Kreisligen B - Quickies
Kartenflut im Keller
Von Christian Lehmann
(02.12.25) Im Kellerduell zwischen Grün-Weiß Marathon und dem ESV Münster war reichlich Druck auf dem Kessel. Wie schon im Hinspiel ging es auch diesmal wieder richtig heiß her zur Mittagszeit am Arnheimweg. Die Bilanz nach zwei Aufeinandertreffen in dieser Saison: zehn Tore, aber auch sieben Platzverweise! Beim 4:2 (2:2)-Sieg für Marathon entlud sich in der Schlussphase der Frust der Eisenbahner. Das alles war ebenso unnötig wie die Niederlage seines Teams, befand Gästecoach Kerem Kacar anschließend.
"Das war total dumm!", sagte der Coach und meinte damit nicht nur die sportlichen Fehler seiner Mannschaft, die nach 0:2-Rückstand zurückgekommen war und nach einer Roten Karte gegen GWM-Schnapper David Alwey im zweiten Durchgang in Überzahl eigentlich alle Trümpfe in der Hand hielt. "Vielleicht war die Anstoßzeit um 11 Uhr einfach zu früh. Ich habe da keine Erklärung für, dass man in so einem Spiel nicht da ist. Die Jungs haben wohl gedacht, das gewinnen wir locker. Das war schon ein Einstellungsproblem."
In der Nachspielzeit - als die Niederlage eigentlich schon feststand - entlud sich dann bei einigen Spielern der Frust. Referee Vincenz Krüsmann zeigte nach einem Foulspiel des bereits verwarnten Nader El-Gaml die Rote Karte, wegen Meckerns sah anschließend auch Ivan Mahmut die Ampelkarte. Nach dem Schlusspfiff gab's zudem glatt Rot gegen Selim Kacar wegen Schiedsrichter-Beleidigung. Und das ging auch so in Ordnung, stellte Kerem Kacar klar: "Nader muss da nicht so hingehen. Und wenn Du selber nix auf die Platte bekommst, darfst Du dich auch nicht beim Schiedsrichter beklagen. Wir sind selber schuld!"
Kreisliga B1, der 16. Spieltag
GW Marathon Münster - ESV Münster 4:2 (2:2)
"Wir verpennen die ersten 20 Minuten komplett und rennen dann hinterher. Wir waren überhaupt nicht in den Zweikämpfen", monierte ESV-Coach Kerem Kacar. Marathon hatte schon in der Anfangsphase bei einem wegen Handspiels aberkannten Treffer durch Jakub Kijas und einem Freistoß von Lennic Felder für Gefahr gesorgt, ehe Kijas nach einem Foulspiel an Adrian Golparvari per Strafstoß das 1:0 besorgte. Felder erhöhte nach einem Eckball auf den ersten Pfosten und Kopfballverlängerung auf 2:0. Doch die Eisenbahner kamen zurück, glichen nach einem Angriff über die rechte Seite durch Mamoudou Camara aus. GWM-Keeper David Alvey hatte auf eine Hereingabe spekuliert und machte das kurze Eck auf. Noch vor der Pause nickte Camara nach einer Ecke zum 2:2-Ausgleich ein, nach Wiederbeginn sah Alvey dann die Rote Karte, weil er bei einer Rettungsaktion mit dem Ball in der Hand aus dem Strafraum gerutscht war. Doch der Vorteil für die Gäste verpuffte, weil Hussein El Lababidi nach einer Ecke per Seitfallzieher traf und und Golparvari nach einem langen Freistoß von Ali Hodroj im Nachsetzen zum 4:2 traf, nachdem ESV-Keeper Marvin Löscher zunächst stark pariert hatte. Kurios: Bei den Hausherren ging wie schon am vergangenen Donnerstag mit Max Aalken ein Feldspieler ins Tor. Auch in Mecklenbeck hatte mit Philipp Cordes ein Schnapper die Rote Karte gesehen. "Es war schon im Hinspiel sehr emotional", sagte Aalken nach der Partie. Er zeigte sich erleichtert, dass sein Team nun mit 20 Punkten erstmal gut ausgesorgt und mit dem Tabellenkeller nichts mehr zu tun hat. "Da ist noch Luft nach oben, aber wir haben uns gut in der Liga zurechtgefunden."
Tore: 1:0 Kijas (13./FE), 2:0 Felder (19.), 2:1 Camara (27.), 2:2 Camara (32.), 3:2 El Lababidi (68.), 4:2 Golparvari (71.); Rote Karte: Marathons Alvey (53./Handspiel außerhalb des Strafraums), S. Kacar (ESV, 90.+5/SR-Beleidigung); Gelb-Rote Karte: El-Gaml (ESV, 90.+3/Foulspiel), Mahmut (ESV, 90.+4/Meckern)
BW Aasee II - Eintracht Münster 1:2 (0:1)
Eintracht ist nach der 0:4-Pleite beim FC Münster 05 wieder voll auf Kurs, hat nur eines der letzten sieben Spiele verloren. Im Verfolgerduell an der Bonhoefferstraße hatten die Gäste jedoch ein dickes Brett zu bohren. Mit einer Notnagel-Defensive bestehend aus drei Außenverteidigern und Kapitän Henning Berbalk, der eigentlich auf der Sechs spielt, mussten sich die Gäste erstmal eingrooven. Die Führung der Gäste ging auf das Konto von Jonay Schwarz, der nach einem tollen Flugball von Max Hellenthal den Ball aus dem vollen Lauf mit der Brust mitnahm und BWA-Schnapper Timo Steinert per Lupfer überwand. Kurz nach der Pause egalisierte dann Tom Wedegärtner nach einem langen Flugball hinter die "maximal desorganisierte Defensive" der Eintracht (Trainer Daniel Wienker). Die Eintracht fing sich schnell wieder, verpasste zunächst durch Tim Jahndorf und Jonay Schwarz (Elfer verschossen), ehe Hellenthal zehn Minuten vor dem Ende seinen Gegenspieler gekonnt auswackelte und mit einem strammen Schuss an den kurzen Pfosten den Siegtreffer besorgte. "Wir sind stolzer Best of the Rest", sagte Daniel Wienker nach der Partie.
Tore: 0:1 Schwarz (36.), 1:1 Wedegärtner (56.), 1:2 Hellenthal (80.)
SC Münster 08 III - SV Greven 2021 2:1 (0:0)
Nach der Amtsübernahme von Peter Thalmann ging es beim SV Greven zuletzt merklich bergauf. Am Kanal in Münster musste der Tabellenvorletzte nun aber wieder einen Rückschlag hinnehmen. Und der war hausgemacht, wie der neue, alte Coach betonte. "In der ersten Halbzeit haben wir geordnet und diszipliniert gestanden. Dann erzielen wir einen Zufallstreffer. Aber statt weiter zu verteidigen, kriegen wir vom Anstoß weg direkt das 1:1. Die Jungs wollten zu viel, statt einfach das mitzunehmen, was vor ihnen liegt. Ich kann's immer noch nicht begreifen." Schon beim Stand von 0:0 hätte Issa Khalfaoui die Gäste in Führung bringen können, doch er scheiterte freistehend vor Nullacht-Schnapper David Karais. Als dann Henrik Wigger eine Ecke direkt zum 0:1 verwandelte, hielt Greven alle Trümpfe in der Hand. Doch die Hausherren schlugen zurück, wurschtelten sich Sekunden nach dem Wiederanpfiff durchs Zentrum und trafen durch Mika Seidel zum Ausgleich. Nur drei Minuten später war der Nullacht-Offensivmann dann nach einem Angriff über außen erneut erfolgreich. Extrem dumm gelaufen für die Gäste. "Man muss aber auch ehrlich gestehen, dass wir nach vorne kaum Möglichkeiten hatten. Wichtig ist, dass die Jungs jetzt nicht die Köpfe hängen lassen. Sie haben jedenfalls gesehen, dass sie spielerisch mithalten können."
Tore: 0:1 Wigger (76.), 1:1 Seidel (77.), 2:1 Seidel (80.)
1. FC Gievenbeck III - TuS Saxonia Münster 1:0 (0:0)
Als letztes Team verabschiedeten sich die 49ers gegen Überraschungsteam Saxonia in die Winterpause - und das mit einem ganz, ganz, ganz wichtigen Dreier. Jan-Philipp Goos erzielte das Goldene Tor beim Sieg gegen den Tabellenfünften, durch den die Gievenbecker am SV Mauritz vorbei auf Rang zwölf zogen.
Tor: 1:0 Goos (47.)

































