Kreisliga A2 - Anschwitzen
Die Jagd nach dem Aufstiegs-High
Von Jan Ramlow
(01.05.26) Bei der SG Coesfeld regt sich vielleicht nochmal was. Nach dem starken Run in den letzten Partien (die knappe Pleite gegen Primus Seppenrade blenden wir hier im Sinne des Storytellings gekonnt aus) keimt in Sachen Aufstieg wieder Hoffnung auf. Das Restprogramm gibt es jedenfalls her. Keine direkten Topduelle mehr, am letzten Spieltag läuft man beim aktuellen Schlusslicht in Lette auf. Klingt doch ganz passabel. Andererseits: Man ist darauf angewiesen, dass die anderen es vergeigen. Coesfelds Dennis Lowak kickt in der nächsten Spielzeit jedenfalls Bezirksliga, komme was wolle. Der Kapitän geht von Bord und verlässt Coesfeld in Richtung SF Merfeld. Trotzdem (oder gerade deshalb) brennt er darauf, sich nach vielen Jahren in Jugend- und Herrenmannschaft bei der Sportgemeinschaft mit dem Aufstieg zu verabschieden.
Auch wenn er sich im Gespräch defensiv gibt, lauert Lowak noch auf die Aufstiegschance seiner Mannschaft. „Der Aufstieg mit Coesfeld war für mich von Beginn der Saison an das persönliche Ziel.“ Dabei zehrt der Coesfelder Leistungsträger noch immer von den Erinnerungen seines vorherigen Bezirksliga-Aufstieges mit der SG: „Wenn man es dann geschafft hat sind die Emotionen am Ende einfach unvergleichlich. Das spornt mich an.“ Sportlich hat Lowak einen hohen Anspruch an sich selbst, wie er betont. Die Zeit mit Coesfeld in der Bezirksliga hat ihn hungrig auf mehr gemacht. „Der Aufstieg liegt nicht in unserer Hand. Trotzdem habe ich Motivation pur, im Rest der Saison alles zu geben.“
Fokus auf sich selbst setzen
Abseits des Platzes ist es eine Zeit des Umbruchs für ihn, in Lowaks Leben ist gerade viel los: Umzug nach Münster, Wechsel des Studienorts, nebenbei noch Arbeit. Immerhin den Trainer seiner zukünftigen Mannschaft kennt er schon aus der Jugend. Wenigstens etwas. „Das mit dem Wechsel ist natürlich eine besondere Situation für mich, ich würde schon sehr gerne aufsteigen.“ Trotzdem hält sich Lowak mit Kampfansagen an die Konkurrenz eher zurück. „Wir müssen einfach zuerst unsere eigenen Hausaufgaben machen und von Spiel zu Spiel schauen. Rechnerisch ist alles möglich und wir werden alles dafür geben. Ich will jetzt nicht allzu sehr auf die anderen schauen.“ So unspektakulär seine abwartende Haltung hinsichtlich der Aufstiegsambitionen auch ist, irgendwo hat er auch recht. Wer auf die Tabelle schaut stellt nämlich fest: Fünf Punkte bis Platz eins. Außerdem mischen noch drei andere Teams mit. Leicht wird’s also nicht, da muss schon noch einiges mitspielen.
Der persönliche Trend spricht zumindest aktuell für Lowak und die SG, in den letzten beiden Spielen konnte er je einmal einnetzen. Am Sonntag auswärts bei Turo Darfeld hofft er, sein Team wie am vergangenen Spieltag früh auf die Siegerstraße zu bringen. „Gegen Hausdülmen war mein Tor für uns so ein bisschen der Dosenöffner. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und diese auch endlich mal ausreichend genutzt. Ich hoffe, dass mir in Darfeld wieder was gelingt.” Es käme der SG Coesfeld sicherlich gelegen, wenn Lowak seine Mini-Trefferstreak ausbauen könnte. Hoffentlich hat er wieder den Öffner dabei.
Anschwitzen, der 26. Spieltag
SV Gescher II - Eintracht Ahaus II (Sonntag, 13:15 Uhr)
Im tabellarischen Nachbarschaftsduell mit Eintracht Ahaus gibt es für die Zweite vom SV Gescher im Großen und Ganzen nicht mehr viel zu holen. Aufgrund der Stärke der Top 5 und der mageren Punktausbeute im Tabellenkeller ist nach oben sowie nach unten alles safe. Trotzdem möchte man sich nach der deutlichen 0:4-Schlappe gegen Olfen sicher von einer besseren Seite zeigen - Auf Ehrenbasis, wie mancher sagen würde. Die Ahauser Mannen von Dennis Schmidt können angesichts ähnlicher Ausgangslage und mit einem Pünktchen weniger auf dem Konto ebenfalls entspannen. Als Sidequest könnten sie beispielsweise versuchen, ihre 4:1- (oder 1:4, je nachdem) Ergebnisstreak aus den letztzen beiden Spielen zu brechen. Oder Ihre Tordifferenz mit einem "+" vorne zu versehen. Mal gucken.
Lowak: 1:2
Heimspiel-Tipp: Sidequest 2 macht Fortschritt. 1:3.
Vorwärts Lette - DJK Dülmen (Sonntag, 15 Uhr)
Auswärts in Lette ist natürlich erstmal dankbar. Noch keinen einzigen Sieg konnten Frank Oelmanns Jungs zuhause klarmachen. Drei Punkteteilungen stehen daheim zu Buche, eine davon stammt vom vergangenen Auswärtsspiel gegen Adler Buldern. Schön und gut. Aber reicht leider nicht, um die hypothetische Chance auf Relegation am Leben zu erhalten. Da müsste jetzt mehr kommen. Obendrauf kommt: Die Sportfreunde aus Dülmen kommen mit guter Form und drei Erfolgen in Serie. Einziges Manko für Dülmen und Hoffnungsschimmer für Vorwärts: Das Hinspiel ging mit 2:1 an Lette. Vielleicht hilft´s.
Lowak: 0:3
Heimspiel-Tipp: Lette fightet, aber am Ende umsonst. 2:4.
Adler Buldern - SuS Olfen (Sonntag, 15 Uhr)
Ein weiteres (scheinbares) El-Bedeutungslósico im Tabellenmittelfeld: Alexander Möllers Adler empfangen den SuS Olfen. Beide mit aktuell 33 Zählern. Beide mit passabler Form. Man mag denken, hier geht nicht viel. Geringfügiger Unterschied zwischen den Teams: Bei den Spielen der Hausherren krachts toretechnisch etwas mehr. Vielleicht ein gutes Omen. Außerdem: Olfen ist mit 17 Zählern in der Fremde die bessere Auswärtsmannschaft.
Lowak: 1:1
Heimspiel-Tipp: Der Sus revanchiert sich knapp für die Niederlage im Hinspiel. 2:3.
Arminia Appelhülsen - SuS Legden (Sonntag, 15 Uhr)
Die erste Partie des Spieltags, in der es (Gott sei Dank) endlich mal so richtig um was geht. Entgegen des letzten Heimspiel-Tipps blieb die Negativserie der Legdener bestehen, es soll irgendwie nicht sein gerade. Der Downfall ist real. Gegen Dülmen kann man in der aktuellen Form aber auch verlieren, zugegeben. Bei Appelhülsen macht hingegen recht wenig Hoffnung auf den Turnaround in Richtung rettendes Ufer, die 6:0-Show zuhause gegen die Reserve vom SG Coesfeld ist schon vier Spiele her. Ansonsten gab es in den letzten fünf Partien nur Pleiten. Um Darfeld und Konsorten noch auf die Pelle rücken zu können, braucht es mal mindestens drei Siege im Endspurt. Anspruchsvoll. Und eher unrealistisch.
Lowak: 2:1.
Heimspiel-Tipp: JETZT muss es aber WIRKLICH mal reichen für Legden. 0:2.
Fortuna Seppenrade - GW Nottuln II (Sonntag, 15 Uhr)
Kann man hier vom nächsten Spitzenspiel sprechen? Joa, schon. Angesichts von sechs Punkten Differenz zu Spitzenreiter Seppenrade macht man sich bei Nottuln II sicher noch Hoffnung, was da nach oben noch so gehen mag. Das Restprogramm sieht auf den ersten Blick sogar machbar aus. Darüber hinaus: Der Nottulner 4:1-Triumph aus dem Hinspiel gibt Anlass, von einer Wiederholung zu träumen. Rückrundenprimus Fortuna und Trainer Marian Tüns haben im zweiten Kracher in Serie (zuletzt gab es ein 2:4 gegen Darup) also eine Aufgabe vor sich, die sich gewaschen hat. Die Seppenrader Truppe ist allerdings auch mit allen Wassern gewaschen und wird auf das Spiel brennen. Vielleicht zur Auffrischung vorher nochmal baden gehen (also im Kanal oder so, nicht sportlich).
Lowak: 0:1
Heimspiel-Tipp: Punkteteilung, 2:2.
DJK Rödder - SG Coesfeld II (Sonntag, 15 Uhr)
Es ist scheinbar wirklich der große Tabellennachbar-Spieltag. Im bereits dritten (!) tabellarischen Nachbarschaftsduell an diesem Nachmittag könnten beide Teams ganz offiziell einen der letzten Schritte gegen den Abstieg gehen, den Klassenerhalt auch rechnerisch dingfest machen. Mit einem Punkt mehr ist die Ausgangslage bei der DJK unerheblich besser, die letzten beiden Spiele der Mannschaft von Florian Fricke und Jan Tüns gingen daneben. Coesfelds Zweite kommt mit dem wichtigen 3:1-Heimerfolg gegen Konkurrent Darfeld im Rucksack ins Dülmener Vorland. Die Coesfelder erwartet also eine ähnliche Konstellation wie am vergangenen Spieltag.
Lowak: Bei unserer Zwiten gehts immer ordentlich zur Sache: 3:4.
Heimspiel-Tipp: Rödder dreht den Trend um, 4:2.
GW Hausdülmen - Borussia Darup (Sonntag, 15:15 Uhr)
Nach den Topspiel-Big-Points gegen Seppenrade in der vergangenen Woche kann die Borussia aus Darup an diesem Spieltag zum Angriff auf Platz eins blasen: Im Titelkampf ist spätestens seit letzter Woche nochmal richtig Feuer drin. Nur einmal rutschten die Borussen zuletzt mit einem Unentschieden gegen Legden aus. Wenn das nicht vielversprechend aussieht, dann weiß ich auch nicht. Jetzt müsste nur noch der Gegner mitspielen. Die Hausdülmer von Coach Tobias Merschiewe stehen auf Platz elf im stabilen Mittelfeld. Man würde meinen, die Saison kann quasi abgehakt werden. Aber verlieren willst du natürlich trotzdem nicht.
Lowak: 1:0
Heimspiel-Tipp: Darup stiehlt Seppenrade im Fernduell den Platz an der Sonne, 0:3.
Turo Darfeld - SG Coesfeld (Sonntag, 15:30 Uhr)
Die SG Coesfeld kommt aus einer guten Phase und steht aktuell auf Platz vier. Vier Siege aus den letzten fünf Spielen bei 15:3 Toren können sich echt sehen lassen, nur gegen den aktuellen Spitzenreiter Seppenrade setzte es eine Niederlage. Im Endspurt müssen sie aber auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Turo Darfeld rangiert auf Rang 14. Um noch in die Relegation abzurutschen müsste Verfolger Appelhülsen bei acht Punkten Rückstand aber ein Wunder vollbringen. Mit einem Dreier zuhause hätten die Darfelder die finale Sicherheit.
Lowak: Hier muss ich in dieser Phase erst recht auf uns setzen. 2:0 für uns.
Heimspiel-Tipp: Coesfeld und Lowak dürfen weiter hoffen, 1:2.





































