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Doppelpass

Andreas Tiemann (r.) ist trotz aller Schwierigkeiten mit dem Ablauf der bisherigen Spielzeit zufrieden.

Der richtige Blickwinkel


Von Malte Greshake

(22.12.21) Die Feiertage rücken näher, die letzten Partien wurden ins Ziel gebracht: Tatsächlich ist es trotz aller pandemiebedingten Schwierigkeiten in dieser Saison gelungen, den Spielbetrieb im Handball aufrecht zu erhalten. Nun ist also der richtige Moment gekommen, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen. Andreas Tiemann, beim Handballverband Westfalen Vize-Präsident Spieltechnik, hat sich die Zeit genommen, mit uns nicht nur die bisherige Saison zu bewerten, sondern teilt uns auch seine Prognose für das kommende Jahr mit. 

Herr Tiemann, wie fällt ihr Zwischenfazit der bisherigen Saison aus?
Tiemann: Meiner Meinung nach haben wir bislang eine ganz gute Saison hingezaubert. Die Vereine haben gut mitgezogen, sehr viele Spiele haben stattgefunden und das hat uns einfach gezeigt, dass die Handballerinnen und Handballer in die Hallen wollen. Und eben keiner durch die Gegend rennt und schreit, dass er das nicht will. Es haben trotzdem schon alle den Ernst der Lage erkannt, aber wollen unter den gegebenen Maßnahmen den Sport ausführen. Alle Spiele, die ausgetragen werden wollten, haben auch stattgefunden. Das hat gut geklappt.

Was waren dabei in den vergangenen Monaten die größten Schwierigkeiten?
Tiemann: Die kurzfristigen Spielverlegungen. Am Spieltag selbst wurde teilweise ja erst klar, dass es in einer Mannschaft coronapositive Fälle gab und sich beide Mannschaften dann erst am Spieltag verständigen konnten, ob das Spiel ausgetragen wird oder nicht. Das war für die Mannschaften schwierig, aber insbesondere auch für die Schiedsrichteransetzer und die Staffelleiter. Darauf musste dann immer kurzfristig reagiert werden. Aber ich denke, dass haben wir alle gemeinsam hinbekommen.

Gemeinsam ist da das Stichwort. Die Kommunikation zwischen alle Parteien hat also gut geklappt?
Tiemann: Nach meiner Wahrnehmung, ja. Also da haben die Vereine gut mitgezogen, haben sich so frühzeitig, wie es nur geht, gekümmert und haben die Nachholspiele terminiert. Wir haben, glaube ich, von allen ausgefallenen Spielen nur noch ein einziges Spiel, bei dem es noch keinen Nachholtermin gibt. Von daher gibt es in dieser Hinsicht nichts zu meckern.

Wie wurde es vom Verband wahrgenommen, dass die Kreise - wie beispielsweise der Hanballkreis Münsterland - es den Vereinen irgendwann freigestellt haben, ob sie spielen oder nicht?
Tiemann: Grundsätzlich sind die Kreise ja erstmal rechtlich selbstständig und können machen, was sie wollen. Natürlich nimmt man so etwas zur Kenntnis. In unseren Ligen hat aber ein Großteil aller Spiele stattgefunden, was zeigt, dass es für uns gar keine Notwendigkeit gab, zu sagen, wir lassen es jetzt mit den Spielen. Sondern ganz im Gegenteil: Wenn dann mal vereinzelt, vielleicht 20 bis 25 Prozent der Spiele, in einer Liga nicht stattgefunden haben, dann ist das nun mal so. Ansonsten sind halt weit über 50 Prozent der Spiele ausgetragen worden. Und da, wo die Vereine nicht wollten, wurde die Spiele dann auch schmerzlos verlegt. 

Im Überkreis war das ja nur möglich, wenn beide Mannschaften der Verlegung zugestimmt haben.
Tiemann: Genau, so war die Situation. Aber eigentlich haben sich die jeweiligen Mannschaften dann auch immer geeinigt. Wenn die eine nicht wollte, wollte die andere auch nicht. Wir hatten kaum einen Fall, bei dem die eine Mannschaft spielen wollte, die andere aber nicht. Und das war ja auch das, was ich mit der guten Kommunikation meinte. Ich denke, die Handballer haben die Situation immer ganz gut eingeschätzt und kannten die Risiken vor Ort viel besser. Ich wohne zum Beispiel hier im Kreis Minden, aber ich kann nicht einschätzen, wie Situation in Warendorf oder auch woanders ist. Das kann ich nicht und will ich auch nicht. Das können die Leute vor Ort einfach besser.

In der Landesliga 3 konnten sich der TV Vreden und Eintracht Hiltrup jedoch z.B. nicht auf eine Verlegung einigen...
Tiemann: Bei dem Spiel hat es ein bisschen Zickereien gegeben, das ist richtig. Der eine wollte, der andere wollte nicht. Aber selbst wenn es nur das eine Spiel war, haben wir mehrere hundert Spiele durchgeführt. Ich weiß nicht ganz genau, ob wir vielleicht schon bei tausend Spielen sind. Davon fällt eins prozentual nicht ins Gewicht.

Dann bleibt zum Schluss nur noch den vorausschauende Blick übrig: Stand jetzt ist der Amateursport noch nicht von neuen Corona-Maßnahmen betroffen. Wie schätzten Sie kommende Zeit im neuen Jahr ein?
Tiemann: Da kann ich nichts zu sagen. Bislang hat es immer gut geklappt, dass wir auf Sicht gefahren und nicht vorgeprescht sind. Da wurde dann keine Entscheidung für in sechs Wochen getroffen, sondern wir haben immer geguckt, was am nächsten Wochenende geht. Und ich denke, dieser Blickwinkel ist genau richtig in der jetzigen Situation. Jetzt schon eine Prognose auszugeben, was möglich ist, wenn wir in vier Wochen weiterspielen wollen, wäre viel zu verfrüht. Ich weiß es schlicht nicht. Ich habe natürlich gestern - wie jeder andere auch - mitbekommen, was die Ministerpräsidenten-Konferenz beschlossen hat. Wie das dann später im jeweiligen Bundesland umgesetzt wird, wissen wir ja noch nicht. In NRW wurde es ja nie eins zu eins umgesetzt, da bleibt das nächste Treffen abzuwarten. Wir haben allerdings den großen Vorteil, dass wir die Spielpläne so gestaltet haben, dass wir viele kleine Staffeln haben. Das heißt, wir haben einen großen Haufen an Nachholterminen und keine Relegationsspiele am Ende der Saison. Wenn es uns jetzt im Januar theoretisch ganz hart treffen würde und drei Spieltage ausfallen, dann werden die hinten drangehängt. Gut is, und weiter geht's.

Das vorausschauende Planen hat sich also ausgezahlt.
Tiemann: Also letztes Jahr um diese Zeit habe ich schon gesagt, dass im Sommer davor niemand damit gerechnet hat, was uns dann im Winter passiert. Dass dann auch noch der Lockdown, der eigentlich im Januar enden sollte, bis in den Mai oder sogar Juni ging, hat auch keiner erwartet. Deswegen möchte ich jetzt noch nicht sagen, dass sich unser Plan ausgezahlt hat. Aber stand jetzt sieht es ganz ordentlich aus, dass uns die Überlegungen und Absprachen, die wir damals mit den Vereinen getroffen haben, zielführend weiterbringen können.



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