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A-Liga-Aufsteiger: 1. FC Nordwalde II

Dennis Heinze (r.) ließ den Stresspegel bei Jens Kunze des Öfteren steigen.
So jubelten die Nordwalder nach Till Diepenbrocks Ausgleichstreffer.

Das "Wunder von Bernd" ist Realität


Von Christian Lehmann

(05.06.16) Ein gnadenloser Fußballgott schenkte dem Skiclub Rheine und der Zweitvertretung des 1. FC Nordwalde beim Entscheidungsspiel im Sportpark Gellendorf die volle Palette Dramatik. Nachdem sich beide Teams 120 spannungsgeladene Minuten über den Platz geschleppt hatten, musste die Entscheidung um den A-Liga-Aufstieg vom Elfmeterpunkt fallen. In der Lotterie versagten dann Patrick Engelkes die Nerven. Der Flügelspieler des Skiclub Nordwest leistete sich den einzigen Fehlschuss und sackte frustriert zusammen, als Nordwaldes Steffen Braun den entscheidenden Elfmeter zum 6:5 (1:1/0:0)-Sieg verwandelt hatte.

Sichtlich emotional haderte sein Trainer Thomas Sandmann anschließend mit der für ihn und sein Team grausamen Fügung des Schicksals: "Wer verschießt? Unser bester Mann! Er hat uns mit seiner Leistung in den letzten Spielen erst hier hin gebracht. Ich nehm's ihm nicht übel."

Wöstmann hält und trifft

Das taten ganz sicher auch die Nordwalder nicht, die nach über zwei Stunden extremster Nervenstimulation völlig platt, aber überglücklich waren. Vor allem Keeper Sascha Wöstmann, der nicht nur Engelkes' Elfer parierte, sondern auch noch selbst vom Punkt traf. "Er ist ein guter Fußballer. Den kann man auch aufs Feld stellen", meinte Nordwaldes Aufstiegstrainer Bernd Hahn, der noch am Freitag beim Abschlusstraining einige Elfmeter schießen ließ. "Er hat einen unheimlich harten Schuss, wenn der aufs Tor kommt, ist es schwer für den Torwart."

Während die 20 Feldspieler ackern mussten ohne Ende, hatten sowohl Wöstmann als auch sein Pendant auf der anderen Seite, Alexander "Katze" Schmitz, während der Partie jedoch recht wenig zu tun. In puncto Fußball-Unterhaltung boten beide Teams nämlich eher magere Kost. Die bessere Spielanlage und größere Ballbesitzanteile hatten die Nordwalder, der Skiclub verteidigte exzellent und war bei Kontern latent gefährlich.

Der entscheidende Elfmeter: FCN-Schnapper Sascha Wöstmann taucht ab und pariert das Geschoss von Patrick Engelkes.

Wenig Torraumszenen

Die erste und einzige echte Chance in Durchgang eins verzeichnete Dennis Heinze. Die Leihgabe aus der ersten Mannschaft profitierte von einem Ballverlust von Skiclubs Matthias Löcke und setzte den Ball knapp unten rechts am Tor vorbei (36.). Etwas munterer wurde es in Durchgang zwei. Und jetzt spielte auch der Club mit. Ein Kopfball von Marcel Rottewert verfehlte noch sein Ziel (58.), doch dann war es soweit. Michael Machnitzke setzte sich über die rechte Seite durch, flankte den Ball in die Mitte. Dort fand er in Giacomo Sandmann einen dankbaren Abnehmer. Das 1:0 (58.) versetzte die Skiclub-Anhänger unter den rund 800 Zuschauern im Sportpark in einen extatischen Zustand, der allerdings nicht lange andauern sollte.

Schon Sekunden nach der Führung der Rheinenser hatte FCN-Joker Till Diepenbrock den Ausgleich auf dem Fuß, als sich dann Heinze über links durch die Club-Abwehr gepflügt und quer gelegt hatte, gelang ihm dann doch das 1:1 (69.). Als dann auch noch der just eingewechselte Julian Brüning in einem unglücklich fiel und mit Verdacht auf Unterarmbruch wieder raus musste (80.), war die Stimmung im Lager der Sandmann-Elf im Keller. Matthias Schäfer hätte ihnen dann den K.O.-Hieb versetzen können, doch Nordwaldes Zehner rauschte an einer Hereingabe von Braun vorbei (86.). In der Verlängerung wankten beide Teams dann wie zwei kaputte Boxer durch den Ring, die einzig fette Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden, hatte Engelkes, der den Ball knapp neben das Tor setzte (99.). Eben jener Engelkes, der kurz darauf zum tragischen Helden werden sollte...


Skiclub Rheine - 1. FC Nordwalde II     5:6 n.E. (1:1/0:0)
1:0 Sandmann (65.), 1:1 Diepenbrock (69.)
Elfmeterschießen:
2:1 Löcke, 2:2 Schäfer,
Engelkes verschießt, 2:3 Diepenbrock,
3:3 Heckmann, 3:4 Heinze,
4:4 Sandmann, 4:5 Wöstmann,
5:5 Schäperklaus, 5:6 Braun
Skiclub: Schmitz - Kunze, Schäperklaus, Heckmann, Löcke - Schadwill, Möller - Machnitzke, Sandmann, Engelkes - Rottewert; Eingewechselt: Brüning, Berges, Roß
Nordwalde: Wöstmann - Roters, Krumbeck, Markfort, Schemmann - E. Schäfer, Lambers - Wähning, M. Schäfer,  Wähning - Heinze; Eingewechselt: Diepenbrock, Gerlach

Nach dem Führungstreffer seines Sohnes Giacomo rastete Skiclub-Coach Thomas Sandmann am Rand völlig aus.


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