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Landesliga 3

Hermann Frintrop (r.) hat sich in der handballfreien Zeit einer Operation unterzogen und ein altes Hobby wiederentdeckt. Foto: Teipel

Ein altes Hobby wiederentdeckt


Von Jan Steinigeweg

(25.03.21) Handballer können die handballfreie Zeit nutzen, um Dinge zu tun, die sie ansonsten vor sich her schieben. So auch Hermann Frintrop vom SC Münster 08, der sich nun einer Operation an der Nase unterzog. Der Zeitpunkt war gut, denn zum einen stehen die Osterferien für den Lehramtsreferendar vor der Tür und in der Halle geht momentan ja nichts. "Ich habe das jetzt schon mehr als zwei Jahre mit mir rumgeschleppt. Und der Handball war auch immer ein Grund es aufzuschieben", so Frintrop. Ständige Erkältungssymptome und schlechter Schlaf gehören dann bald also hoffentlich der Vergangenheit an.

Bei den Frintrops war es kaum möglich am Handballsport vorbeizukommen. Vater und Mutter haben lange gespielt und so starteten auch Hermann und sein Bruder Johannes früh beim TV Vreden. Er durchlief dort alle Jugendmannschaften und ging auch später für die Senioren ans Werk. Bereits 2011 zog Frintrop zum Studium nach Münster, doch der Kreisläufer spielte weiter für den TV und schaffte 2017/18 den Aufstieg in die Landesliga. Aber auf Dauer wurde es ein bisschen viel mit der Fahrerei. Vom Hochschulsport bestand schon Kontakt zu Nullacht-Keeper Arne Tönjann. Also ging Frintrop mal mit zum Training und bei ein, zwei Bierchen saß man anschließend noch lange in der Kabine zusammen. "Da war mir schnell klar, dass das gut passt. Ich bin da mit offenen Armen empfangen worden", sagt der 29-Jährige.

Auch schon als Schiedsrichter aktiv

Trotzdem war es für ihn ein großer Schritt den TV Vreden zu verlassen. "Für Vreden ist es relativ untypisch, dass man die Mannschaft wechselt. Das ist ein eingefleischter Stamm", beschreibt er. Aber mit nur einem möglichen Training unter der Woche wurde es für die Landesliga eng. Das geht jetzt in Münster deutlich besser. Nicht nur als Spieler, sondern auch als Schiedsrichter war Frintrop schon mit 15, 16 Jahren in der Halle zu finden. Gemeinsam mit seinem Vater bildete er über mehrere Jahre ein Gespann und pfiff hoch bis zur Herren-Bezirksliga und Damen-Landesliga. Und das hinterließ auch seine Spuren für Frintrop als Spieler. "Da bin ich dann schon fast zu diplomatisch an die Sache rangegangen", sagt er über seinen Umgang als Spieler mit den Unparteiischen. Zumindest, wenn es nach dem ein oder anderen Teamkollegen geht.

Corona fördert auch wieder Beschäftigungen zu Tage, die eigentlich schon fast aus dem Gedächtnis gestrichen wurden. "Meine Freundin hat sich ein 5.000-Teile-Puzzle bestellt und ich dachte mir, was mach ich denn jetzt?", verrät Frintrop. Immer nur vor dem Bildschirm zu sitzen, ist ja auch keine Alternative. Und so entdeckte er den Modellbau wieder für sich, in den er als Jugendlicher schon zeitweise reinschnupperte. Kleine Flugzeuge zusammensetzen, bemalen und bekleben, ist also nun auch wieder ein Zeitvertreib von ihm. "Da kann ich gut bei abschalten", weiß er.  


Spielerpass von Hermann Frintrop

Name: Hermann Frintrop

Geboren am: 16.06.1992

Spitzname: keiner

Verein:  SC Münster 08

Beruf: Lehramtsreferendar 

frühere Vereine: TV Vreden

höchste Spielklasse: Landesliga

größter sportlicher Erfolg: Meisterschaft und Landesliga-Aufstieg 2017/18 mit dem TV Vreden, 2 Tore im Freundschaftsspiel gegen den TV Emsdetten

Position: Kreisläufer

Lieblingspartner beim Einwerfen: Jan-Philipp Meyer

Angstgegner im Training: Lasse Gehmeyr, der gibt immer 130 %. Da knallts immer

Lieblingsverein: SG Flensburg-Handewitt

Lieblingsessen: Lasagne

Ich würde gerne eine Nacht durchmachen mit: mit der Mannschaft, da haben wir schon ein paar richtig gute Abende erlebt

Damit vertreibe ich mir im Moment die Zeit: Das Referendariat frisst viel Zeit. Ich habe den Modellbau wieder für mich entdeckt. Ist auch mal gut, keinen Bildschirm vor den Augen zu haben

Das sagt sein Trainer Kay Sparenberg über ihn: Eine ausgezeichnete Rakete! Ein guter und großer Kreisläufer mit viel Potenzial. Manchmal ärgert er sich ein bisschen zu sehr über sich selbst. Aber ich bin sehr froh, einen intuitiven Spieler wie ihn am Kreis zu haben.

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