt, dass es das war.

Eine einzige Phase gab es noch im Spiel, in der alles noch einmal hätte kippen können. Es lief Minute 39. André Holling, der Bouncer in Neuenkirchens Abwehr, hatte gerade die zweite Zeitstrafe erhalten. In Anbetracht der Wichtigkeit Hollings in der Deckung, machte sich nun Gronau auf, ihn ganz aus dem Spiel zu nehmen. Malte Woschkowiak lief jetzt immer wieder auf Holling auf. Doch zum einen ließ sich der Neuenkirchener nicht locken, zum anderen drohte Gronau den Fokus zu verlieren. Solche Spielchen können auch nach hinten losgehen. Tatsächlich verballerte Gronau jetzt seine Angriffe - Neuenkirchen aber eben auch. Die Kräfte, sie schwanden. Das war jetzt unübersehbar. Gronau riss sich wieder zusammen und machte dem Treiben auf dem Feld endgültig ein Ende.

Schon während der zweiten Hälfte spürte Adam Fischer: Seine Mannschaft würde in Neuenkirchen gewinnen. Entsprechend feierte er. Foto: Teipel

"Alle waren heute bis in die Haarspitzen motiviert", triumphierte Gronaus Trainer Adam Fischer angesichts des dritten Saisonsieges nach dem Spiel, "und was wir im Angriff gezeigt haben, hat mir imponiert." Manuel Öhmann in seiner Eigenschaft als SuS-Coach gratulierte im Gespräch mit Heimspiel-online sportsmännisch dem Gegner und musste mit ansehen, "wie die Körpersprache einfach runtergegangen ist. Daran müssen wir arbeiten."

Tore für Neuenkirchen: Bütergerds (10/5), Beermann (7), F. Boolke (2), M. Boolke (2), Auschner (2), Spieler 6 (1), Ross (1), Spieler 33 (1)

Tore für Gronau: M. Schmidt (13/8), Chr. Woltering (4), Boeing (3), Th. Woltering (3), Moß (2), Visschedyk (2), Stienemann (2), Lenting (2), Woschkowiak (1), Walter (1), Nagelmann (1)

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