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Spielerpass

Der "Entehrer": Leider will Philipp Henselewski nicht verraten, wie es zu diesem Spitzname kam... Foto: Teipel

Der "Entehrer" hängt noch ein Jahr dran


Von Nils Uhlig

(12.07.21) Philipp Henselewski ist eine Erscheinung. Selbst unter durchtrainierten Handballern sticht der Abwehrchef noch heraus. Eigentlich hatte er seine Spielerkarriere in Hesselteich, dem Heimatverein seiner Frau, beendet. Als ein Angebot von Verbandsligist Brockhagen ins Haus flatterte, merkte "Hensel" jedoch schnell, dass er "tierisch Bock auf diese Herausforderung hat." Darüber, dass der Polizist nach der langen Pause nicht mehr fit ist, muss sich sein neuer Trainer Timo Schäfer keine Sorgen machen. "Hensels Eisenschuppen", sein selbstgebauter Fitnessraum im Dachgeschoss seines Hauses, ist in Hesselteich und Umgebung berüchtigt. Viele Mitspieler und Weggefährten besuchten den muskelbepackten Modellathleten schon, um mit ihm ihren Körper zu stählen. 

Erst in der B-Jugend des TSV Bösingfeld begann der "Lord" seine Handballkarriere und zwar im Tor. Erst in seinem ersten Herrenjahr wollte sein damaliger Trainer Günter Kaschube sehen, wie der großgewachsene Henselewski wirft. "Nach den Würfen hat er mir gesagt, dass ich die lange Hose ab jetzt zu Hause lassen kann", erzählt der 35-jährige, wie er zum Feldspieler wurde. Bereits in seiner zweiten Saison bekam er ein Angebot vom MTV Obernkirchen, bei denen er unter anderem mit dem früheren Nationalspieler Mike Bezdicek zusammen spielte. Zum ersten Mal bekam er dort einen Geschmack davon, wie es ist unter professionelleren Bedingungen zu trainieren und leckte Blut.

"Eine Idee, die ich bis heute für wahnsinnig halte"

Mit seinem Umzug nach Bielefeld heuerte er beim TV Werther an. Sein dortiger Trainer Joachim Tegelhütter stellte allerdings fest, dass "Hensel" nicht für den Rückraum geeignet sei und stellte ihn an den Kreis. "In Bezug auf Handball spricht Tegel spanisch und ich chinesisch", beschreibt er, warum es in Werther nicht klappte. "Er hat versucht mir zu erklären, dass ich dem Gegenspieler den Ball auch ohne Foul abnehmen kann. Eine Idee, die ich bis heute für wahnsinnig halte", schmunzelt der robuste Abwehrrecke, der nicht selten die Zeitstrafen-Statistiken seiner Mannschaften anführte.

In Steinhagen lernte er schließlich von seinem Trainer Frank Spannuth, dass "nicht nur auf dem Platz wichtig ist, um zum Team zu gehören." Auch wenn er meist nur Ergänzungsspieler war, wurde er von seinem Coach nie links liegen gelassen, was er ihm noch immer hoch anrechnet. In Hesselteich war "Hensel" dann zuletzt sogar spielender Co-Trainer von Chefcoach Dennis Laumann. "Der Aufwand wurde aber zu groß und mit Yannick Ruschhaupt wurde dann auch wer gefunden, der tausendmal mehr Ahnung hat als ich", glaubt der Familienvater. In der kommenden Saison kann der Polizist nun in der Verbandsliga nochmal zeigen, was er am besten kann – seine Gegenspieler verhaften. Denn Abwehrspielen ohne Foul, das ist nichts für den "Entehrer".

 

Spielerpass von Philipp Henselewski

Name: Philipp Henselewski

Geboren am: 10.12.1985

Spitzname: Hensel, Lord, Entehrer

Verein: TuS Brockhagen

Beruf: Polizist

Frühere Vereine: TSV Bösingfeld, MTV Obernkirchen, TV Werther, TV Großenmarpe, Spvg. Steinhagen, Spvg, Hesselteich

Höchste Spielklasse: Verbandsliga

Größter Erfolg: Westfalenpokalsieger mit Steinhagen, gegen Jonas Maiwald im Sprint gewonnen, Aaron von Ameln vernichtend im Langlauf geschlagen, gegen Steffen Thiede im Ringen gewonnen

Position: Abwehrchef, Kreisläufer

Lieblingspartner beim Einwerfen: Nicht Christian Blankert, da er da bereits beim Vollgas war und man verstecken musste, dass einem die Finger brennen, aktuell Benjamin Doherty

Angstgegner im Training: Angst habe ich nie, aber es war schon immer herausfordernd und hat einen angespornt, gegen richtig gute Handballer zu spielen, deswegen: Christian Blankert, Sven Toepelt, Philipp Lindemann, Fabian Raudies, Yannick Sonntag, Aaron von Ameln

Lieblingsverein: Nur der S04! Zweite Liga ist viel spannender als erste.

Lieblingsessen: Rindfleisch mit Szechuan Sauce

Ich würde gerne eine Nacht durchmachen mit: Wenn das wieder erlaubt ist - mit meiner Frau oder meinen Jungs.

Freizeit neben Handball: Familie, Familie, Familie, Kraftsport und Heimwerken

Das sagt sein Ex-Trainer Dennis Laumann über ihn: Gefühlt hat er eine Spannweite von vier Metern und auch die Arme mit dem größten Umfang in der Landesliga. Er ist auf dem Spielfeld kein Virtuose, sondern eher der Arbeiter. In der Kabine oder im Training kann er auch schonmal seine Meinung deutlich zum Ausdruck bringen, denn er ist sehr ehrgeizig. Einfach ein Top-Typ auf den man sich immer verlassen kann. 



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