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Ein Bild vom Trainingsstart des Vorjahres, inzwischen hat die Dritte des FCE ihr erstes Jahr gemeistert. Ein Projekt, das Spaß macht. Foto: FCE

"Ein absoluter Glücksfall"


Von Fabian Renger

(19.06.20) Da streifen wir nichtsahnend durch Fussball.de und werden stutzig. Beim FC Eintracht Rheine III taucht doch glatt der Name Rainer Tenelsen in der Kaderliste auf. Fünf Einsätze, 161 Minuten. Tenelsen ist seit einem Jahr Trainer der damals aus der Taufe gehobenen Truppe. Und Tenelsen ist schon fast 60. Er wollte versuchen, der Mannschaft noch einmal Erfahrung zu vermitteln. Das stellte sich schwieriger raus als vermutet. "Ich habe gedacht: In der Kreisliga C kann man das mal machen, aber das ist gar nicht so einfach", sagt er und lacht. "Das hätte ich nicht gedacht, die Jungs sind so schnell teilweise."

Fit hält er sich zwar noch bei den Alten Herren in Spelle, kicken kann er auch - früher lief er in der Verbandsliga auf. Aber die Grundschnelligkeit und den nötigen Antritt hat er nun nicht mehr unbedingt. Was nicht all zu schlimm ist, in seiner Mannschaft sollen eigentlich andere ran. 36 (!) eingesetzte Spieler haben wir bei Fussball.de gezählt. Ein Pfund. "Du hast immer wieder andere Gesichter beim Training, damit musste ich mich erstmal abfinden", kommentiert Tenelsen. Familienväter, Leute, die auswärtig studieren, beruflich stark eingespannte Spieler. Eine Umgewöhnung für ihn. Aber so ist das halt in der Kreisliga C. Tenelsen:"Es ist schwierig, da eine Struktur reinzubringen."

Löderbusch ist ein "Vorzeigespieler"

Das hat soweit aber ganz gut funktioniert. Platz 10, 18 Punkte, 36:60 Tore. Ein guter Start angesichts des Spieler-Memorys. Das Team speist sich aus Kickern wie Marius Roß oder Jonas Laurenz, die damals der A2 des Vereins entsprungen waren, und aus erfahrenen Kräften wie beispielsweise Secal Moral, der beim Alter schon eine 4 vorne stehen hat. "Eine mega Altersspanne, das ist kunterbunt", bemerkt der Übungsleiter. Goalgetter mit sechs Hütten und Mann mit der meisten Einsatzzeit ist Constantin Löderbusch, früher auch mal in der Bezirksliga aktiv. "Constantin ist ein guter Fußballer, der technisch viel kann, auch vorangeht und Spaß hat", lobt Tenelsen. "Das ist so ein Vorzeigespieler, die wollen nochmal. Solche Leute braucht man."

Er selbst war sowieso überrascht, als irgendwann das Telefon klingelte. Der FCE wolle wieder eine Dritte melden, ob er denn nicht als Trainer Lust hätte? Er war verdutzt. Und er überlegte. "Eigentlich war das Thema Fußball für mich nicht mehr relevant", erinnert er sich. Nach seinem Engagement bei Portu Rheine hatte er abgeschlossen mit dem Thema. Eigentlich. Er horchte in sich hinein und fragte sich: Will ich das überhaupt noch? Er entschied: Ja, ich will. "In mir sitzt noch der Spaß", berichtet Tenelsen. Gelohnt hat es sich für ihn. "Es ist für den Anfang schonmal gut angelaufen", findet er.

B-Liga? "Kein Druck auf dem Kessel!"

Im Verein teilen sie diese Meinung. Timo Winter ist Sportlicher Leiter der Reserve und der Tenelsen-Gang. Er ist maximal einverstanden mit dem Premierenjahr und der Wiedergeburt der Mannschaft:"Es ist ein sehr stabiles Konstrukt, das sich gebildet hat. Du hast zusätzliche Optionen, die Durchlässigkeit zwischen 2. und 3. Mannschaft ist gegeben." Er verweist auf beispielsweise eben jenen Roß, der auch zwischenzeitlich mal in der Reserve aushalf. So soll es sein. "Für uns als Verein ist ist das ein absoluter Glücksfall, das macht Spaß", sagt Winter. Mittelfristig würde auch durchaus wieder in Richtung B-Liga geschielt. Gleichwohl betont er:"Wir haben überhaupt keinen Druck auf dem Kessel!"

Tenelsen ist derweil überzeugt, dass seine Jungs dazu das Zeug hätten:"Da wächst was zusammen." Die Chemie stimmt. Einige Nasen kennen sich ganz gut und auch ihren Trainer von früher, als Tenelsen selbst noch in der A- und B-Jugend der Eintracht als Trainer tätig war. "Sie sind alle etwas erfahrener, reifer geworden. Sie haben Bock und wollen die Dritte hochbringen", lobt der Boss und schaut positiv in die Zukunft:"In den nächsten zwei, drei Jahren rücken viele jüngere Spieler aus der Jugend nach, die nicht sofort den Sprung in die Zweite schaffen." Vielleicht suchen wir seinen Namen dann bald vergebens auf der Kaderliste...



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