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Kreisliga B-Aufsteiger 2014/15: SuS Neuenkirchen IV

Kapitän Daniel Heßling nutzte das Meisterbier als Pokalersatz.
Der erste Dank von Michael Dirkes galt der Gemahlin.

Vierte zieht nach


von Alex Piccin

(21.06.15) Der Rahmen für das Aufstiegsspiel zwischen SuS Neuenkirchen IV und SV Burgsteinfurt III war prächtig bereitet. Das Sepp-Herberger-Stadion in St. Arnold war mit gut 450 Zuschauern gefüllt, die dem schmuddeligen Wetter trotzten. Besonders die SVB-Anhänger machten beim Einlauf ihrer Mannschaft ordentlich Alarm. Am Ende schlug die Stimmung um, denn SuS behielt mit 5:2 (1:1) die Oberhand. Dadurch folgt die Vierte der fünften Mannschaft und spielt im nächsten Jahr in der B-Liga.

Von der tollen Stimmung ließen sich die Akteure allerdings nur bedingt mitreißen, denn nach einer guten Möglichkeit vom Stemmerter Marcel Leschinsky, der freistehend aus zwölf Metern vorbeischoss (5.), passierte bis zur halben Stunde gar nichts. Doch dann flammten die Qualitäten der Akteure auf. Christian Bertels steckte auf Michael Adiek durch. Im Zweikampf wurde er etwas abgedrängt, doch aus spitzem Winkel zirkelte Adiek das Leder um Keeper Ramtin Radghassabeh vorbei ins lange Eck (28.). Die Jubeltraube hatte sich gerade erst aufgelöst, da schlug der SVB zurück. Johannes Günther nahm aus 23 Metern Maß und überwand SuS-Schnapper Manuel Heßling zum Ausgleich (29.).

Beteiligten ging die Flatter

Die Nervosität war den Spielern weiterhin anzumerken, die Zuspiele in die Spitze kamen zu ungenau, um für Gefahr zu sorgen. Erst kurz vor der Pause kam SuS mal wieder durch, doch Seref Ürkmez und Jens Berning vertändelten die Kugel. Die Partie lebte von ihrer Dramatik. Für Neuenkirchens Co-Trainer Matthias Dirkes aber offenbar etwas zu viel, denn den Zuschauern vertraute er an: "Das ist viel zu spannend."

Dem schafften seine Schützlinge unmittelbar nach Wiederbeginn Abhilfe. Aus gut 25 Metern prüfte Bertels Radghassabeh, der zur Ecke abwehrte. Diese zirkelte Berning anschließend maßgenau auf den Kopf von Raphael Vollrath, der das 2:1 markierte (47.). In der SVB-Defensive schlichen sich immer mehr Fehler ein, wie in der 53. Minute, als ein Verteidiger über den Ball schlug und Bertels den Weg zum 3:1 frei machte. Doch Radghassabeh agierte aufmerksam und rettete in höchster Not. Kurz darauf erneuerte sich das Duell - erneut mit Unterstützung eines SVB-Abwehrspielers, der unter einem hohen Ball hindurch sprang. Bertels' Drehschuss touchierte die Oberkante der Latte (53.).

Wiecher ebnet den Weg

Wiederum 180 Sekunden später, die nächste Großchance für SuS. Thomas Wiecher nahm sich eines Freistoßes von der rechten Strafraumecke an. Unhaltbar flog das Spielgerät an Radghassabeh vorbei ins obere Kreuzeck (56.). Die Stemmerter wussten in dieser Phase nicht so richtig, wo oben und unten ist. Das nutzte Neuenkirchen: Erneut wurde eine Ecke nur unzureichend geklärt, Wiecher nahm von der Sechzehnergrenze den Abpraller direkt - 4:1 (62.).

Sollte es das schon gewesen sein? Denkste! Quasi im Gegenzug hatte sich Tom Guddorp auf rechts durchgesetzt. Seinen Querpass verwertete Leschinsky aus kurzer Distanz zum 2:4 (64.). Die Burgsteinfurter witterten ihre Chance. Leschinsky versuchte es dieses Mal aufs kurze Eck, doch Heßling reagierte stark (74.). Burgsteinfurt erzielte durch Christopher Engbring vier Minuten später zwar den Anschlusstreffer, doch das Schiedsrichtergespann hatte zuvor eine Abseitsposition erkannt. Engbring wollte es nicht wahrhaben und protestierte lauthals, was ihm vom Unparteiischen die Ampelkarte einbrachte (78.).

Die Überzahl nutzte Neuenkirchen prompt. Wiecher setzte sich auf links durch, flankte auf Adiek, der einen Schritt schneller als Radghassabeh war und zum 5:2-Endstand einköpfte (80.). Spätestens jetzt war sich SuS-Coach Michael Dirkes sicher, was ihm und seinem Bruder Matthias nach dem Schlusspfiff blühen würde. So brachte er schleunigst Handy und Portemonnaie bei seiner Frau in Sicherheit. Kaum ertönte der dreifache Pfiff des Schiedsrichters, gab es die erbarmungslose Sekt- und Bierdusche für das Trainerteam.

Stimmen des Aufsteigers

Trainer Michael Dirkes: "Beide Mannschaften waren mit Sicherheit arschnervös. Keiner wollte den ersten Fehler machen. Wir wussten um die Stärken des SVB mit Marcel Leschinsky und Artiom Railean, aber dennoch war es ein wenig eine Wundertüte. Ich hatte im Vorfeld gehört, dass sogar einer mitspielen sollte, der noch nie dabei war. Wie dem auch sei: In der Halbzeit haben wir die Mannschaft auf ihre Stärken fokussiert. So viele Spiele wurden in dieser Saison in der zweiten Halbzeit aufgrund unserer guten Kondition gedreht. Nach dem 4:2 kam Burgsteinfurt noch etwas auf, aber nach dem 5:2 war die Messe gelesen."

Co-Trainer Matthias Dirkes: "Die zwei Tore nach der Halbzeit haben uns in die Karten gespielt. Hinten raus hatten wir mehr Luft", nannte Co-Trainer Matthias Dirkes den Grund des Erfolgs. "Jetzt feiern wir durch bis Freitag, anschließend geht's auf Malle weiter."

Doppeltorschütze Thomas Wiecher: Eine ganz besondere Geschichte ist der Aufstieg für Thomas Wiecher. Nach der im März erlittenen schweren Gesichtsverletzung hatte der Angreifer in der vierten Mannschaft wieder so richtig Fuß gefasst. "Ich habe hier langsam wieder reingefunden und ausgeholfen. Ich wollte heute unbedingt mitspielen, es hat sich gelohnt."
Zwei Treffer hat Wiecher selbst gemacht, zwei weitere aufgelegt: "Geile Tore, mache ich auch nicht alle Tage. Wer weiß, vielleicht waren es die letzten. Mal sehen, wie es in der nächsten Saison weitergeht. In den nächsten Tagen erwarten wir Zuhause Nachwuchs."

SuS Neuenkirchen IV - SV Burgsteinfurt III     5:2 (1:1)
1:0 Adiek (28.), 1:1 Günther (29.),
2:1 Vollrath (47.), 3:1 Wiecher (56.),
4:1 Wiecher (62.), 4:2 Leschinsky (64.),
5:2 Adiek (80.)
Gelb-Rot:
Engbring (78./SVB, Meckern)



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