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Landesliga 2 - Anschwitzen, Teil 1

Kattenvennes Tormann Hendrik Peters zählt zu den erfahrenen Kräften des Aufsteigers, spielte früher sogar 3. Liga. Foto: Teipel

Hendrik Peters: 3. Liga und zurück


Von Andreas Teipel

(30.01.20) Normalerweise stehen Hendrik Peters und Christian Bauer immer im regen Austausch über die nächsten Gegner. Doch an diesem Wochenende sind sie Gegner. Da schweigt das Telefon. Peters ist Torwart des TV Kattenvenne, Bauer Spielertrainer der SF Loxten II. Speziell Peters hat in dieser Konstellation eine höchst ungewöhnliche Rolle, denn im Grunde war er in der vergangenen Spielzeit mit Kattenvenne UND Loxten aufgestiegen. Im laufenden Spielbetrieb wechselte der 32-Jährige nämlich von den Sportfreunden zurück zu seinem Heimatverein Kattenvenne. Aufgestiegen sind aber beide. Also doppelter fame für den Burschen. Doch dieser Wechsel war vielleicht auch ein ganz besonderer im Leben von Hendrik Peters. Es könnte nämlich auch sein letzter gewesen sein und der Ausklang einer Karriere, die schnell bis in die 3. Liga reichte. 

Seinen Weg wählte Peters schon sehr früh. 2007 Aus der Kattenvenner A-Jugend entsprungen, sammelte er erste Erfahrungen am Ölberg, rettete die Mannschaft damals sogar vor dem Abstieg aus der Landesliga. Sein Talent blieb aber nicht verborgen, und schon bald stand die Ibbenbürener SV auf der Matte, um ihn in die damalige Regionalliga-Mannschaft zu holen. "Für mich war der Handball immer wichtiger als mit Freunden meine Zeit zu verbringen", hatte Peters schon früh begriffen, dass ein Leben als Sportler nun mal auch Opfer verlangt ... wenn man diese überhaupt als Opfer empfindet (Übrigens: Wer die Texte von Heimspiel-online in digitaler Form in Whatsapp-Gruppen stellt, begeht eine Urheberrechtsverletzung und verhält sich höchst unsportlich gegenüber unserer Redaktion. Respektiert, dass wir die Einnahmen auch anderer Abonnenten brauchen, um ein Angebot wie dieses dauerhaft zu gewährleisten. Das gilt auch für die Weitergabe von Zugangsdaten.). Regionalliga war damals das, was heute die 3. Liga ist. Und so waren auch die folgenden Wechsel von Ibbenbüren zur SG Ahlen und der TSG Altenhagen/Heepen allesamt Wechsel innerhalb der mittlerweile neu geschaffenen 3. Liga.

Wie das dann aber auch so ist mit dem Alter: Irgendwann war Peters wohl auch klar, dass es nicht viel höher gegen würde. Die Ausbildung zum Technischen Zeichner fraß auch ihre Zeit, die Fahrten nach Bielefeld von Kattenvenne aus waren ebenfalls zu Zeitdieben geworden, weshalb sich Peters schließlich den SF Loxten anschloss. Kaum dort stieg er auch schon in die Oberliga auf, bis ihn eine Spielpause von einem Jahr aus der Konkurrenz nahm, die zweite Mannschaft zum Einsatzort wurde und sein Heimatverein wieder attraktiver. "Hier würde ich gerne helfen, was aufzubauen", so Peters.

Nun ist er seit dem letzten Winter wieder da. Und hilft beim Aufbau des Teams. "Er ist ein absoluter Kumpeltyp und seine Erfahrung ist bei der ganzen Mannschaft gefragt", beschreibt auch Sportleiter Stefan Hülsmeier den Keeper in seiner Rolle. Dabei ist Peters vom Wesen her gar kein Leadertyp: "Klar spreche ich mit den Abwehrspielern, dass sie sich mal anders zum Wurfarm stellen oder besser aufrücken", sagt Peters, "aber erstmal muss ich ja auch meine eigenen Bälle halten. Damit hab' ich genug zu tun." Der 1,89-Meter-Mann sei auch keiner, der die Wurfbilder der Gegner studiere, sondern viel lieber auf Situationen reagiert. Immer wieder wird er angehalten, mal mehr zu sagen, "aber ich muss nicht unbedingt in vorderster Front stehen. Es fällt mir nicht leicht, in die Rolle eines Führungsspielers zu schlüpfen." Erzwingen kann man Wesensarten nun mal auch nicht.

Aber eines, das findet er so richtig klasse: Wenn das Publikum und die Vorderleute und auch er selbst so richtig angefixt werden. "Ich liebe Doppelparaden", ist das sein bevorzugtes Spielerlebnis, "das bringt die Zuschauer nach vorne und ist ein Push, der allen gut tut. Kommt nur zu selten vor." Gegen die alten Kumpel aus Loxten muss er jedoch sicher nicht bis zur ersten Doppelparade warten, um sich gepusht zu fühlen. Gegen seinen alten Klub ist man ja immer hochmotiviert. Und bei der aktuellen Tabellenkonstellation erst recht.

Der 15. Spieltag, Tag 1

SF Loxten II - TV Kattenvenne (Samstag, 15.45 Uhr)
Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Begegnung für die beiden Aufsteiger und Vize-Meister eine besonders wichtige ist. Da beide als Vize-Meister hoch kamen, spielt der Klassenerhalt natürlich erstmal erste Geige. Das Hinspiel gewann Kattenvenne gegen schwach besetzte Loxtener, die auf ihre beiden wichtigsten Spieler verzichten mussten. Kim Dreger und Spielertrainer Christian Bauer sind die zentrale Figur der Sportfreunde und werden im Rückspiel das Kräfteverhältnis deutlich verändern. Das ist aus Sicht der Loxtener auch dringen nötig. Die Mannschaft belegt den ersten Abstiegsplatz - nur einen Punkt hinter Kattenvenne, das im Falle eines Sieges davonziehen würde. "Für uns ist das ein Vier-Punkte-Spiel", sagt Sportleiter Stefan Hülsmeier. 
Heimspiel-Tipp:

SC Münster 08 - TSV Ladbergen (Samstag, 17.00 Uhr)
Ein Spiel, auf das man sich als Handball-Fan schon freuen darf. Münster 08 spielt mit einem Kollektiv aus guten Einzelkönnern mit jeder Menge Teamgeist eine klasse Saison. Ladbergen hat seine Zeit genutzt, und Trainer Holger Kaiser hat eine vielseitige Mannschaft geformt mit klaren Hirarchien, in der jedoch jeder einzelne Spieler seine Rolle und Funktion hat. Daraus ist ein Truppe geworden, die nicht jüngst Platz 3 erklommen hat und taktisch viel zu bieten hat. Hinten wie vorne. Bleibt zu erwähnen, dass Ladbergen die Nullachter am vergangenen Spieltag vom dritten Tabellenrang verdrängt hat. Da möchte man doch annehmen, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein soll - natürlich nur aus Münsteraner Sicht.
Heimspiel-Tipp: Von zwei der besten Angriffsreihen der Liga hat Ladbergen die stabilere Abwehr, daher gewinnen die Gäste mit 27:26.

TV Friesen Telgte - ASV Hamm III (Samstag, 18.30 Uhr)
Die Friesen haben in dieser Saison viel zu verarbeiten. Während der gesamten Hinrunde wartete der ambitionierte Verein darauf, dass der Knoten platzen würde. Zwar lockerte er sich immer wieder, doch zahlreiche Rückschläge mündeten schließlich daran, dass Trainer Björn Hartwig um Auflösung seines Vertrages bat. Nun ist Alpár Jengenyés zurück als Chefcoach. Zeit, sich und seine Gedanken zu vermitteln, hatte er bei der Niederlage in Kattenvenne natürlich noch nicht. Doch mit Worten kann er umgehen. Und am Willen, diese auch in Taten umzusetzen mangelt es dem erfahrenen Haudegen sicher nicht. Um der Saat, die er im Training diese Woche gestreut hat, am Samstag erste zarte Triebe abzuringen, kommt Gegner Hamm gerade recht. Erst einmal hat der ASV in der Fremde gewonnen, und er wird trainiert von einem ganz jungen Coach, Kevin Andrä. Bekanntermaßen verarbeitet man im Sport alles am besten mit Siegen. Für Telgte ein idealer Zeitpunkt, um damit gleich am Samstag zu beginnen.
Heimspiel-Tipp: Im Telgter Kader will sich jetzt jeder dem neuen Coach anbieten. Zum Leidwesen der Gäste, die mit 23:36 eine haushohe Niederlage einstecken müssen.

Westfalia Kinderhaus - SpVg. Hesselteich (Samstag, 19.00 Uhr)
Vier Siege in Folge für Westfalia Kinderhaus. Vier Siege aus dem unteren Teil der Tabelle. Eine Zeit lang sah es so aus, als müsse man die Münsteraner selbst zu dieser Region des Leistungsspiels zählen. Doch die Mannschaft hat sich allmählich gefunden, hat seine eigene Identität neu definiert und beginnt sie nun auszuleben und zu optimieren. Da kommt ein Gegner wie Hesselteich womöglich gerade recht, um zu zeigen, dass Platz 8 und ein ausgeglichenes Punktekonto nicht den eigenen Ansprüchen genügt. Die Spielvereinigung bewegt sich nämlich genau im selben Spektrum einen Platz hinter Kinderhaus, spielt mit seiner 5:1-Deckung eine offensivere Deckungsvariante, die der neu zurechtgeknetete Mitteaufbau der Westfalia, Manuel Honerkamp, aushebeln soll. Und die Versmolder kommen mit der Empfehlung, Ladbergen und Münster 08 geschlagen zu haben. Allerdings zuhause.
Heimspiel-Tipp: Kinderhaus hat zuhause erst einmal verloren, und dabei bleibt es auch - 28:25



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