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Querpass

Schiedsrichter Norbert Buss entschied am Sonntag in Neuenkirchen in den strittigen Szenen genau richtig.

Die Krux mit der Notbremse


Von Christian Lehmann

(15.05.18) Wenn es im Kampf gegen den Abstieg zur Sache geht, liegen die Nerven nicht selten blank. So auch am Sonntag in Neuenkirchen, als es am Rande des Derbys zwischen dem SuS III und dem TuS St. Arnold hitzige Wortgefechte und reichlich Diskussionen gab. Was in unserer Öffnet externen Link in neuem FensterBerichterstattung nicht ganz deutlich wurde: Schiedsrichter Norbert Buss, der sich nach der Partie massive Beschwerden der Neuenkirchener anhören musste, hatte alles richtig gemacht.

Nicht zum ersten mal sieht Kreis-Schiedsrichter-Lehrwart Jan Lohmann einen seiner Unparteiischen zu Unrecht am Pranger. Er stellt klar: "Jeder darf gerne seine Meinung äußern, aber wenn die Trainer aus Unwissen Unfug erzählen, wird das unseren Schiedsrichtern nicht gerecht." Lohmann betont, er habe im Zusammenhang mit den Regeländerungen, die zur Saison 2016/17 wirksam wurden, den Vereinen das Angebot unterbreitet, die Trainer zu schulen. "Wir haben allerdings nur von zwei oder drei Vereinen Rückmeldungen bekommen."

Der Wille, den Ball zu spielen, ist entscheidend

Tatsächlich wissen viele Aktive und Verantwortliche nämlich noch immer nicht, wie die genaue Regelauslegung bei einer Notbremse ist. So auch in Neuenkirchen, wo Buss - richtigerweise - Thomas Wiecher wegen Haltens zur Vereitlung einer klaren Torchance im Sechzehner die Rote Karte zeigte. Lohmann stellt klar:"Nur wenn eine Notbremse im Strafraum ballorientiert ist, gibt es keine Rote Karte mehr. Halten ist aber nicht ballorientiert."

Weiteren Anlass zu Diskussionen lieferte die lange Spielunterbrechung nach der Verletzung von St. Arnolds Torhüter Tolga Ari. Alexander Abrams, der nicht auf dem Spielberichtsbogen stand, aber seine Ausrüstung dabei hatte, zog sich um und durfte rein. Auch das ist regelkonform, wie Lohmann betont: "Die Behandlung eines Torwarts darf komplett auf dem Spielfeld erfolgen. Zudem darf das Spiel nicht fortgesetzt werden, wenn kein Torhüter auf dem Platz steht." 

Dies unterstreicht auch Gerhard Rühlow, Staffelleiter der Kreisliga A. Es sei auch überhaupt kein Problem, einen Spieler nachträglich in den Spielbericht einzutragen, sofern dieser über eine gültige Spielberechtigung verfügt. "Wir sind ja kein Fußball-Verhinderungsverband. Selbst wenn überhaupt kein Spielbericht vorliegt, kann und muss gespielt werden", sagt Rühlow. Zudem sei es unerheblich, wie viel Zeit bis zur Spielfortsetzung vergeht. Interessant ist das auch im Zusammenhang mit den jüngsten Spielabbrüchen nach dem Unwetter vom Sonntag. Bis zu 45 Minuten Warten sei durchaus üblich, aber nicht vorgeschrieben. Abrams hätte sich - theoretisch - also noch etwas Zeit lassen dürfen mit dem Umziehen.

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