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Krombacher-Pokal

Eine gute Bildqualität sieht anders aus. Andererseits: Diesen Moment kannst du sowieso nur einmal richtig erleben. Und bei der Lautstärke, die in der Mauritzer Kabine herrschte, kann man davon ausgehen, dass die Mannschaft das auch getan hat. Foto: Bruns

Abstruser Elfer-Wahnsinn! Der SV Mauritz steht im Kreispokal-Finale


Von Finn Bruns

(18.04.24) 32 Elfmeter - ja, genau, ZWEIUNDDREIßIG Elfmeter (!!!) - brauchte es, ehe der Endspielgegner des 1.FC Gievenbeck gefunden war. Der SV Mauritz feierte beim 16:15 (2:2/0:1) über den SC Münster 08 einen völlig surrealen Triumph. In Unterzahl hatte der Kreisligist während der regulären Spielzeit einen 0:2-Rückstand gegen den Favoriten aus der Bezirksliga aufgeholt, beim Shootout vom Punkt wurde es dann richtig abenteuerlich. Nils Hönicke, der etliche Regional- und Oberliga-Spiele auf dem Buckel hat und seine Mannschaft während des Spiels immer wieder nach vorne gepeitscht hatte, vergab gleich zwei Mal den Matchball für seine Mannschaft - mit dem 32. Elfmeter machte es Marcel Görlich schließlich besser und setzte dem Spiel die Krone auf. 

Die gut 200 Zuschauer, die am Donnerstagabend am Mauritzer Coppenrathsweg waren, erlebten jedenfalls ein Spiel, das sie so schnell nicht vergessen werden. Dabei hatten die Gäste lange Zeit wie der sichere Sieger ausgesehen. Nach einer halben Stunde begann Nullachts erste richtige Druckphase und nachdem ein Schuss von Tom Hemsing noch ans Außennetz gegangen war (29.), erzielte Rui Guimares die Führung. Er gewann einen Pressball im Mauritzer Strafraum, setzte sich gegen mehrere Gegenspieler durch und überwand schließlich auch Schnapper Simon König (32.). 

Lange erhöht, aber Mauritz erzwingt den Ausgleich

Kurz darauf vergaben Malte Mathieu und Joscha Lange bei einer Doppelchance das zweite Tor (36.). Nach einer guten Stunde holte Lange das dann allerdings nach, er zog von rechts nach innen und schoss den Ball platziert ins Eck - Flick-Flack-Jubel inklusive (63.). Doch plötzlich war Mauritz am Drücker, wollte unbedingt das Anschlusstor erzwingen: Felix Freytag, Justus Seifert und Till Wolf vergaben innerhalb weniger Minuten gute Chancen - doch dann dachten alle, die endgültige Entscheidung sei gefallen. Bassam Machmouchi knallte den Ball nach einem Anspiel von Guimares in die Maschen, drehte schon zum Jubeln ab - aber dem Treffer wurde wegen einer vermeintlichen Abseitsposition die Anerkennung versagt (77.). 

Das Spiel wäre tot gewesen - "gekillt", wie man heutzutage sagt. Aber zwei Minuten später, da war es wieder voller Leben, denn Till Budde traf per Abstauber zum 1:2 (79.). Die Heimkulisse stand Kopf, Mauritz wurde durch den Platzverweis, den Julian Klein-Peters nach einem groben Foulspiel kassierte (82.) eher beflügelt als geschwächt. Die Hausherren liefen jetzt an und drückten auch mit einem Mann weniger auf den Ausgleich. In der dritten Minute der Nachspielzeit strich ein abgefälschter Schuss von Nils Hönicke noch am Pfosten vorbei, bei der anschließenden Ecke landete ein Kopfball von Paul Varnhagen am Pfosten, im Nachsetzen drückte Till Wolf den Ball aber doch noch über die Linie (90.+4). Der Ausgleichstreffer, er war eine Willensleistung. 

Ein denkwürdiges Elferdrama

Doch das Drama hatte gerade erst angefangen. Nullachts Jonas Schäfer traf im Elfmeterschießen die Unterkante der Latte, der Ball prallte auf die Linie. Alle anderen Schützen waren erfolgreich, sodass Hönicke, einer der Mauritzer Erfolgsgaranten, den Matchball auf dem Fuß hatte. Doch er zielte übers Tor. Die nächsten 18 (!) Schützen trafen allesamt, dann verschoss Nullachts Fabian Stiller und Hönicke bekam wieder die Möglichkeit, seine Truppe ins Finale zu schießen - wieder drüber! Als nächstes durften die Zuschauer beim 31. Elfmeter die erste Parade bestaunen - König wehrte einen keineswegs schlecht geschossenen Schuss von Marius von Felde grandios ab, woraufhin Marcel Görlich den SVM erlöste. 

König erzählte nachher, dass es für ihn der erste Elfmeter war, den er in seiner achtjährigen Senioren-Laufbahn in einem Pflichtspiel pariert hatte. Hätte es einen besseren Zeitpunkt geben können? Doch nicht nur König, sondern vor allem Hönicke atmete nach dem Abpfiff auf - und war sich nicht zu schade, eine Kampfansage Richtung Gievenbeck rauszuhauen. "Wir fahren nicht einfach nur so nach Bösensell - wir wollen das Ding gewinnen", lautete seine klare Devise. Ja, Gievenbeck spielt eine großartige Saison in der Oberliga. Aber im Hinblick auf die Mentalität war dieser Auftritt des Finalgegners aus Mauritz Bundesliga-reif. 

Dieses Spiel, es hatte noch so viel mehr zu erzählen. Wir könnten über eine Regelbesonderheit fürs Elfmeterschießen philosophieren, wenn ein Team in Unterzahl ist. Wir könnten über einen möglichen Mauritzer Einzug in den Westfalenpokal sprechen, der selbst bei einer Finalniederlage möglich ist. Wir könnten über Wenzel Voß sprechen, der verletzt am Seitenrand mitfieberte und berichtete, dass es am Spielfeldrand viel schlimmer sei als auf dem Feld. Und, und, und... Was wir festhalten können: Dieses Spiel wird in Erinnerung bleiben. 

SV Mauritz - SC Münster 08 16:15 n.E. (2:2, 0:1)
Tore:
0:1 Guimares (32.), 0:2 Lange (63.), 
1:2 Budde (79.), 2:2 Wolf (90.+3) 
Bes. Vorkommnis: Rote Karte für Mauritz' Julian Klein-Peters (82./grobes Foulspiel) 
Elfmeterschießen: 0:1 Hemsing, 1:1 Siegert, 
1:2 Lange, 2:2 Seifert, 
Nullachts Schäfer trifft die Latte, 3:2 Baum,
3:3 Lenze, 4:3 Wolf, 
4:4 Stiller, Mauritz' Hönicke schießt drüber, 
4:5 von Felde, 5:5 Görlich,
5:6 Ricken, 6:6 Budde, 
6:7 Potthoff, 7:7 Freytag, 
7:8 Jünger, 8:8 Varnhagen, 
8:9 Mathieu, 9:9 König, 
9:10 Hemsing, 10:10 Siegert, 
10:11 Lange, 11:11 Seifert, 
11:12 Schäfer, 12:12 Baum, 
12:13 Lenze, 13:13 Wolf, 
Nullachts Stiller schießt drüber, Mauritz' Hönicke schießt drüber, 
Mauritz-Keeper König pariert gegen von Felde, 14:13 Görlich

Die Trainerstimmen: 

Ivo Kolobaric (SV Mauritz): "In diesem Spiel war alles dabei, was den Fußball ausmacht und was ein Derby ausmacht. Nullacht ist nicht umsonst Zweiter in der Bezirksliga und hätten sie das 3:0 gemacht, wäre das Spiel wohl gelaufen gewesen. Umso stolzer bin ich aber auf meine Mannschaft, wir sind mental so stark. Die Hektik, die durch die rote Karte ins Spiel kommt, hilft immer der Mannschaft, die hinten liegt. Nullacht hat die rote Karte nichts genützt und uns hat sie um zehn Prozent gesteigert. Zu elft hätten wir den Ausgleich vielleicht nicht mehr erzielt. Dass nach so einem Spiel fast alle Schützen im Elfmeterschießen treffen, kommt selten vor. Ich habe einige Male nicht hingeguckt. Aber Kroaten verlieren nie im Elfmeterschießen, habe ich vorher gesagt. So ist es gekommen." 

Gerrit Göcking (SC Münster 08): "Brutal schmerzhaft, vor allem die ganze Art und Weise. Ich glaube, es ist ein Spiel, das wir ganz klar gewinnen müssen. Wir müssen den Deckel drauf machen. Dann fällt da so ein Ei nach einem Standard, danach haben wir noch zwei Situationen, wo wir einmal das Ding von uns aus zumachen müssen und einmal nimmt der Schiri uns das 3:1 weg, wo ich nicht glaube, dass es abseits ist. Trotz Überzahl gibt es dann im Fußball immer lange Bälle vorne rein und es wird noch einmal eng. Dass er dann auch so fällt, mit dem Innenpfosten, war auch bezeichnend. So ein Elferschießen habe ich selber noch nicht gesehen, es war ganz wild. Irgendwann war die Spannung sogar fast schon weg, da hatte man kaum noch Druck vor irgendeinem Elfer. Das war schon irre."



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SV Mauritz 06 29    124:24 80  
2    FC Nordwalde 29    88:24 74  
3    SG Sendenhorst 30    86:27 74  
4    Germ. Hauenhorst 29    84:28 73  
5    VfL Billerbeck 29    86:25 71  

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