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Norbert Krevert, Vorsitzender des Fußballkreises Münster, leitete durch die Video-Konferenz. Screenshot: Lehmann

Eine Stunde Transparenz pur


Von Christian Lehmann

(23.04.21) Videokonferenz können sie im Fußballkreis Münster, das musste man nach der einstündigen Sonder-Veranstaltung am Donnerstagabend wieder einmal feststellen. In einer einstündigen Video-Schalte erklärten der Kreisvorsitzende Norbert Krevert und seine Mitstreiter knapp 80 aktiven Teilnehmern unter anderem, warum der Verband am Montag - und nicht früher oder später - die Saison 2020/21 annulliert hat - und dass der Kreis Münster den Beschluss aus Kaiserau vollumfänglich mitträgt. Die Entscheidungs-Gewalt hat zumindest für die Kreisligen der Fußballkreis als spielleitende Stelle. 

Damit ist auch das Saisonaus für die drei A-Ligen der Männer besiegelt, die aufgrund ihrer geringen Staffelstärke bis zuletzt die leichte Hoffnung hatten, dass doch noch etwas geht. Eine bittere Nummer für Teams wie etwa A1-Primus VfL Sassenberg, der all seine sieben Spiele gewonnen hatte. In allen anderen Staffeln ist ebenfalls Schluss, überdies - das war eine bis dato neue Info - wird auch der aktuelle Kreispokal-Wettbewerb eingestampft. Bei seinen Ausführungen begnügte sich Krevert aber nicht einfach nur mit der Begründung "Is so!", sondern gab Raum zur Diskussion und stellte eindrucksvoll und glaubhaft dar, dass der Kreis die Probleme und Anliegen seiner Vereine hört.

Kritik meist nur über soziale Medien

Ein offenbar generelles Problem in diesen Tagen: Wenn Kritik an Verband und Kreis geäußert wurde, dann nicht auf direktem Wege, sondern oft ziemlich barsch über Social Media. "Ich habe in den letzten Tagen und Wochen aus Interviews in den Zeitungen und aus Kommentaren in den sozialen Netzwerken vernommen, dass manchen Trainern und Funktionären die Rahmenkriterien der Annullierung leider nicht gänzlich bewusst sind", sagte Krevert und stellte klar, dass man ihn bei Unklarheiten viel besser direkt kontaktieren könne. "Wir möchten uns in schwierigen Zeiten nicht wegducken, sondern offen mit den Themen umgehen, damit wir dann ab morgen gemeinsam wieder den Blick nach vorne richten können."

Die Entscheidung, die Saison auch in Münster zu annullieren, habe man sich alles andere als leicht gemacht. "Eine Saisonannullierung ist ein brutaler Schlag in die Magengrube aller Sportler und Vereine, aber auch für den gesamten Fußballsport im Kreis Münster. Besonders für Mannschaften, die bis zur Unterbrechung Ende Oktober auf einen aussichtsreichen Tabellenplatz standen, tut uns dieser Schritt sehr leid", so der Kreisvorsitzende. "Daher habe ich viel Verständnis dafür, dass diese Entscheidung nicht überall Erleichterung verursacht, sondern bei einigen Vereinen auch eine gewisse Wut oder Enttäuschung. Trotz allem möchte ich Sie darum bitten, mir und uns die Chance zu geben, unseren Handlungszwang und die Vorgehensweise nachzuvollziehen." 

Rien ne va plus

Diese Chance bekam und nutzte er. Mit der Anmerkung "ein Bauchgefühl hebelt keine Satzung aus" erklärte Krevert verständlich und klar, warum man sich beim Verband vor einem Jahr sehr wohl Gedanken gemacht hat. Von Anfang an habe man eine klare, faire und rechtssichere Lösung gesucht für den Fall, dass die Corona-Pandemie erneut den Spielbetrieb in Westfalen lahmlegt. Diese lautet vereinfacht gesagt: Wenn 50 Prozent, dann Wertung, wenn nicht 50 Prozent, dann Annullierung. Unter Berücksichtigung der pandemischen Lage und der noch zur Verfügung stehenden Zeit wurde Szenario um Szenario abgewogen, ehe am vergangenen Wochenende klar war: Selbst in den kleinsten Staffeln geht gar nichts mehr. 

Eine Satzungsänderung - die übrigens im Jahr 2020 nur über einen aufwändigen Weg mit Prüfung rechtlicher Szenarien, außerordentlicher Ständiger Konferenz sowie Verbandstagen in FLVW und WDFV verbunden war - sei diesmal keine Option gewesen. "Im Vorjahr war eine Änderung möglich, weil es für einen Abbruch keine Regularien in der Satzung gab", erläuterte Krevert. Dass andere Verbände früher abgebrochen hätten, sei aus seiner Sicht kein Qualitätsmerkmal oder Zeichen für bessere Strukturen: "Für uns gab es immer nur eine Richtung. Verwirrt haben nicht wir, sondern Meldungen aus anderen Landesverbänden. Man hätte mich auch anrufen dürfen, ich hätte es allen erklärt", betonte er.

"Bleib dabei" - schon 13 Vereine besucht

Als Beispiel dafür, wie sinnvoll und zielgerichtet direkte Kommunikation auch in Pandemie-Zeiten sein kann, dient das Projekt "Bleib dabei", das der Kreis gemeinsam mit dem Stadtsportbund Münster initiiert hat. 13 Vereine haben die Kreis-Delegierten bereits persönlich besucht und sich mit Abstand kurz über die derzeit wichtigsten Themen ausgetauscht. Dabei fiel auf, dass die Klubs in den vergangenen Monaten alles andere als tatenlos waren. "Wir sind positiv überrascht, wie die Sportanlagen wachsen. Da tut sich was", bemerkte Krevert mit Hinweis etwa auf das Bauprojekt in Handorf.

Was gab's sonst noch? Norbert Reisener, Ehrenvorsitzender des Fußballkreises Münster, sprach den Vereinen Mut zu und ermunterte sie, auch weiter füreinander einzustehen. "Ihre Disziplin und ihre Solidarität sind anerkennens- und lobenswert. Bleiben Sie wachsam, gesund und unserem schönen Fußballsport erhalten." Bernhard Niewöhner (Jugend) hofft auf eine entspannte Lage ab dem Sommer und kündigte an, dass die Planungen für die neue Spielzeit schon am Montag auf der Agenda stehen. Schiri-Obmann Philipp Hagemann ("Uns Schiedsrichtern geht's genauso wie den Spielern und den Trainern, wir würden gerne lieber heute als morgen zurück auf den Platz") wies unter anderem auf den ersten fast komplett virtuellen Anwärterlehrgang ab 8. Mai hin. Helmut Thihatmar, Vorsitzender des Kreis-Fußballausschusses, stellte sich für Rückfragen zur Verfügung. 

 

Wichtige Fragen und Antworten:

 

Wird es die sogenannte "50-Prozent-Regel" auch in der nächsten Saison geben?

Krevert: Das ist in Klärung. Vielleicht gibt es Anpassungen zu einheitlicheren Regelungen. Darüber werden sich die Verantwortlichen des FLVW mit den Kollegen vom Niederrhein und Mittelrhein austauschen. Ich habe aber gehört, dass diese Regelung in vielen Verbänden bis hin zur DFB-Spitze für Akzeptanz und Begeisterung gesorgt hat.

 

Warum werden die erzielten Ergebnisse und die erreichten Punkte nicht wie in Bayern in die nächste Saison mitgenommen?

Krevert: Wir sind vor einem Jahr davon überzeugt gewesen, dass wir mit den 50 Prozent eine fantastische Regelung gefunden haben und waren absolut sicher, dass wir damit durchkommen. Aber die Pandemie hat leider eigene Regeln. Eine Saison mit wechselnden Kadern über zwei Jahre zu spielen, halte auch ich für nicht sinnvoll. Ich bin froh, dass wir so nicht entschieden haben. In Bayern sind auch nicht alle begeistert.

 

Für wann ist die erste Pokalrunde der neuen Saison geplant? Wäre es theoretisch möglich, die ersten Spiele auch vor dem offiziellen Saisonstart am 15. August auszutragen?

Krevert: Wir versuchen, die Pokalrunde diesmal in die Saison zu legen. Wir wollen den Vereinen die Möglichkeit geben, ihre Vorbereitung nach eigenem Ermessen zu organisieren - ohne Pflichtspiele. Das sind aber momentan nur vage Planungen. Wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt und sind flexibel.

Auch der Ehrenvorsitzende des Fußballkreises, Norbert Reisener, sprach den Vereinsvertretern Mut zu. Screenshot: Lehmann


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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SV Mauritz 06 30    129:28 83  
2    FC Nordwalde 30    92:27 77  
3    SG Sendenhorst 31    91:28 77  
4    Germ. Hauenhorst 30    87:30 76  
5    VfL Billerbeck 30    88:28 71  

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