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Landesliga 2

Der treue Zirkushandballer


Von Nils Uhlig

(27.01.21) Julian Jahr ist Jürmker durch und durch. Bereits sein Vater und dessen Brüder waren in Jöllenbeck aktiv, seine Oma war Hallenwartin und so begann auch Julian bereits bei den Minis mit dem Handballspielen. Er durchlief alle Jugendmannschaften des TuS. In der C-Jugend schaffte es sein Team sogar bis ins Halbfinale der Westdeutschen Meisterschaften. "Ich hatte ehrlich gesagt nie die Motivation, längere Fahrtstrecken auf mich zu nehmen", antwortet Jahr auf die Frage, warum er seinem Verein immer treu blieb. Da sei er doch lieber immer zu Fuß zur Halle gelaufen. Im Nachhinein habe er dennoch alles richtig gemacht, sagt der Rückraumspieler des Landesliga-Teams.

Sieht man Jahr in der Halle, fällt einem der muskulöse Körper und die langen blonden Haare auf. Er wäre wohl auch ein guter Wikinger geworden. Handballerisch mag er sich selbst nicht beschreiben. Da belässt er es bei einem Wort, dass er schon von mehreren seiner Trainer zu hören bekam: "Zirkushandballer". Immer hart und direkt sei schließlich auf Dauer auch langweilig, sagt der 29-jährige. Und so kommt es schonmal nach einem Durchbruch zum Leger oder Dreher. Sein Trainer Stephan Neitzel verzweifelte schon das ein oder andere Mal an seinem Halblinken, denn Jahr hat die Fähigkeiten sein Team fast im Alleingang zum Sieg zu führen, gleichzeitig gibt es aber auch Phasen, in denen ihm nichts zu gelingen scheint.

Diese konstante Inkonstanz führt bei seinem Coach schonmal zu grauen Haaren. Dennoch schaffte Jahr nach der Jugend direkt den Sprung in die Jöllenbecker Oberliga-Mannschaft. Doch bereits im zweiten Jahr suchte ihn das Verletzungspech heim. Nach zwei Kreuzbandrissen war es das dann für ihn mit "mehr". Und so fing er zunächst langsam wieder in der vierten Mannschaft an, ehe er den Weg in die eigene Zweite fand. Dort agiert er nicht nur als wichtiger Torschütze, sondern ist auch im Abwehrzentrum ein wichtiger Spieler geworden. Und das, obwohl er selbst am Liebsten nur im Angriff zaubern würde.

Nach der Karriere selbst einmal Trainer zu werden, kann sich Jahr aktuell noch nicht vorstellen, da er selber aktiv ins Geschehen eingreifen will. Aber wer weiß, was nach ein paar Jahren Pause passiert. Und vielleicht ziehen sie in Jöllenbeck irgendwann eine ganze Generation von Zirkushandballern heran - mit Julian Jahr als Trainer.


Spielerpass von Julian Jahr

Name: Julian Jahr

geboren am: 06.03.1991

Spitzname: keinen konkreten, mal Jayjay, mal Jule

Verein: TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II

Beruf: Kaufmann für Versicherungen und Finanzen

frühere Vereine: ein mal Jürmker, immer Jürmker

höchste Spielklasse: Oberliga

größter Erfolg: Halbfinale Westdeutsche Meisterschaft C-Jugend, 3. Platz Herren Oberliga, in jeder Mannschaft des Vereins mindestens ein Pflichtspiel absolviert, von den Minis bis zur A-Jugend, von der 5. bis zur 1. Mannschaft

Position: Halblinks im Angriff, Linksaußen decken (oder gar nicht), aber das wird mir nicht gewährt

Lieblingspartner beim Einwerfen: Jonas Zimmerling, Leon Ludwigs

Angstgegner beim Training: beim kicken viel zu viele, ansonsten ist ein 1gg1 mit Lukas Heins nicht angenehm

Lieblingsverein: TuS 97, Arminia Bielefeld, Bayern München, SG Flensburg-Handewitt

Lieblingsessen: JäSchniPowei (Jägerschnitzel Pommes weiß)

Ich würde gerne eine Nacht durchmachen mit: Es gibt viele mit denen ich das mal wieder machen möchte. Aber ich denke fast jeder Handballer freut sich schon auf das Jahr, wenn man sich wieder gemeinsam auf der Insel trifft.

Damit vertreibe ich mir im Moment die Zeit: Ich wünschte, ich könnte hier Sport schreiben, das wäre allerdings offensichtlich gelogen

Das sagt Trainer Stephan Neitzel über ihn: Von genial bis wahnsinnig ist alles dabei bei ihm. Von weltklasse bis unterirdisch und das auch innerhalb von fünf Sekunden. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für die Mannschaft, aber den Trainer treibt er manchmal zur Weißglut. Persönlich ne absolut große Nummer. Ich mag ihn wahnsinnig gerne, menschlich eine absolute Granate und ein Top-Typ.



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