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Florian Ostendorf leidet besonders unter dieser Entscheidung: Für ihn gibt es in dieser Situation nur Verlierer. Foto: Teipel

"Das Herz blutet"


Von Malte Greshake

(19.07.21) "Wir haben einfach zu wenig Spielerinnen zur Verfügung, wenn man es plump zusammenfasst", muss Daniel Vaegs, Abteilungsleiter von Westfalia Kinderhaus, verkünden. Seit heute ist nämlich bekannt, dass die Westfalia seine erste Damenmannschaft aus dem Spielbetrieb zurückziehen muss und das Team von Florian Ostendorf nicht am 12. September in die neue Saison starten wird. Was für die meisten doch schon ziemlich überraschend kommt, hat sich allerdings hinter den Kulissen schon vor Wochen angekündigt. Ostendorf bleibt dem Verein derweil aber erhalten...

"Das ist ein regelrechter Aderlass", beschreibt es Vaegs. Bereits vor über einem Monat hatte ihn Ostendorf davor gewarnt, dass der Trainer große Probleme hätte, eine schlagkräftige Mannschaft zusammen zu bekommen. Die Gründe für die Abgangswelle sind dabei vielfältig: "Manche hören wegen eines Studiums auf, gehen ins Ausland oder orientieren sich beruflich neu", berichtet Vaegs. Auch wechselten andere Spielerinnen den Verein, was beim Abteilungsleiter auf Unverständnis stößt. 

Einen Neuanfang in der Landesliga

In Kinderhaus versuchte man daraufhin alles, um doch noch einen soliden Kader auf die Beine zu stellen. "Wir haben über Online-Auftritte versucht Werbung zu machen, um noch Spielerinnen mit Verbands- oder Oberliganiveau zu erreichen", so Vaegs. "Das hat leider nicht funktioniert." Auch die Corona-Situation stellte sich dabei nicht als hilfreich heraus: Geeignete Spielerinnen, die sonst wegen eines Studiums in Münster landen würden, säßen derzeit noch im Online-Semester. "Deshalb müssen wir in den sauren Apfel beißen", blieb Vaegs keine andere Möglichkeit, als die Erste abzumelden.

"Deswegen ist das auch die richtige Entscheidung", meint Trainer Ostendorf zu der Situation. Mit den verbleibenden Spielerinnen wird er den Weg in die Zweite der Westfalia antreten, die ab heute damit zur ersten Mannschaft umfunktioniert wird. Zusammen mit Co-Trainer Martin Kavermann wird er einen 16-köpfigen Kader stellen. "Wir werden in der Landesliga einen Neuanfang wagen", versucht Ostendorf in dieser Situation positiv zu bleiben. "Aber natürlich ist das Ganze schon bitter und tut weh. Das Herz blutet schon."

Seit Ostendorf 2016 sein Amt in Kinderhaus antrat, steckte der Coach viel Arbeit und Energie in seine Mannschaft. Über die Jahre hinweg formte er sein Team in der Verbandsliga, bis es schließlich zum Aufstieg in die Oberliga kam. Aber auch er sah in den vergangenen Wochen keine andere Lösung - auch wenn alles Menschenmögliche versucht wurde: "In dieser Situation gibt es keine Gewinner: Der Verein, die Mannschaft und auch meine Person haben alle verloren."



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