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Serie: Die Sidekicks der Kreisliga

Wenn beim VfL Sassenberg etwas getan werden muss, dann packt Jens Wiewel auch mit an.

Auf Jens Wiewel ist Verlass


Von Alexander Eckrodt

(02.03.21) Wenn Jens Wiewel etwas anfängt, dann zieht er es auch zu 100 Prozent durch. "Er ist der zuverlässigste Mensch, den ich kenne", beschreibt VfL Sassenbergs Trainer Marvin Westing den Co-Coach. Der 31-Jährige ist dem Verein immer treu geblieben. Im Alter von fünf bis sechs Jahren begann er beim VfL selbst mit dem Kicken und durchlief dort die gesamte Jugend. Ein Wechsel kam für ihn nie in Frage. "Ich habe da keinen Gedanken dran verschwendet und die Leistung hat auch nicht gereicht", gesteht Wiewel lachend.

Nach der Jugend führte der Weg vom Co-Coach zur zweiten Mannschaft in Sassenberg, wo er sich später auch die Kapitänsbinde überstülpte. "Ich war auch jemand, der auf dem Platz mal was gesagt hat", sagt der ehemalige Verteidiger. 2015 übernahm er bei der Mannschaft dann das Amt des Chef-Trainers und beendet damit schon sehr früh seine fußballerische Laufbahn. "Es gab die Überlegung, ob ich das als Spielertrainer mache, aber da hatte ich keinen Bock drauf. Entweder ich mache etwas ganz oder gar nicht", beschreibt Wiewel die damalige Entscheidung. Schon zuvor hatte er Erfahrungen als Trainer in der eigenen Jugend gesammelt. Als C-Jugendlicher brachte ihn sein Nachbar dazu, mit ihm zusammen die Minikicker in Sassenberg zu coachen. "Ich bin dann da so reingewachsen", erklärt er. Der Nachbar verlor mit der Zeit die Lust, Wiewel blieb aber dran. Mit Daniel Röttger zusammen trainierte er später die D-Jugend. 

Von der Zweiten zur ersten Mannschaft

Zur Saison 2016/17 wechselte Wiewel dann von der zweiten Mannschaft zu Ersten und übernahm dort das Amt des Co-Trainer. Stefan Brinkmann, einer seiner besten Kumpel, war dort nun Chef-Coach. Das Jahr verlief sportlich aber nicht gut, es folgte der Abstieg aus der Bezirksliga. Markus Bollmann übernahm als Trainer und Jens Wiewel blieb der Truppe erhalten - aber in einer etwas anderen Rolle. "Ich habe angefangen, zu bauen, aber wir hatten eine so gute Harmonie in der Truppe, dass ich nicht weg wollte", erinnert er sich. Da eine Weiterarbeit wie bisher zeitlich für ihn nicht realisierbar war, entschied er sich dem Team immerhin als Betreuer erhalten zu bleiben. Als er nach zwei Jahren dann fertig war und wieder mehr Zeit hatte, entschied er sich wieder als Co-Coach einzusteigen - zusammen mit Patrick van der Sanden und Marvin Westing. 

Doch in den vielen Jahren, die Wiewel schon im Verein tätig ist, war er nicht nur Spieler und Trainer. Bevor er mit der ersten Mannschaft zusammenarbeitete, war er auch Beisitzer im Vorstand des VfL Sassenberg. Als er aber den Co-Trainerposten annahm, entschied er sich, sich aus dem Vorstand zurückzuziehen - zumindest vorerst. "Ich glaube nicht, dass das für immer ist. Wenn ich mal wieder gar nichts mache, bin ich vielleicht wieder dabei", blickt er voraus. Dennoch konzentriert sich der Übungsleiter jetzt nicht nur auf die erste Mannschaft. Regelmäßig schaut er auch bei Spielen der Jugendmannschaften vorbei. Als der Kunstrasenplatz in Sassenberg entstand, war er voll mit dabei. "Wenn irgendwo was ist, dann packe ich auch an. Ich hatte fast jeden Stein auf dem Kunstrasenplatz in der Hand", sagt Wiewel - und auch Trainer Westing bestätigt das: "Er ist Ansprechpartner für alle und hat überall seine Finger mit im Spiel. Er kennt hier jeden und setzt sich für jeden ein." Wenn der Sportliche Leiter Daniel Strotmann ihn anruft, dann ist er da.

Zusammenarbeit mit Van der Sanden und Westing läuft "überragend"

Auch nach seiner fußballerischen Laufbahn hat der Co-Trainer nie einen Gedanken daran verschwendet, den Verein zu verlassen. "Die Zusammenarbeit mit den Leuten macht Spaß und meine guten Kumpels haben fast alle in Sassenberg gespielt", erklärt er. Auch die aktuelle Situation mit Patrick van der Sanden und Marvin Westing als Trainer-Duo stimmt ihn glücklich. "Das ist überragend. Fast alles wird abgesprochen und wir haben oft eine gute Gruppenteilung", schwärmt er. Wiewel bleibt dem Trainerteam auch in der kommenden Saison erhalten. Er hat, wie van der Sanden und Westing, für die kommende Spielzeit bereits zugesagt. "Wir haben seit langem mal wieder eine richtig geile Saison. Die Neuzugänge sind alle fußballerisch und menschlich richtig Gute. Wir haben ein geiles Team und der Zusammenhalt passt", so der Co-Trainer. 

Als Coach legt Wiewel großen Wert darauf, fair mit den Spielern umzugehen. "Mir ist wichtig, dass ich alle Leute gleich behandle. Ehrlichkeit ist auch sehr wichtig. Es kann immer mal sein, dass die Spieler etwas anders sehen, als die Trainer", fasst er zusammen. Ob er selber in der Zukunft mal wieder als Cheftrainer arbeiten möchte, weiß er aktuell gar nicht. "Das liegt daran, was privat bei mir passiert", sagt er. Grundsätzlich könne er es sich aber vorstellen. 

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