Kreisliga C2 MS
Der Teamgeist ist zurück
von Alexander Eckrodt
(24.03.21) Wirklich nach Plan verlief die Saison von Portu Münster bisher nicht. Das erste Spiel gegen die SG Dyckburg ging komplett nach hinten los – die Mannschaft verlor mit 3:7. In den beiden folgenden Partien gegen SC BG Gimbte II und den ESV Münster II blieb die Mannschaft dann zwar ohne Niederlage, über ein Unentschieden kam sie aber beide Male nicht hinaus. Der Grund? Für Trainer Filipe da Costa liegt er auf der Hand: die Corona-Pandemie. "Viele Spieler konnten deswegen nicht", erklärt er.
Doch nicht alles war schlecht. In den folgenden fünf Begegnungen zeigte die Mannschaft auch immer mal wieder, was denn alles so in ihr steckt. Am vierten Spieltag gab es zum Beispiel endlich den ersten Erfolg der Spielzeit - ein 3:2 gegen den SV Mauritz II. "Wenn wir alle an Bord hatten, waren wir auch richtig gut", erinnert sich der Coach. Bis zur Corona-Pause sammelte die Truppe insgesamt elf Punkte, steht damit auf Platz acht - im Niemandsland der Tabelle. "Die Saison war bisher ganz ok", fasst es da Costa zusammen. Doch für die Ambitionen der Mannschaft ist es eigentlich zu wenig. Portu war erst in der Saison 2018/19 aus der B-Liga abgestiegen, landete in der Vorsaison immerhin auf Rang fünf. Der Trainer ist sich sicher, dass seine Jungs auch in dieser Spielzeit eigentlich zu mehr im Stande wären: "Ich glaube, dass wir ohne Corona oben mitgespielt hätten."
Endlich wieder Zusammenhalt
Und auch wenn es in der Tabelle nicht aussieht wie gewünscht, zaubert etwas anderes dem Übungsleiter ein breites Lächeln ins Gesicht: "Die Truppe hat sich richtig gut verstanden. Wir hatten richtig Spaß." Das sei in den vergangenen paar Jahren nicht unbedingt immer der Fall gewesen. Der Zusammenhalt in der Mannschaft habe sich im Vergleich zur Vorsaison deutlich verbessert. "Als wir wieder mit dem Training angefangen hatten, haben sich die Jungs richtig gefreut und wir waren freitags beim Training immer richtig gut besetzt", erklärt er. Genauso hatte sich der Trainer das auch vor der Saison vorgestellt. "Ich habe direkt gesagt, dass ich nur Leute haben will, die auch Lust haben." Wer das nicht wollte, dem zeigte der Coach die Tür. Der Teamgeist steht bei Portu im Vordergrund.
Ein Spieler sticht dennoch ein wenig hervor. Benjamin Böller erzielte bereits fünf Saisontore - das sind jetzt schon so viele wie in der Vorsaison. "Der war wieder gut dabei", freut sich sein Coach und er führt aus: "Seine Stärke ist seine Schnelligkeit. Wenn er trainiert, ist er sehr schwer zu halten." Und Böller hat trainiert. Er war regelmäßig beim Training und hielt sich so fit. Dicht hinter ihm in der internen Portu-Torjägerliste lauert Waqas Mirza, der es auf vier Saisontore brachte. Zusammen erzielten sie die Hälfte aller Buden des Teams.
Einige Baustellen in der Defensive
Während es grundsätzlich in der Offensive also ganz gut lief, hatte die Truppe vor allem in der Hintermannschaft einige Probleme. Aufgrund der vielen Ausfälle, war da Costa zu Experimenten gezwungen. Regelmäßig spielten offensiv denkende Kicker in der Abwehrkette. Mark Rocha, Bruno da Silva und Miguel Belo halfen immer wieder als Verteidiger aus, anstatt wie gewohnt auf Torejagd zu gehen. Und dann gibt es da noch eine andere Position, auf der die Kreativität des Coaches gefordert ist. "Unser eigentlicher Torwart Bruno da Silva hat eine Schulterverletzung und darf nicht mehr ins Tor. Deswegen mussten wir immer ein wenig improvisieren", erklärt da Costa. Die Folge: in den bisherigen acht Spielen wechselten sich Marc Lobbert und Ruben Guimaraes immer wieder ab und probierten sich zwischen den Pfosten. Auch wenn sich gute Arbeit leisteten – einen gelernten Keeper ersetzt das natürlich nicht.
Wenn diese Saison noch irgendwie weiter geht, steht da Costa der Mannschaft selbstverständlich noch als Trainer zu Verfügung. Wie es in der kommenden Spielzeit dann aber weitergeht, steht noch nicht fest. "Ich habe nicht mehr so viel Zeit wie früher", erklärt der Übungsleiter. Vor zwei Jahren hatte er als Trainer der Mannschaft angefangen - schon zuvor war er immer mal wieder als Coach eingesprungen. "Ich bin immer die Lösung, wenn gerade jemand gebraucht wird", sagt der 39-Jährige lachend. Sollte er aber bleiben, stellt er auch einige Neuzugänge in Aussicht.





































