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Querpass

DHB-Ordnungsgeld sorgt für Widerstand


Von Andreas Teipel

(30.10.18) Heute erreichte unsere Redaktion eine Pressemitteilung des Handballkreises Münster und Handballverbands Westfalen. Darin beschreiben die Verfasser einen Vorgang, der den Konflikt mit dem Dachverband um ein Ordnungsgeldbescheid darstellt. Demnach verlangt der DHB vom Verband Westfalen ein Ordnungsgeld in Höhe von 5000,-€, weil - nicht im Kreis Münster - während der Frauen-WM Ligaspiele stattgefunden haben. Ob dieser Anspruch gerechtfertigt ist, müssen nun wohl die Gerichte entscheiden. Mit dieser Pressemitteilung tut die mittlere und untere Verbandsebene jedenfalls kund, dass sie die Strafe nicht ohne weiteres zahlen wollen. 

Mark Schober, Vorstandsvorsitzender im DHB. Foto: Linda Peloso/DHB

Im Gespräch mit Heimspiel-online erläutert zunächst Mark Schober, der Vorstandsvorsitzende des DHB, die Hintergründe für diesen Ordnungsbescheid. Hier seine Sicht auf diesen Fall:


Mark Schober (DHB): "Es gab einen Beschluss im Bundesrat des Deutschen Handballbundes im Mai 2016. An diesem waren unter anderem alle 22 Landesverbände beteiligt. Weil es bei der Männer-WM zuvor zahlreiche Beschwerden gab, dass während des Turniers auch Spielbetrieb stattfand, hat der Bundesrat für die Frauen-WM in Deutschland (Ende 2017) einstimmig beschlossen, den Spielbetrieb zu bestimmten Terminen, wie den Deutschland-Spielen, oder dem Finale, einzustellen. Hintergrund hierfür war, dass wir als Ausrichter der WM im eigenen Land die volle Aufmerksamkeit auf diese Spiele richten wollten, möglichst volle Hallen haben und hohe Einschaltquoten - auch im Sinne der öffentlichen Wahrnehmung, zur Nachwuchsgewinnung und einer gesteigerten Bedeutung für den Frauen-Handball. Das ist uns auch sehr gut gelungen.

Trotz einstimmiger Beschlusslage zu den Spielaussetzungen haben sich Vereine aus vier Verbänden (u.a. Westfalen) nicht daran gehalten. Ich persönlich habe da natürlich absolutes Verständnis für die Basis, weil die Umstände vor Ort ja auch nicht immer ganz einfach sind. Aber es gab nun mal einen Beschluss, und da wäre es unfair den 18 Verbänden gegenüber, die sich an den Beschluss gehalten haben, nicht zu reagieren. 

Die Forderung für das Ordnungsgeld ging deshalb an den Verband und nicht an die Kreise direkt, weil der Verband der Vertreter für seine Kreise im DHB ist. Daher muss er auch für seine Kreise die Verantwortung tragen. Wie das dann innerhalb des Verbands geregelt wird, ist dann seine Sache. 

Ich betone aber noch einmal: Für mich ist das Ganz ohne Emotionen, und für die Kreise habe ich vollstes Verständnis. Der Verband hat jetzt natürlich auch das gute Recht, sich vor dem Sportgericht zu wehren. Wir als Dachverband MÜSSEN dem aber nachgehen. 

Querpass

Daniel Hooge ist 1. Vorsitzender des Handballkreises Münster und betont die gesonderten Bedingungen auf Amateurebene. Foto: Lacroix

Hier nun die komplette Pressemitteilung des Handballverbands Westfalen:

 

Deutscher Handballbund vergrault die Basis durch Strafzahlungen

Der Handballkreis Münster und der Handballverband Westfalen wehren sich gegen DHB-Ordnungsbescheid wegen „unerlaubter“ Spiele auf lokaler Ebene

Das könnte ein klassisches Eigentor für den Deutschen Handballbund werden: Weil im Januar während der Frauen-WM in manchen Handballkreisen in den untersten lokalen Ligen vereinzelt Spiele ausgetragen wurden, will der DHB nun den Handballverband Westfalen (HVW) mit 5.000 Euro bestrafen. Doch der HVW wehrt sich. „Wir haben gegen den Strafbefehl des DHB-Präsidiums Einspruch beim Bundessportgericht eingelegt“, sagt Wilhelm Barnhusen, Präsident des Handballverbandes Westfalen. Denn die Empörung ist nicht nur beim HVW, sondern auch bei den lokalen Spielebenen – also den Handballkreisen – groß: Während die Bundesliga auch während der Frauen-WM spielen durfte, hat der DHB Spielverbote für die Landesverbände beschlossen, um die etwaigen Zuschauer stattdessen zu den WM-Spielorten zu locken. Dass dies bei den ehrenamtlich organisierten Spielen aufgrund der vorgegebenen Hallensituation und der Dichte der noch vorhandenen Spieltage nicht immer möglich war und nun in dieser Art bestraft werden soll, löst bei Hunderten von ehrenamtlich tätigen Funktionären, Spielern und Trainern auf allen Ebenen nur Kopfschütteln aus.

Was sich für den DHB indes als besonders pikant herausstellen könnte: Der Handballverband Westfalen hat das vom DHB auferlegte Spielverbot an den WM-Tagen strikt beachtet. Barnhusen erläutert: „In den von uns verantworteten Ligen von der Landes- bis zur Oberliga hat kein einziges Spiel stattgefunden.“ Die vom DHB monierten – vereinzelten – Spiele fanden allesamt auf Ebene der lokalen Handballkreise statt, die als eingetragene Vereine über einen eigenständigen Spielbetrieb verfügen. „Der Bescheid des DHB ist so“, sagt Barnhusen, „als ob Sie ein Strafmandat für ein falsch geparktes Auto eines Nachbarn bekommen, der in ihrem Haus wohnt.“

Vor der jetzigen sportrechtlichen Auseinandersetzung stand durchaus der Versuch der Westfalen, die Sache in gutem Einverständnis zu erledigen. „Wir haben mit allen Handballkreisen gesprochen und von dort wurde uns glaubhaft versichert, dass trotz der bekannten Ansetzungsproblemen auf den untersten Spielebenen, also überwiegend im Jugendbereich, künftige Spielverbote beachtet würden. Und genau dies haben wir dem DHB auch mitgeteilt“, so der HVW-Präsident. Aber beim DHB wollte man von dieser sportlichen Zusage offenbar nichts wissen und kam gleich mit der Geldstrafenkeule. Jetzt wird die Sache also vor dem Sportgericht entschieden – dabei will man im Verband und in den Kreisen vor allem eines: Handball spielen.

So sieht es auch Daniel Hooge, 1. Vorsitzender des Handballkreises Münster: „Wenn wir in einer Kreisklasse während einer Frauen-WM ein Spiel durchführen, dann ist das ja keine Böswilligkeit – sondern den Umständen geschuldet, mit denen wir im Breitensport leben müssen. Aus unserer Sicht hat der DHB hier wohl den Kontakt zu seiner Basis und damit zur Realität verloren.“



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