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Kreisliga A

Guido Göcke drückt Germania Hauenhorst in der nächsten Saison aus der Ferne die Daumen. Foto: Renger

Göcke geht im Guten


Von Christian Lehmann

(14.06.24) An der Algarve im Süden Portugals versuchten Guido Göcke und ein Großteil seiner Mannschaft am letzten Wochenende, die Köpfe frei zu bekommen und einen Haken an diese am Ende dann doch ziemlich ernüchternde Spielzeit zu machen. Vieles hatten sie im Waldpark richtig gemacht in der Saison 2023/24, aber eben nicht alles. Weil der 1. FC Nordwalde den im Winter noch scheinbar enteilten Herbstmeister mit einer Monster-Serie noch überholte, blieb der Coach auf seiner ersten Trainerstation unvollendet - zumindest in Sachen Titel.

Heimspiel-Redakteur Christian Lehmann sprach mit dem scheidenden Übungsleiter über das packende Saison-Finish und das, was hängen bleibt nach einer intensiven Zeit im Waldpark.

 

Hallo Guido! Du bist gerade frisch von der Mannschaftsfahrt aus Albufeira an der portugiesischen Algarve zurück. Hast Du alles heil überstanden? 
Göcke: Ja. Das war schon eine geile Fahrt. Wir waren mit 19 Mann vor Ort, hatten eine ziemlich coole Finca mit einem schönen großen Pool, einer Grillstelle, einem Billardtisch, einem Kicker und und und. Da ging richtig die Luutzi ab...

Musstest Du auf die Jungs aufpassen? Wer hat's am wildesten getrieben?
Göcke (lacht):
Nene, ich konnte mich schon fallenlassen. Ich muss ja jetzt kein Training mehr leiten... Bei der zweiten Frage halte ich mich lieber zurück. Es gab schon drei, vier Jungs, die eine richtig gute Ausdauer hatten. Namen wirst du von mir aber nicht hören.

War die Stimmung trotz verpasster Meisterschaft okay?
Göcke:
Absolut, die Stimmung war teilweise sogar richtig euphorisch. Wir haben ja schon am Sonntag nach dem letzten Spiel die Saison in der Kühlen Quelle in Hauenhorst Revue passieren lassen. Letztlich waren wir uns alle einig, dass wir eine richtig gute Runde gespielt haben. Natürlich waren alle Jungs etwas bedröppelt, dass es nicht geklappt hat. Ich hatte aber das Gefühl, jeder kann das einordnen. 


Wie ordnest Du mit etwas Abstand die Erlebnisse vom letzten Spieltag ein? Bis zum Abpfiff des Parallelspiels zwischen Borussia und Nordwalde durftet ihr noch vom Aufstieg träumen...
Göcke:
Während des Spiels war das schon eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Eigentlich sollte keiner der Jungs das Ergebnis vom Teekotten wissen, weil wir uns ausschließlich auf uns selbst konzentrieren wollten. Irgendwann sickerte aber durch, dass es dort in der ersten Halbzeit sehr eng zuging und Borussia sogar in Führung gelegen hatte. In der Trinkpause hieß es dann plötzlich, dass Nordwalde mit 4:1 führt. Damit war bei uns dann erstmal der Stecker gezogen. Die Truppe war ein bisschen niedergeschlagen, der Traum war gefühlt schon geplatzt. Als dann bei uns Schluss war und Nordwalde nur noch mit 4:3 führte, haben wir die Nachspielzeit über das Handy von Marvin Ahmann live geschaut und gehofft, dass noch was passiert. Dem war aber leider nicht so....


Was war letztlich entscheidend dafür, dass es nicht gereicht hat? Das 0:2 bei GWA? Das 0:2 gegen Nordwalde? Das 0:0 gegen Leer?
Göcke:
Es gab auch noch ein 1:1 in der Weiner, zwei Remis gegen Borussia II und eins gegen St. Arnold. Es fällt mir schwer, da in der Nachbetrachtung ein Spiel herauszupicken. Nochmal, wir haben eine bockstarke Runde gespielt. Wenn Du so viele Punkte holst wie wir, stehst Du am Ende der Saison in der Regel ganz oben. Vielleicht hat uns in den drei Spielen, die Du genannt hast, einfach nur die nötige Durchschlagskraft und das Quäntchen Glück gefehlt. Die Spiele waren ja nicht schlecht und allesamt auf Messers Schneide. Wenn wir da selbst in Führung gehen, gewinnen wir vielleicht eines dieser Spiele - und dann sieht das Ganze anders aus. Aber es ist müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.


Mit den Verantwortlichen in Hauenhorst bist Du im Guten auseinander gegangen, obwohl man sich im Winter gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden hat. Da ist also nichts hängen geblieben?
Göcke:
Nein. Sie haben sich bei mir bedankt dafür, dass ich es bis zum Ende durchgezogen habe und wie ich mit der Situation umgegangen bin. Ich schaue jetzt lieber nach vorn und nicht mehr zurück.


Hat das Ganze den weiteren Saisonverlauf nicht beeinflusst?
Göcke:
Ich habe im Winter ja bereits gesagt, dass ich die Entscheidung nicht so ganz nachvollziehen kann. Wir haben vom Trainerteam schließlich gute Arbeit verrichtet. Dass ich damals nicht der erste Ansprechpartner war, fand ich etwas enttäuschend und schade. Aber man muss auch nicht immer mit jeder Entscheidung d'accord sein. Wichtig ist, wie man damit umgeht. Für mich war im Winter sofort klar, dass ich die Mannschaft nicht im Stich lassen kann. Natürlich hat es das für alle Beteiligten nicht einfacher gemacht, aber ich habe das jetzt auch nicht als Störfeuer gesehen.


Was bleibt hängen nach zwei Jahren in Hauenhorst?
Göcke: 
Ich bin den handelnden Personen sehr dankbar für das Vertrauen, das sie mir entgegen gebracht haben. Ich habe in Hauenhorst eine richtig schöne Zeit gehabt, die ich nicht missen möchte. Auch sportlich war es eine runde Sache, auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht. Wir sind in meinem ersten Jahr am 34. Spieltag auf einen Abstiegsplatz gerutscht und mit 43 Punkten abgestiegen. Im zweiten Jahr haben wir eine starke Rückrunde gespielt, in dieser Saison hat nicht viel zum Aufstieg gefehlt. Es war eine tolle Zeit mit vielen guten Begegnungen. Mich würde es sehr freuen, wenn die Jungs es im nächsten Jahr packen würden, wieder aufzusteigen. Ich kann nur aus der Ferne die Daumen drücken, dass der Fußballgott im nächsten Jahr wieder ein Hauenhorster ist.


Wer oder was wird dir am meisten fehlen?
Göcke:
Die Nähe zum Sportplatz war schon sehr angenehm. Ich hab's zwar nicht immer gemacht, aber ich hätte immer mit dem Fahrrad zum Training fahren können. Es gibt viele Personen in der Mannschaft, mit denen man durch dick und dünn gegangen ist. Wenn ich da jetzt drei oder vier rauspicken würde, dann  würde das vielen anderen nicht gerecht werden. Wobei ich sagen muss: Julian und Janni Krause sind schon zwei richtig geile Typen.


Bald geht's dich beim SC Altenrheine weiter. Es ist zu hören, dass Du deinem Co-Trainerkollegen Mario Brinkmann eine Kampfansage gemacht hast und ihm den Platz streitig machen willst...
Göcke (lacht):
Mir ist auch schon klar, aus welcher Richtung das kommt. Grüße an Marc Wiethölter. Wir haben in unserer gemeinsamen Gruppe schon ein bisschen gefrotzelt. Obwohl wir noch gar nicht zusammen auf dem Platz standen, macht es jetzt schon richtig viel Spaß mit den beiden. Mario ist mega heiß, der will unbedingt spielen. Ich bekomme auch ein Trikot, gehe aber nicht mit der Erwartung in die Saison, dass ich 30 Spiele machen. Wir haben eine sehr gute Band beisammen und vor allem in der Innenverteidigung viele gute Spieler. Diesen Jungs möchte ich schon gerne den Vortritt lassen. Ich glaube, die Rollen sind da klar verteilt. Mario ist schon noch ein bisschen heißer, auf dem Platz zu stehen. Wenn ich ihm dafür im Abschlussspiel immer wieder mal den Ball durch die Beine jagen kann, bin ich zufrieden...


Welche Ziele hast Du mit dem Team?
Göcke:
Alles andere als der Aufstieg wäre eine Riesenenttäuschung! Nein, Spaß beiseite. Altenrheine hat in den vergangenen Jahren einen kometenhaften Aufstieg mitgemacht und in der Landesliga eine richtig gute Rolle gespielt. Wenn wir es schaffen, auch in der nächsten Saison wieder in diese Tabellenregion zu kommen, haben wir alle einen top Job gemacht, glaube ich. Es fällt mir allerdings auch schwer, die Mannschaft jetzt schon zu bewerten, weil ich sie in der vergangenen Saison nur zweimal gesehen habe. Da braucht es schon ein paar Eindrücke mehr.



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Kreisliga A Münsterland

Pl. MannschaftSp. TorePkt.
1    SV Mauritz 06 30    129:28 83  
2    FC Nordwalde 30    92:27 77  
3    SG Sendenhorst 31    91:28 77  
4    Germ. Hauenhorst 30    87:30 76  
5    VfL Billerbeck 30    88:28 71  

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