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Querpass

Zwar nur ein Jubelbild nach dem Sieg im Hinspiel gegen Ibbenbüren, als vorläufiges Meisterfoto reicht uns dieser Schnappschuss aber allemal. Foto: Eintracht Coesfeld

"Es werden trotzdem Sektkorken knallen"


Von Malte Greshake

(18.05.22) Was für ein Hin und Her für Eintracht Coesfeld! Eigentlich sollte das Team von Bodo Dreger nach der regulären Spielzeit in den Play-Offs ja gegen TV Emsdetten III um den Aufstieg in die Landesliga spielen. Im Laufe der vergangenen Woche kam dann aber alles ganz anders, der 1. HC Ibbenbüren II rückte auf und die Coesfelder musste sich kurzfristig auf einen anderen Gegner einstellen. Nach dem 26:20-Sieg im Hinspiel hatte die Eintracht nun beste Karten, die eigene Saison zu vergolden. Bis seit heute klar ist, dass Ibbenbürens Reserve aus unterschiedlichen Gründen im Rückspiel nicht mehr antreten wird. Lange Rede, kurzer Sinn: Eintracht Coesfeld steht jedenfalls als erster Aufsteiger in die Landesliga fest!

Der Vollständigkeit halber wollen wir noch kurz auf die Gründe für Ibbenbürens-Nichtantritt eingehen. "Ich bekomme einfach keine Mannschaft mehr zusammen", erklärt HC-Coach Dennis Lampe. "Viele von uns haben nicht damit gerechnet bis Mitte Mai spielen zu müssen." Dennoch bedauert er die ganze Sache natürlich. "Wir hätten gerne noch gespielt, weil das Hinspiel ja auch schon richtig geil war." Das Spiel wurde also für Coesfeld gewertet und Christian Maaß bestätigte uns den Coesfelder Aufstieg am Grünen Tisch: "Mit der Spielabsage steht fest, dass wir die DJK Eintracht Coesfeld als einen von zwei Aufsteigern an den Handballverband melden werden", so der Vorsitzende der Technische Kommission beim Handballkreis.

"Gerne vor eigenem Publikum den Aufstieg klar gemacht"

Dreger selbst hätte den Aufstieg natürlich lieber in der Halle anstatt auf dem Sofa eingesackt. "Nach dem ganzen Hin und Her und den kurzfristigen Änderungen war es schon anstrengend, die Spannung hochzuhalten", ärgert sich Coesfelds Trainer. "Mit einer guten Leistung haben wir ja dann das Hinspiel gewonnen. Und hätten jetzt gerne vor eigenem Publikum gerne den Aufstieg klar gemacht. Da fühlen wir uns gerade schon ein wenig beraubt, wenn ich ehrlich bin."

Nichtsdestotrotz schwingt die Freude, das Ziel erreicht zu haben, natürlich auch mit. "Der Aufstieg war unser Ziel und wenn wir am Samstag zusammen feiern, ist der Ärger sicherlich auch nach dem vierten Bier verschwunden", flachst Dreger. Dass dieser merkwürdige Abschluss zu der von Corona geprägten Saison passt, kann der Übungsleiter aber auch nicht verhehlen. "So eine Saison brauchst du nicht noch einmal. Jetzt zum Schluss überwiegen jedoch die positiven Sachen."

Bis zum Winter verlief alles nach Plan

Nach der Niederlage gegen den ASV Senden II Anfang September des vergangenen Jahres im ersten Saisonspiel hatte sich nämlich keine einfache Spielzeit für den Aufstiegsaspiranten abgebahnt. "Danach dachte ich schon, dass die Sendener unser stärkster Konkurrent werden", erinnert sich Dreger. "Aber danach sind wir richtig gut reingekommen und von Sieg zu Sieg geeilt." Acht Siege in Serie sollte da folgen und die Coesfelder gingen als Tabellenführer in die coronabedingte Winterpause.

"Dann sind wir aber richtig blöd aus der Pause gekommen", sagt Dreger über den verpatzten Wiedereinstieg im Anschluss. Stimmt. Die 21:24-Niederlage Anfang März gegen die HSG Ascheberg/Drensteinfurt läutete eine schwierige Phase für die Coesfelder ein. "Wegen der damals noch angespannten Corona-Lage wollten wir eigentlich nicht spielen, mussten aber", erläutert der Übungsleiter. Die Quittung folgte für die Eintracht prompt: Vier von Dregers Jungs fielen in der Folge wegen einer Corona-Erkrankung aus. "Auch Nino Adler war dabei, der für uns hinten wie vorne ein entscheidender Mann ist", so Dreger.

"Da bin ich schon stolz drauf"

Nach zwei weiteren Niederlagen gegen Gremmendorf/Angelmodde und Telgte II rauften sich Dreger und seine Mannen aber wieder zusammen. "Gemeinsam haben wir die Kurve bekommen und da bin ich schon stolz drauf." Durch das 26:26 im letzten Saisonspiel gegen den Verfolger Preußen/Borussia Münster verteidigten die Coesfelder den ersten Tabellenplatz. Woraufhin das Auf und Ab der vergangenen Tage folgte. "Auf die Staffeleinteilung der Landesliga muss man ja erstmal warten, aber wir freuen uns auf die Herausforderung", wagte Dreger schon mal einen kleinen Ausblick. "Wir wollen uns gut vorbereiten und konzentriert an die Sache herangehen."

Aber das liegt alles noch weit in der Zukunft. Denn nun am kommenden Samstag soll der Aufstieg erst einmal gebührend gefeiert werden. "Die Damen haben ja ihr letztes Saisonspiel. Da werden wir dann in der Halle sein und später werden sicherlich trotzdem die Sektkorken knallen", verspricht Dreger mit einem Augenzwinkern. Und wir wünschen euch viel Spaß, liebe Coesfelder. Das habt ihr euch nach dieser Saison redlich verdient.



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