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Kreisliga A1 MS

Thorsten Butz (l.) war schon auf dem Feld ein Führungsspieler. Es war früh klar, dass sein Weg ihn irgendwann auf die Trainerbank führt.

Der Akku ist wieder voll


von Alexander Eckrodt

(10.01.21) Zwei Jahre hatte sich Thorsten Butz eine Pause vom Fußball genommen. Nach seiner Zeit als Co-Trainer beim TuS Freckenhorst von 2015 bis 2018 war die Luft einfach etwas raus - immerhin verbrachte er über 30 Jahre lang jedes Wochenende auf dem Fußballplatz. Der SC Füchtorf hätte Butz damals schon gerne als Trainer für die erste Mannschaft geholt, der BVB-Fan lehnte aber ab. "Ich wollte erstmal gar nichts machen", erklärt er. Im Winter 2019 fragte Füchtorf dann aber erneut bei Butz an - der diesmal zusagte: "Da waren die Akkus wieder voll und es juckte wieder." Seit dieser Saison steht er in Füchtorf am Seitenrand.

Als Spieler und Trainer hat der 41-Jährige schon so einige Erfahrungen gesammelt. Seine fußballerische Laufbahn begann bei der Warendorfer SU, wo er die gesamte Jugendabteilung durchlief und als zentraler Offensivspieler auch schnell den Schritt zu den Senioren schaffte. Schon in seinem zweiten Jahr in der A-Jugend trainierte er regelmäßig bei der Ersten mit, schnappte sich auch im ersten Seniorenjahr direkt einen Stammplatz in der Landesligamannschaft. "Das hat alles recht gut geklappt, dann habe ich mich aber direkt im ersten Spiel verletzt", sagt Butz, der insgesamt vier Jahre bei den Senioren der WSU verbrachte. Zusätzlich begann er bereits als B-Jugendlicher , sich als Coach einer F-Jugend-Mannschaft zu engagieren. Den Jahrgang begleitete er bis in die D-Jugend. 

A-Liga-Meister und HKM

Den Spieler Butz zog es dann aber irgendwann weg von der WSU, hin zum TuS Freckenhorst. "Ein Großteil meiner Freunde sind damals nach Freckenhorst gegangen. Mit einem Teil habe ich fast die komplette Jugend zusammengespielt", erklärt Butz. Unter den Freunden waren unter anderem Björn Kirchgessner und Alexander Eidhoff. Doch die erste Spielzeit beim TuS Freckenhorst, wo er zusätzlich auch für ein paar Jahre eine Jugendmannschaft übernahm, verlief eher schlecht. In der Saison 2002/03 stieg die Mannschaft aus der Bezirksliga ab. Lange blieb die Truppe aber nicht in der Kreisliga. Trotz des Abstiegs blieb der Kader komplett und die Truppe schaffte in der folgenden Spielzeit unter dem neuen Trainer Richard Walz den direkten Wiederaufstieg. Im Nachhinein gesehen ist diese Saison für Butz eines der größten Highlights seiner fußballerischen Laufbahn "Wir sind dann durch die A-Liga marschiert und sind Meister geworden", so Butz, der in der A-Liga über 20 Buden zum Aufstieg beisteuerte. "Einer der schönsten Erfolge war auch noch der erste HKM-Titel mit Freckenhorst", beschreibt Butz.

Generell lief es in der Halle immer ganz gut für den Offensivspieler. Er ist der erfolgreichste Torjäger der Hallenkreismeisterschaften . Für die WSU und den TuS Freckenhorst traf er insgesamt 70 mal. "Ich bin technisch nicht der Allerschlechteste gewesen. Halle hat mir immer gut gefallen", erklärt Butz, der insgesamt viermal die HKM gewann - einmal mit der WSU und dreimal mit Freckenhorst. Auch in der Bezirksliga lief es nach dem Aufstieg richtig gut. Als Aufsteiger erreichte das Team den dritten Tabellenplatz, in den beiden folgenden Jahren sogar den Sprung auf Platz zwei. "Das eine Jahr in der A-Liga hat uns als Mannschaft zusammengeschweißt und wir haben dann drei wirklich gute Jahre gespielt", erinnert sich der Coach. Insgesamt verbrachte Butz acht schöne Jahre in Freckenhorst. Mit dem Alter wanderte er auf dem Feld immer weiter zurück und spielte dann irgendwann als Innenverteidiger. Am Ende seiner Spielerlaufbahn war er noch Spieler unter Heinz Goldmann, von dem er sich dann noch so einiges abgeschaut hat. Zusammen mit Ralf Sennhenn, der Butz bei der WSU trainierte, hat Goldmann ihn wohl am meisten geprägt. "Die beiden haben wirklich sehr akribisch gearbeitet und sehr gezielt trainiert. Sie hatten ein sehr gut strukturiertes Training", erklärt Butz. Das änderte aber nichts daran, dass Butz in seiner vorerst letzten Saison als aktiver Spieler mit dem TuS Freckenhorst wieder aus der Bezirksliga abstieg und dann wegen Knieproblemen aufhörte.

Erneuter Aufstieg mit TuS Freckenhorst

Der Übergang vom Spieler zum Trainer ging für Butz 2011 im Alter von 31 Jahren dann sehr schnell. "Damals habe ich Heinz Goldmann mitgeteilt, dass ich aktiv aufhören wollte. Auf dem Anrufbeantworter hatte ich dann eine Nachricht von GW Westkirchen, dass sie einen Trainer suchen", beschreibt es der Trainer. Dann ging es recht schnell und Butz sagte dem Verein nach einem kurzen Treffen zu. "Das war eine wirklich schöne Zeit. Sportlich sind wir im ersten Jahr im Mittelfeld gelandet und die zweite Saison war dann richtig gut. Die dritte war dann aber nicht so optimal", erinnert sich Butz. Am Ende der Saison 2013/14 stieg Westkirchen als Tabellenzehnter aus der A-Liga ab. Butz hatte aber schon vor dem Abstieg geplant, nach der Saison aufzuhören. Er wollte nun eine Pause einlegen und einfach unter Andreas Strump und dem TuS Freckenhorst wieder mitkicken. Strump kannte er noch, da sie früher zusammen in einer Mannschaft spielten. "Nach der halben Saison hat dann aber das zweite Knie nachgegeben und ich habe mich erste darum gekümmert", erklärt Butz. Auch wenn er als Spieler in der Saison nicht die größte Rolle spielte, schaffte er in der Spielzeit mit Freckenhorst wieder den Aufstieg in die Bezirksliga. "Es war schön, dabei gewesen zu sein", sagt er lachend. 

Auch wenn es als Spieler nicht mehr klappte, blieb er dem Verein treu und war in den folgenden drei Jahren Strumps Co-Trainer. "Thorsten ist ein super Typ und ein richtig guter Fußballer. Der konnte so ziemlich alles und war ein richtig guter Spielmacher", sagt der aktuelle Trainer von RW Alverskirchen und ergänzt: "Als Trainer ist er sehr kompetent und kann auch bestimmend sein. Er weiß wovon er spricht und kann auf einen großen Erfahrungswert zurückgreifen. Er kennt sich in allen Bereichen aus." Nach der Saison 2017/18 legte Butz dann die bereits erwähnte Pause ein und begann nun in dieser Saison seine neue Aufgabe beim SC Füchtorf. 

Als Trainer legt Butz großen Wert darauf, Fußball zu spielen und nicht nur lange Bälle zu schlagen. Außerdem ist ihm Disziplin wichtig. "Ich will, dass die Jungs sich entsprechend verhalten und auch Gas geben. Ich bin aber nicht der überharte Hund. Ich versuche das alles auf einer guten Ebene zu halten. Manche übertreiben es ja auch, aber es soll den Jungs und uns Trainern ja auch Spaß machen", sagt er und ergänzt: "Ich versuche es so zu halten, dass das, was mir früher Spaß gemacht hat, den Spielern  jetzt bestimmt auch Spaß macht." 

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