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Kreispokalsieger 2015/16: SuS Neuenkirchen

Als Kapitän Lars Pöhlker den Pokal in die Höhe reckte, gaben die Neuenkirchener noch ein letztes Mal Gas. Danach waren sie froh, dass eine lange, anstrengende Saison nun vorbei ist.
Alex Hollermann (v.), hier gegen Julian Knocke, behauptete sich als Alleinunterhalter in der Offensive oft gut.
Mirco Husmann entschied die Partie mit seinem Doppelpack.
Nach seinem zweiten Tor zeigte Husmann die Überreste eines Ankers auf seinem Arm. Wohl ein Überbleibsel der Malle-Fahrt...

Husmann reißt die Mauer ein


Von Christian Lehmann

(03.06.16) Yannick Beermann ist beim Kreisliga A-Meister aus Hauenhorst für ziemlich viel bekannt. Ganz sicher aber nicht für seinen Torriecher. Als Germania Sechser nach fünf Minuten eine herrliche Flanke von Christian Ebbeler zur 1:0-Führung im Kreispokalfinale gegen Oberligist SuS Neuenkirchen abgeschlossen hatte, erzitterte das Waldparkstadion in seinen Grundfesten. Dass der frühe Treffer gegen den vier Spielklassen höher um Ligapunkte spielenden Favoriten nicht reichen würde, war fast abzusehen. Trotzdem brauchte der SuS etwas Zeit und ein wenig Glück, um die Partie endgültig zu drehen und nach einem 3:1 (1:1)-Sieg wie schon in der Vorsaison den Kreispokalsieg zu feiern.

"Ich denke, das war eine gelungene Veranstaltung. Die Mannschaft hat das in meinen Augen sehr gut und diszipliniert gespielt. Ich wüsste gar nicht, ob wir aus dem Spiel was zugelassen haben", sagte Hauenhorsts scheidender Trainer Christoph Klein-Reesink nach dem Spiel. Abgesehen von Torjäger Alex Hollermann, der wie ein Tiger an der Mittellinie umher schlich und auf Kontersituationen lauerte, nahmen all seine Feldspieler im Bus Platz, den sie vor dem eigenen Strafraum parkten. Für zu Spielbeginn recht pomadige Neuenkirchener gab es da kein Durchkommen. Erst in der 27. Minute erarbeitete sich der auf dem linken Flügel aufgebotene Bernd Schlüter die erste echte Torchance, doch Karsten Wessel blockte seinen Abschluss. Mehr als einen Kopfball von Daniel Seidel ans Außennetz (30.) und eine gute Szene von Julian Knocke, dem Germania-Keeper Jan Westhoff die Kugel gerade noch weg fischte (35.), brachte der SuS nicht zustande.

"Es ist schwierig, Lücken zu finden, wenn der Gegner dermaßen tief steht und das Zentrum so zustellt. Wir haben versucht, den Gegner durch Seitenverlagerungen zum Laufen zu bekommen. Wichtig war, dass wir Laufbereitschaft zeigen und Räume reißen. Da haben vielleicht ein paar Spieler die langen Wege nicht gemacht", monierte Trainer Tobias Wehmschulte nach dem Spiel. Er und die rund 400 Zuschauer hätten mit Germanias zweitem gefährlichen Angriff fast das 2:0 gesehen. Christian Ebbeler, der auf dem linken Flügel Meter abriss ohne Ende, wurschtelte sich - diesmal über rechts - mit einem eleganten Roulette à la Zidane durch, seine flache Hereingabe fand aber keinen Abnehmer (41.).

Jan Westhoff hatte weniger zu tun, als viele erwartet hatten.
Germanias Bester: Christian Ebbeler (l.).

Foul oder kein Foul?

Auf der Gegenseite schlug der Oberligist dann aber doch noch zu: Daniel Seidel ging rustikal gegen Christian Heuvers zu Werke, Bernd Schlüter bekam den Ball, rutschte beim Schuss sogar noch weg, trotzdem passte das Ding - 1:1 (42.). Schiedsrichter Thomas Wessel, der die Partie äußerst souverän leitete, ließ sich auch von den wilden Protesten der Hauenhorster nicht beeindrucken. "Ob's Freistoß ist oder nicht, der Schiri hat's nicht gepfiffen, also ist es keiner", wich Klein-Reesink einer Bewertung der durchaus strittigen Szene aus. Wehmschulte wurde deutlicher: "Auf keinen Fall, für mich war's überhaupt kein Foul, sondern ein ganz normaler Zweikampf." Trotz des Ausgleichs waren die SuS-Kicker zur Pause genervt, bei ihren Angriffsbemühungen ständig gegen eine Mauer zu rennen. "Wir gehen keine Eins-gegen-Eins-Situationen", beklagte Schlüter vor dem Gang in die Kabine. Recht hatte er. 

Trainer Wehmschulte wusste jedoch, wofür das Ganze gut war. "Die erste Halbzeit haben wir gebraucht, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Der Gegner war in der zweiten Halbzeit müde. Dadurch sind mehr Räume entstanden." Wenige Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, da hatte Wessel die nächste knifflige Entscheidung zu treffen. Jürgen Heckmann hatte Knocke an der Strafraumkante gehalten, es gab nur Freistoß. Diesen setzte Schlüter haarscharf über die Latte (46.). 

Feines Füßchen

Auch danach tat sich der Oberligist schwer. Letztlich brachte ein Freistoß aus halbrechter Position von Mirco Husmann, der durch den Sechzehner segelte und im langen Eck einschlug (1:2/63.), die Germania-Mauer zum Einsturz. "Der ist schwer zu verteidigen. Ich wüsste gar nicht, wann wir das letzte Mal ein Gegentor nach einem Standard kassiert haben. Aber gut, das sind vier Ligen Unterschied, da darf das mal", kommentierte Klein-Reesink. Er sah wenig später, wie Husmann erneut sein feines Füßchen dazu nutzte, für den feinen Unterschied zu sorgen. Nachdem sich seine Offensivkollegen Schlüter und Seidel festgedribbelt hatten, schnibbelte er den Ball aus 20 Metern trocken in den Winkel - ein Traumtor (1:3/66.).

Aber auch ein Tor, dass der Attraktivität des Spiels nicht zuträglich war. Die Germanen waren nun platt und glaubten nicht mehr wirklich an ihre Chance, während der SuS den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren ließ und auf den Schlusspfiff wartete. Für tapfere Germanen ergab sich in der Schlussminute aber doch noch eine richtig fette Chance: Sven Mersch setzte sich über rechts durch und bediente den eingewechselten Ole Liemann, der das Tor knapp verfehlte.

Trotzdem war Klein-Reesink hochzufrieden und stolz auf sein Team: "Wir wussten schon, dass wir unsere Kräfte ein bisschen einteilen mussten. Das 1:0 gibt uns natürlich einen Schub, da läuft man dann schon ein bisschen. Wenn es frühzeitig 0:2 steht, nimmt das Spiel eine andere Wendung. Wenn das hier 6:0 steht, gehen die Zuschauer nach 70 Minuten nach Hause. So war es für uns ein super Abschied."

Germania Hauenhorst - SuS Neuenkirchen     1:3 (1:1)
1:0 Beermann (5.), 1:1 Schlüter (42.),
1:2 Husmann (63.), 1:3 Husmann (66.)
Hauenhorst: Westhoff - Ahmann (71. Mi. Heckmann), Ma. Heckmann, Hauptmeier, Wessel - Beermann, J. Heckmann (71. Emmerich) - Mersch, Heuvers, Ebbeler (69. Liemann) - Hollermann
Neuenkirchen: Fiedler - Osterhaus (76. Roß), Fuchs, Janning, Sandmann - Pöhlker, Nesar (76. Egbers) - Husmann (73. Heckmann), Knocke, Schlüter - Seidel

Die Entscheidung: Soeben hat Mirco Husmann den Ball per Freistoß in die lange Ecke gezwirbelt.
Hier wird Bernd Schlüter noch geblockt. Wenig später traf er zum 1:1-Ausgleich.

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