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Landesliga 2

Aus einem Jahr wurden 14 beim SC Everswinkel, ehe Stefan Hamsen zur Warendorfer SU zurückkehrte. Foto: Teipel

Mit 13 Jahren Verspätung


Von Jan Steinigeweg

(09.02.21) Stefan Hamsen ist ein typisches Hallenkind. Seine Eltern waren beide im Handballsport aktiv und so turnte er auch schon in jungen Jahren als Begleitung in den Sporthallen der Region herum. "Mein Vater hat auch schon eine Mannschaft trainiert, als ich im hallentauglichen Alter war", erinnert sich der heutige Coach der Warendorfer SU. Und so ging es dann auch für Hamsen in der E-Jugend der WSU mit anderen Kindern aus dem Bekanntenkreis der Eltern ans Bälle schmeißen. Bis zur B-Jugend durchlief der Mittelmann die Jugendmannschaften der WSU und spielte parallel auch noch Tennis.

Zur A-Jugend legte er dann aber den Schläger beiseite und wechselte auch handballtechnisch die Halle. Ende der 90er-Jahre erlebte der Basketball einen Boom in Deutschland und auch Mannschaftskollegen von Hamsen warfen zeitweise lieber den Ball auf den Korb anstatt ins Tor. "Beim Training waren wir oft nur vier bis fünf Leute. Das ging mir schon ein bisschen auf den Zeiger", verrät Hamsen. Durch Kontakte über die Schule und die Kreisauswahl landete er dann im benachbarten Everswinkel, um dort mit dem SC in der Jugend-Oberliga zu spielen (damals die höchste Spielklasse im Jugendbereich).

Lieber offensiv als defensiv

"Das war ein super Jahr. Das Highlight war es, Lemgo in eigener Halle zu schlagen", blickt der 39-Jährige zurück. Eigentlich sei es der Plan gewesen, nach einem Jahr zur WSU zurückzukehren, wie Hamsen auch beim Abschied verkündet hatte. Doch die Entwicklung in Everswinkel zog Hamsen in ihren Bann. So lief er im zweiten A-Jugendjahr bereits im Seniorenbereich in der Bezirksliga für die 1. Mannschaft des SC auf und durfte unter Trainer Markus Klosterkamp direkt den Aufstieg in die Landesliga feiern. Schnell stellte sich heraus, dass Hamsens Stärken eher in der Offensive als der Defensive lagen. "Vom Mittelblock will ich gar nicht sprechen. Auf Halb nur wenn Not am Mann war. Auf Außen habe ich wohl mal gedeckt", so Hamsen. Stichwort Spezialistenwechsel.

In der Landesliga fanden sich Hamsen und der SC Everswinkel direkt gut zurecht und strebten in den folgenden Jahren nach Höherem. Immer waren sie ganz oben mit dabei, fuhren vier Vize-Meistertitel ein, doch der Sprung in die Verbandsliga wollte erst partout nicht gelingen. Doch im Jahre 2009 war es dann endlich so weit. Als Meister stieg Hamsen in die Verbandsliga auf und verbrachte dort zwei Spielzeiten, ehe es wieder runter ging. "Wären wir drei Jahre früher aufgestiegen, hätte sich vielleicht eine andere Dynamik entwickelt", vermutet der Arbeitsvermittler. Denn die ersten Spieler der goldenen Everswinkeler Generation traten schon direkt nach dem Aufstieg kürzer

Nur ein halbes Jahr Pause

Nach dem Abstieg ließ es Hamsen dann etwas ruhiger in der zeiten Mannschaft des SC angehen. Doch er stellte fest, dass es doch noch mal kribbelte und Kraft für etwas mehr im Tank war. "Einstellungstechnisch war man einfach andere Sachen gewohnt, wenn man zehn Jahre ein bis zwei Ligen höher gespielt hat", sagt Hamsen. Und so fand er dann mit einer kurzen Verspätung von ca. 13 Jahren doch wieder den Weg zur Warendorfer SU, die damals unter Rob de Pijper in der Bezirksliga spielte. "Der Spruch mit dem einen Jahr wurde mir da schon noch unter die Nase gerieben", beschreibt der heutige Coach der Truppe.

Mit der WSU kehrte er als Spieler dann in die Landesliga zurück, hörte aber wenig später wegen zunehmender Beschwerden mit der Hüfte auf. Bei einem Arzttermin wurde der 39-Jährige gefragt, wie viele Spiele die Saison noch hätte. Es waren noch drei. "Die machst du noch und dann ist Feierabend", erinnert sich Hamsen an die Worte des Mediziners. Er spielte die Saison zu Ende und war danach als Gast und Zuschauer bei den Heimspielen auch weiter in der Halle. Die WSU spielte eine miserable Hinserie, de Pijper musste gehen und Hamsen wurde sein Nachfolger. "Die ersten Ansprachen und Einheiten waren schon ungewohnt. Da war der Puls schon etwas höher" gesteht Hamsen, der seinen alten Mitspielern nun als Coach gegenüber stand.

Déjà-vu in Warendorf

Um den Abstieg zu vermeiden, fehlten letztlich nur zwei Punkte. In der Bezirksliga als Coach gabe es dann ein Déjà-vu zur Verbandsliga als Spieler. Denn die WSU mischte immer oben mit, doch der Aufstieg wurde mehrfach haarscharf verpasst. Bestes Beispiel die Niederlage im letzte Saisonspiel in Gronau. Mit einem Unentschieden wäre der Aufstieg perfekt gewesen, doch Warendorf unterlag mit einem Treffer. Äußerst bitter. Und als man sich dann vergangenes Jahr schon gar nicht mehr so wirklich mit dem Thema Aufstieg beschäftigte, flatterte nach der abgebrochenen Vorsaison eine Wildcard ins Haus. Und nun coacht Hamsen die WSU doch wieder in der Landesliga und geht bald in seine sechste Saison als Trainer.



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