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Kreisliga A1 MS

Patrick van der Sanden (r.) und Marvin Westing (l.) kümmern sich seit der Saison 2019/20 zusammen um die Erste Mannschaft vom VfL Sassenberg.

Ein Trainer-Duo für den Aufstieg?


von Alexander Eckrodt

(13.12.20) Patrick van der Sanden und Marvin Westing leisten aktuell sehr erfolgreiche Arbeit beim VfL Sassenberg. Das Trainer-Duo setzt bei der Mannschaft regelmäßig neue Reizpunkte, fordert einiges von seinen Spielern und sorgt so für Erfolg. So steht die Mannschaft aktuell noch ohne Punktverlust auf dem ersten Tabellenplatz. Grundsätzlich unterscheiden sich die beiden Übungsleiter deutlich. Van der Sanden ist schon seit vielen Jahren als Trainer tätig, für Westing ist Sassenberg die erste Trainerstation. Ihre Zusammenarbeit klappt so gut, weil sie sich hervorragend ergänzen.

Für van der Sanden ist der VfL Sassenberg als Trainer schon die vierte Station. Zuvor war er bereits bei seinem Heimatverein TSG Dissen. Dort begann er als Coach der Zweiten, nachdem seine Spielerlaufbahn verletzungsbedingt frühzeitig endete. 2001 startete dann sein Engagement bei der Reserve in Dissen. Ein wichtiger Grund für seine Entscheidung, Trainer zu werden, war sein ehemaliger Trainer Jürgen Gessat. Dieser  lotste van der Sanden damals auch als Spieler aus der Jugend von Arminia Bielefeld wieder zur TSG. War später auch ein Grund, weshalb es den Spieler van der Sanden zum SC Füchtorf verschlug. Auch sonst prägte Gessat den mittlerweile 46-Jährigen sehr. "Er hatte immer eine Antwort parat und hat früh viel im Taktischen gemacht. Er kannte fast jeden Spieler aus der Liga", erklärt der Coach. 

Van der Sanden als erfahrener Partner

Nach knapp einem halben Jahr als Trainer bei der Zweiten übernahm er den Trainerposten bei der Ersten der TSG Dissen. 2003 machte er die Trainer-B-Lizenz. Die erste Saison mit der Ersten gestaltete der Coach direkt erfolgreich. "Ich habe eine abgestiegene Mannschaft übernommen und wir sind direkt wieder aufgestiegen", erklärt er. Insgesamt verbrachte er sechs Jahre als Trainer bei dem Verein, in dem er selbst das Kicken lernte. "Nach sechs Jahren habe ich mir dann gedacht, jetzt ist mal gut, die Jungs haben noch nie was anderes gesehen", so van der Sanden, der daraufhin eine Babypause einlegte. Helmut Hettwer kontaktierte ihn später und überzeugte ihn davon, sich ab 2010 bei SW Lienen auf den Trainerstuhl zu setzen. Von dort ging es 2013 nach drei Jahren weiter zur SpVg Versmold, wo er wieder sechs Spielzeiten verbrachte.  Dort blieb ihm der Aufstieg aber stetig verwehrt. Die besten Platzierungen waren zwei zweite Plätze. Was van der Sanden immer sehr wichtig ist, ist Planungssicherheit - auch für den Verein. "Ich habe immer vorzeitig im Winter gesagt, dass ich als Trainer bei einem Verein nicht weitermache", so der erfahrene Trainer. 

Nach der langen Zeit bei Versmold kontaktierten VfL Sassenbergs sportliche Leiter Daniel Strotmann und Marvin Westing den erfahrenen Coach. Dort bekam er eine spannende Aufgabe angeboten. "Daniel Strotmann hat mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte als Trainerteam mit Marvin Westing und Jens Wiewel zusammen", erklärt van der Sanden. Zuvor sei nämlich bei den Spieler ein ganz gewisser Wunsch aufgekommen. "Mein Ziel war es nie, Trainer zu werden. Ich wollte eigentlich nur Vorstandsarbeit machen. Dann ist aber die Äußerung vom Kern der Mannschaft gekommen, dass sie mich gerne als Trainer hätten", sagt Marvin Westing. "Da ich nicht wusste, ob ich den Erwartungen gewachsen bin, wollte ich einen starken Partner an der Seite haben, von dem ich lernen kann", ergänzt er. Den hatten sie dann mit van der Sanden gefunden. 

Schon immer wie ein Trainer gedacht

Westing begann seine Fußballlaufbahn als Torwart bei der Warendorfer SU und durchlief dort auch die ganze Jugend, spielte in seinem ersten Seniorenjahr zudem in der Landesliga mit der WSU. Anschließend wechselte er für eineinhalb Jahre zur SG Telgte, wo er unter Gundolf Lorenz trainierte. "Von ihm habe ich fußballerisch wahrscheinlich am meisten mitgenommen. Alles was wir gemacht haben, hat Sinn gemacht", so Westing. Nach der Zeit bei Telgte kehrte er dann zur WSU zurück. Grund dafür war der damalige Trainer Heinz Goldmann. Westing erklärt: "Wir sind von der Familie eng befreundet und sind auch mehrmals im Jahr zusammen in den Urlaub gefahren als ich klein war." In seinem letzten Jahr bei der WSU spielte er noch eine Saison in der Zweiten bei der WSU unter Volker Hoffmann, von dessen Menschlichkeit Westing sehr begeistert ist. "Ich hatte viele Trainer während meiner Laufbahn und es gab keinen, dem ich nichts abgewinnen konnte", so Westing.

Nach dem einen Jahr in der WSU Reserve kam es zum Wechsel zum VfL Sassenberg, mit welchem er allerdings 2014 aus der Bezirksliga abstieg. Eine Verletzung zwang ihn später zu einer längeren Pause. Dem VfL Sassenberg blieb er aber bis heute treu, besetzte den Posten des sportlichen Leiters. Nebenbei kickte er noch beim SC Müssingen unter Leitung seines guten Freundes Björn Güldenarm. Nun bildet er mit Patrick van der Sanden schon seit der vergangenen Saison ein starkes Trainerduo: "Mit Patrick haben wir die ideale Besetzung für den Posten gefunden. Es ist nicht so, dass wir gleich denken, aber wir ergänzen uns ganz gut", so Westing. So überraschend, dass es Westing irgendwann doch auf den Trainerstuhl zog, ist es eigentlich gar nicht. "Ich habe mich auch früher als Spieler in den Trainer hineinversetzt, immer versucht meinen Trainern zu helfen und wie ein Trainer gedacht", sagt der 35-Jährige Übungsleiter.

Kommunikation und Organisation

Van der Sanden wird auf dem Platz zum Beispiel auch mal etwas lauter. "Ich bin jemand, der viel kommuniziert. Wenn ein Spieler nicht funktioniert, kann er richtig Probleme bekommen. Dafür gebe ich aber im privaten Leben etwas zurück", erklärt van der Sanden selbst. Er ist mit seinem Trainerkollegen auch sehr zufrieden: "Er ist sehr wissbegierig und macht sich viele Gedanken, manchmal vielleicht schon fast zu viele. Er bereitet genau so das Training vor, wie ich." Auch bei den Spielern ist die Stimmung gut. "Patrick tut dem Verein richtig gut, auch mit seinen neuer Methoden. Er hat uns taktisch auf ein neuen Level gebracht", sagt Sassenbergs Kapitän Stefan Wortmann und ergänzt: "Marvin ist etwas ruhiger und führt viele Einzelgespräche. Vom Mensch her ist er immer lustig drauf und hat immer einen Spruch auf Lager. Er ist ein Organisator und Vermittler." 

Die Zusammenarbeit zwischen Patrick van der Sanden und Marvin Westing funktioniert bisher auf jeden Fall prächtig. Schaffen sie es, mit der Mannschaft wieder aufzusteigen? "In Sassenberg sind die Strukturen für einen Aufstieg da. Wir haben eine gute, gefestigte Mannschaft und ein gutes Umfeld, das im Hintergrund super arbeitet. Mittelfristig ist es schon ein Ziel, eine Liga höher zu spielen", erklärt van der Sanden.

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