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Verbandsliga2 - Spielerpass

Da mussten wir gaaanz tief in der Fotokiste kramen: Hier ist Moritz Schertl noch im Trikot des ASV Hamm zu sehen. Foto: Angela Grewe

Mit Handball Französisch lernen


Von Nils Uhlig

(15.10.21) Moritz Schertl ist Handballer bei der SG Sendenhorst. Vor zwei Jahren war er allerdings noch im französischen Lyon als Spieler der Unimannschaft unterwegs. Schertl studiert Romanistik, er setzt sich also unter anderem mit französischer Literatur auseinander. Im Master zog es den Linkshänder in die über 2000 Jahre alte, geschichtsträchtige Stadt an der Rhone. Dort schloss er sich schließlich der Handballmannschaft der Universität an.

"Für die Verbesserung des Wortschatzes war es sicherlich nicht schlecht", sagt Schertl. So half besonders der Kabinentalk sein Französisch zu verbessern. Zudem blieb er mit dem Uniteam bis zum Abbruch der Saison im März 2020 ungeschlagen. "Es war wirklich interessant Handball in einem anderen Land zu spielen und zu sehen, wie die Jungs dort trainieren", erkannte Schertl Unterschiede. Während man in Deutschland sehr viel wert auf Konzeptionen legt, liege der Fokus in Frankreich deutlich mehr auf Eins-gegen-Eins-Situationen, erklärt der 28-jährige. So werden diese Situationen natürlich auch deutlich intensiver im Training eingeübt.

Das Bierchen nach dem Training...

Mit seiner Rückkehr schloss sich der wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni Münster der SG Sendenhorst an. Seinen Trainer Thorsten Szymanski kannte er schließlich noch aus seiner Zeit als Landesliga-Spieler in Ahlen. Die größten handballerischen Erfolge von Schertl liegen allerdings schon etwas weiter zurück. Als A-Jugendlicher schaffte der abwehrstarke Linkshänder den Aufstieg in die Bundesliga und konnte sich dort mit den großen Teams aus Lemgo, Kiel und Flensburg messen. Infolge dessen wurde seine Mannschaft sogar zur Mannschaft des Jahres der Stadt Hamm gewählt.

Sein heutiger Trainer Thorsten Szymanski trainierte ihn bereits zwischen 2014 und 2017 bei der Ahlener SG in der Landesliga und reaktivierte Schertl für die SG Sendenhorst. Denn nach 2017 hatte der 28-jährige eigentlich eine studienbedingte Handballpause eingelegt, die er erst in Frankreich beendete. "Ich hatte zwar diese Pause gemacht, aber die Corona-Zeit war nochmal ganz anders", hatte sich der Linkshänder grade wieder an die Gemeinschaft und das Bierchen nach dem Training gewöhnt. "Da habe ich wieder gemerkt, wie wichtig mir das ist", will er so schnell nicht mehr darauf verzichten.

Den Saisonstart mit der SG sieht er als durchwachsen an, schließlich wurden zwei der 4:4-Punkte am grünen Tisch ergattert. Zuletzt beim Sieg in Everswinkel zeigte das Team aber, dass es mithalten kann. "Der Klassenerhalt ist auf jeden Fall möglich, wenn wir uns richtig reinhauen und geschlossen auftreten", ist Schertl überzeugt. Und vielleicht kann er mit den in Frankreich verbesserten Eins-gegen-Eins-Fähigkeiten seinen Teil dazu beitragen. 

 

Spielerpass von Moritz Schertl

Name: Moritz Schertl

Geboren am: 29.03.1994

Spitzname: Mo

Verein: SG Sendenhorst

Beruf: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Münster

Frühere Vereine: ASV Hamm, HSG Ahlen-Hamm, Ahlener SG

Höchste Spielklasse: A-Jugend Bundesliga

Größter Erfolg: Bundesligaaufstieg und die anschließende Wahl zur Mannschaft des Jahres der Stadt Hamm, Kreispokalsieg C-Jugend

Position: Rückraum rechts (gerne auch Rechtsaußen, aber da erkennen viele mein Wurftalent nicht)

Lieblingspartner beim Einwerfen: Ich kann mich nicht zwischen Max Zyska und Ruven Osthaus entscheiden

Angstgegner im Training: Tizian Behrens, der haut immer so drauf

Lieblingsverein: Borussia Dortmund

Lieblingsessen: selbstgemachte Pizza

Ich würde gerne eine Nacht durchmachen mit: meinen besten Freunden Nick und Maurice und Erling Haaland. Ich glaube, das könnte eine ereignisreiche Nacht werden.

Freizeit neben Handball: Ich gehe ins Fitnessstudio, höre viel Musik und lese gern.

Das sagt sein Trainer Thorsten Szymanski über ihn: "Moritz ist immer sehr fleißig, hat gute körperlichen Voraussetzungen und nutzt die im Zweikampf. Er hat allerdings auch eine gute Spielübersicht. Zudem kann er gut decken, was bei Linkshändern nicht so oft der Fall ist. Menschlich ein Top-Typ, sehr kollegial, passt bei uns menschlich super rein und ist auch immer mal für einen Spaß zu haben. Meiner Meinung nach könnte er auch höher spielen, aber ich denke, da wir uns kannten hat er sich für uns entschieden, was mich sehr freut."



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