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Querpass

Heimspiel-Regelkunde: Regeländerungen


Von Thorsten Kaatz

(09.07.20) Die Regeländerungen zur neuen Spielzeit 2020/21 sind (glücklicherweise) nicht so umfangreich wie in der vergangenen Spielzeit und stellen eher kleinere Anpassungen dar. In einer kleineren Serie würde ich gerne die wichtigsten Änderungen für Spieler und Offizielle erklären.

In der Regel 12 wurde unter dem Punkt „Vorteil“ folgendes (neu) geregelt:
Bekannt ist, „wenn der Schiedsrichter bei einem verwarnungs-/feldverweiswürdigen Vergehen auf Vorteil entscheidet, muss die fällige Verwarnung/der fällige Feldverweis bei der nächsten Spielunterbrechung ausgesprochen werden.“

Neu dazu gekommen ist aber folgende Einschränkung: „Handelt es sich beim Vergehen jedoch um das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance, so wird der Spieler wegen unsportlichen Betragens verwarnt. Verhindert oder unterband er einen aussichtsreichen Angriff, wird er nicht verwarnt.“

Das kann man eigentlich an drei Beispiel gut erklären:

Im ersten Beispiel läuft der Angreifer alleine in zentraler Position auf das gegnerische Tor zu. Der Torhüter kommt ihm entgegen, um den Ball abzuwehren, kann diesen aber nicht kontrollieren, so dass der Angreifer in Ballbesitz bleibt und sich ihm eine offensichtliche Torchance bietet. Der Angreifer legt den Ball am Torhüter vorbei, dieser versucht, den Ball abzuwehren. Das misslingt ihm, denn er trifft nicht den Ball, sondern den Angreifer,  der über die Beine des Torhüters fällt. Diesen Moment frieren wir kurz ein. Würde der Schiedsrichter in diesem Moment pfeifen, wäre die Spielfortsetzung ein direkter Freistoß und der Torhüter würde mit Rot des Feldes verwiesen. Die Begründung für den Feldverweis ist das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance.

Nun rafft sich der Spieler auf und der Schiedsrichter wendet hier die Vorteilsbestimmung an, weil sich dem Spieler (wieder) eine Torchance eröffnet und er hier sogar letztendlich ein Tor erzielen kann. Hier sagt die Regeländerung jetzt Folgendes: Weil der Schiedsrichter auf Vorteil entschieden hat, wird der Torhüter in der nächsten Spielunterbrechung nicht des Feldes verwiesen, sondern er erhält wegen einer Unsportlichkeit eine Gelbe Karte. Wichtig ist, dass diese „Herabstufung“ erfolgsunabhängig ist. Weil der Schiedsrichter auf Vorteil entschieden hat, wird herabgestuft. Hätte der Angreifer in dieser Situation (nach dem Vorteil) den Ball zum Beispiel neben das Tor geschossen, so hätte es einen Abstoß gegeben und der Torhüter wäre trotzdem (nur) verwarnt worden. 

In einem zweiten Beispiel kommt es im Mittelfeld zu einem Foulspiel: Wenn der Schiedsrichter in diesem Moment unterbrochen hätte, hätte es zu einer Verwarnung für den Verteidiger geführt, weil er durch das Beinstellen einen aussichtsreichen Angriff der Mannschaft verhindert hätte. Der Angreifer hätte in den freien Raum hineinlaufen können. Auch hier wendet der Schiedsrichter die Vorteilsbestimmung an, weil aus seiner Sicht der aussichtsreiche Angriff durch die Ballmitnahme  eines weiteren Angreifers immer noch besteht. Es kommt sogar zum Torschuss. Hier besagt die Regeländerung, dass der foulspielende Verteidiger in der nächsten Spielunterbrechung nicht mehr verwarnt wird. Es wird auch herabgestuft, weil der Schiedsrichter auf Vorteil entschieden hat. 

Im dritten Beispiel kommt es ebenfalls zu einem Foulspiel im Mittelfeld und auch hier entscheidet sich der Schiedsrichter dafür, die Vorteilsbestimmung anzuwenden, weil der aussichtsreiche Angriff weiterhin besteht. In der nächsten Spielunterbrechung erhält der Foulende richtigerweise trotzdem die Gelbe Karte. Der Grund: Die Ursache für die Verwarnung ist eine rücksichtslos-rustikale Spielweise und genau deshalb wird die Verwarnung trotzdem ausgesprochen und nicht herabgestuft. Ob also herabgestuft wird bei der Vorteilsanwendung, liegt also daran, weswegen der Schiedsrichter im Moment des Vergehens die Gelbe oder Rote Karte zeigen würde. Wenn also die Intensität des Vergehens eine Gelbe oder Rote Karte rechtfertigt, wird bei Vorteilsgewährung nicht herabgestuft.

Wenn die Gelbe oder Rote Karte ihre Ursache im Unterbinden eines aussichtsreichen Angriffs (gilt als unsportlich) oder im Vereiteln einer offensichtlichen Torchance (gilt als grob unsportlich) hat, wird bei Vorteilsgewährung immer herangestuft.

Fußball ist ein einfaches Spiel - die Regeln sind allerdings nicht für jeden immer einleuchtend und verständlich. Häufig gibt es auch "Experten", die trotz völliger Ahnungslosigkeit meinen, es besser zu wissen. Um uns alle ein wenig schlauer zu machen, haben wir uns an die Lehrwarte im Heimspiel-Land gewandt, um knifflige Regelfragen näher zu beleuchten und mit Mythen aufzuräumen. Wenn auch ihr eine Regelfrage an unsere Schiedsrichter-Ausbilder habt, dann schickt uns eine E-Mail an Öffnet externen Link in neuem Fensterinfo@heimspiel-online.de!



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2    FC Nordwalde 30    92:27 77  
3    SG Sendenhorst 31    91:28 77  
4    Germ. Hauenhorst 30    87:30 76  
5    VfL Billerbeck 30    88:28 71  

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