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Querpass

Diesem Kreisvorstand haben die Delegierten das Vertrauen für die kommende Legislaturperiode ausgesprochen (v.l.n.r.): Heinz-Gerhard Hüweler (Kreis-Jugendobmann), Jürgen Lütkehaus (Kreis-Schiedsrichter-Obmann), Manfred Eppenhoff (Kreiskassierer), Werner Wehmschulte (Leichtathletik-Obmann), Wilfried Helmer (Staffelleiter Kreisliga C, Super-User DFBnet), Judith Finke (Kreis- und Vereinsentwicklung), Hans-Dieter Schnippe (Kreisvorsitzender), Jörg Brandhorst (stellv. KV, Staffelleiter Kreisliga B), Manfred Bröker (Staffelleiter Frauen-Kreisliga), Hans-Dieter Puls (Obmann Freizeit- und Breitensport), Gerhard Rühlow (Fußballobmann, Staffelleiter Kreisliga A).

Schnippe macht's noch ein letztes Mal


Von Christian Lehmann

(09.04.19) Eine Amtsperiode noch, dann ist aber wirklich Schluss: Hans-Dieter Schnippe (77) wurde im Kommunikationszentrum der Kreissparkasse Steinfurt am Montagabend einstimmig zum Kreisvorsitzenden wiedergewählt. Aufgrund der vom Verband Ende des vergangenen Jahres beschlossenen Altersgrenze von 75 Jahren wird sich jedoch beim nächsten Kreistag im Jahre 2022 der Kreisvorstand gezwungenermaßen radikal verändern müssen. 

"Sie haben mir wenig Probleme gemacht, mein Amt auszufüllen", dankte Schnippe den Abgeordneten der Vereine. Der Mann hat Spaß an seiner Arbeit, das machte er im Laufe des Abends auch mehrfach deutlich. Länger darf es der mit 30 Jahren an der Spitze des Fußballkreises inzwischen dienstälteste Kreisvorsitzende in Westfalen aber eben nicht tun. "In drei Jahren steht ein anderer hier. Sie dürfen sich gern schon einmal Gedanken machen." Auch für Fußball-Obmann Gerhard Rühlow (84), Kreiskassierer Manfred Eppenhoff (72), Freizeit- und Breitensport-Obmann Hans-Dieter Puls (77) und den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Jörg Brandhorst (71) steht die letzte Amtszeit an. 

Verjüngung im Vorstand und bei den Sportgerichten

Frisches Blut braucht der Kreis. Einen Schritt in diese Richtung unternahm der Kreisvorstand mit der Berufung von Judith Finke für den neu geschaffenen Posten der Kreis- und Vereinsentwicklung. Die ehemalige Verbandsligaspielerin des SC Preußen Borghorst, die auch eine Mädchen-Kreisauswahl trainiert, hatte ihr Amt bisher kommissarisch ausgeführt und wurde nun von der Versammlung einstimmig bestätigt.

Auch das Kreis- und das Bezirks-Sportgericht werden deutlich verjüngt. Weil Stefan Over, 2. Geschäftsführer bei Westfalia Leer, in seinem Verein kräftig trommelte, wird Christoph Arning künftig das Kreis-Sportgericht als Einzelrichter verstärken. Dem Gremium um den Vorsitzenden Bernhard Grotholt gehören weiterhin Dietmar Kaiser, Jürgen Kockmann und Eberhard Brunsch an. Dem Bezirks-Sportgericht wird künftig neben dem stellvertretenden Vorsitzenden Carlo Willers mit Dennis Laukötter (34), ebenfalls Westfalia Leer, ein weiterer Vertreter des Kreises angehören. Fußball-Obmann Rühlow brachte kurz vor dem Ende der Versammlung noch einmal deutlich zum Ausdruck, dass es Nachahmern von Overs außerordentlichen Engagements bedarf, damit in drei Jahren die Vorstandsbänke nicht unbesetzt bleiben. 

Schiedsrichterei am Scheideweg?

Unbesetzt ist das passende Stichwort, denn wie in den vergangenen Jahren knisterte es förmlich im Raum, als Kreis-Schiedsrichterobmann Jürgen Lütkehaus ans Mikrofon trat. "Ich habe in den vergangenen Jahren gemault und geschimpft - ohne Wirkung", sagte er, bevor er sachlich-nüchtern, aber bestimmt alarmierende Zahlen vortrug. Sieben Anwärter-Lehrgänge wurden in den vergangenen drei Jahren angeboten, nur fünf konnten durchgeführt werden. Von 59 ausgebildeten Schiedsrichtern sind heute nur noch 39 aktiv, knapp 70 Prozent der neuen Schiris sind unter 18 Jahre alt. Im Vergleich zu anderen Kreisen (Ahaus-Coesfeld, Münster, Tecklenburg, Unna-Hamm), die bei neuen Schiedsrichtern solide Zahlen vorweisen können, hinkt der Kreis Steinfurt massiv hinterher. 40 Schiedsrichter haben zum gegenwärtigen Zeitpunkt das Mindest-Soll, 15 Spiele in einer Saison zu leiten, noch nicht erreicht. Weil bereits zehn Schiedsrichter angekündigt haben, dass sie in der kommenden Spielzeit nicht mehr zur Verfügung stehen, geht der Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss mit 119 Unparteiischen in die neue Saison. 160 wären mindestens nötig, um alle Spiele zu besetzen, sagt der KSO. Einen Aufsteiger habe der Kreis, der in grauer Vorzeit Bundesliga- und Regionalliga-Schiedsrichter hervorgebracht hat, schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gestellt.

Als "Schwarze Schafe", die besonders viele Mannschaften zum Spielbetrieb gemeldet haben, aber nur wenige Schiedsrichter stellen, nannte Lütkehaus SuS Neuenkirchen, Borussia Emsdetten und die Sportfreunde Gellendorf. Über dem Soll bewegen sich der SV Burgsteinfurt, Amisia Rheine, SW Weiner, Westfalia Leer, Westfalia Bilk, Vorwärts Wettringen, der SV Mesum und Matellia Metelen. Bei fast allen dieser Klubs, so Lütkehaus, gebe es Schiedsrichter-Obleute, die gezielt neue Unparteiische ansprechen. Nur so könne es vorangehen. Weil fast alle Vereine im Kreis das Schiedsrichter-Soll nicht erfüllen, werden jährlich über 20.000 Euro in die Kreiskasse gespült. "Glauben Sie mir, wir legen darauf keinen Wert und würden gerne auf das Geld verzichten", betonte Schnippe. 

Keine Verlängerung, vierter Wechsel und mögliche Punktabzüge 

Der Kreisvorsitzende und Fußballobmann Gerhard Rühlow informierten darüber hinaus über elementare Änderungen, die unsere Fußballer betreffen. So hat der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) bei seiner jüngsten Ausschusssitzung beschlossen, dass mit Beginn der neuen Saison in allen Spielklassen bis zur Oberliga Westfalen eine vierte Einwechslung zulässig ist. Außerdem zieht ein Nichtantritt einer Mannschaft im laufenden Ligaspielbetrieb nach dem 1. Mai im darauffolgenden Spieljahr einen Abzug von drei Punkten nach sich. "Wir haben festgestellt, dass in der Vergangenheit in diesem Zeitraum einige Spiele abgesagt wurden", so Schnippe. Vor allem in Spielklassen, in denen das Torverhältnis Relevanz hat, könnten so Meisterschaften und Abstiegskämpfe beeinflusst werden.

Mit einer weiteren Neuerung wartet der Kreissparkassen-Cup auf, dessen Erstrundenpaarungen am Montagabend ebenfalls ausgelost wurden, auf. Bei einem Gleichstand nach 90 Minuten schließt sich hier künftig direkt ein Elfmeterschießen an, eine Verlängerung entfällt. Für diese Änderungen hat sich das Gremium zum einen entschlossen, um die Chancen der "Kleinen" auf eine Sensation zu erhöhen. Ein weiterer Grund ist rein praktischer Natur: Durch die entfallende Verlängerung sind nun deutlich spätere Anstoßzeiten unter der Woche möglich. Entscheidend für das Heimrecht im Kreispokal ist die Klassenzugehörigkeit ab dem 1. Juli, das klassenniedrigere Team hat ein Heimspiel.

 

Diese Themen waren beim Kreistag noch wichtig:

Berichte: Der Kreisvorsitzende Hans-Dieter Schnippe führte aus, dass seit dem jüngsten Kreistag im April 2016 ein Verein neu aufgenommen (FSV Ochtrup), und zwei Vereine abgemeldet (Arminia Ochtrup, SG Elte Leichtathletik) wurden. Der Verein Ditib Türk Rheine wurde ausgeschlossen. Im Kreis gibt es aktuell 33 Fußball-Vereine (-1) mit 88 Seniorenmannschaften (+6), darunter 19 Frauenteams und zwei Frauen-Spielgemeinschaften. Hinzu kommen elf Leichtathletik-Vereine bzw. -Abteilungen. Im Vergleich zu anderen Kreisen sei die Leichtathletik bei uns noch sehr lebendig, betonte LA-Obmann Werner Wehmschulte. Kreiskassierer Manfred Eppenhoff präsentierte kurz und bündig solide Zahlen, Vorstands-Neuling Judith Finke wies für den Bereich der Kreis- und Vereinsentwicklung speziell auf den Vorstands-Treff am 29. Mai (Veranstalter wird noch gesucht) und den Tag des jungen Ehrenamts am 22. Juni in Kaiserau hin. Der Vorstand wurde nach Vortrag der Berichte einstimmig entlastet.

Wahlen: Neben dem Kreisvorsitzenden Schnippe wurden auch Fuball-Obmann Gerhard Rühlow, Kreis-Schiedsrichter-Obmann Jürgen Lütkehaus, Kreiskassierer Manfred Eppenhoff und Leichtathletik-Wart Werner Wehmschulte für drei weitere Jahre in ihr Amt gewählt. Kreis-Jugendobmann Heinz-Gerhard Hüweler wurde bereits beim Kreis-Jugendtag das Vertrauen ausgesprochen, seine Wahl wurde nun noch einmal bestätigt. Dem erweiterten Kreisvorstand gehören auch weiterhin die Staffelleiter Jörg Brandhorst, Wilfried Helmer, Manfred Bröker sowie Freizeit- und Breitensport-Obmann Hans-Peter Puls an. 

Kreis-Sportgericht: Der Vorsitzende Bernhard Grotholt wies darauf hin, dass das Kreis-Sportgericht gemäß neuer Rechts- und Verfahrensordnung nur noch im schriftlichen Verfahren urteilt, mündliche Verfahren sind nur noch auf ausdrücklichen Wunsch des Beschuldigten oder des betroffenen Vereins möglich. In der laufenden Spielzeit habe es 13 Einzelrichter-Verfahren gegeben, sechs davon wegen Schiedsrichter-Beleidigung, sieben aufgrund von Unsportlichkeiten, Tätlichkeiten, Bedrohungen oder Beleidigungen.

Ehrenamt: Marianne Finke-Holtz, Vize-Präsidentin Breitensport im FLVW, besuchte den Kreistag als Delegierte und betonte, dass der Verband die Vereine und ihre Ehrenamtlichen wieder mehr in den Vordergrund rücken wolle. Der Rückgang von 566 Jugendmannschaften im Verbandsgebiet sei alarmierend. "Wir müssen den Sport in den Vereinen wieder attraktiver machen, vor allem die Wertschätzung für das Ehrenamt muss sichtbarer werden." Besonders erfreut war der Kreisvorsitzende, dass die jüngsten Meldungen des Kreises für Ehrenamtspreise häufig vom Verband auch für die Ausschreibungen auf Bundesebene weitergemeldet wurden. Bedauerlich sei in diesem Zusammenhang, so Schnippe, dass nur zwei Vereine Vorschläge für den diesjährigen DFB-Ehrenamtspreis abgegeben hätten. 

Datenschutz: Die neue Datenschutz-Verordnung zwingt den Kreis, Anschriften- und Telefonverzeichnisse, etwa von Schiedsrichtern, nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Bei Spielverlegungen und -Absagen werden die Geschäftsführer gebeten, Telefonnummern beim Kreis-Schiedsrichterobmann oder seinen Ansetzern zu erfragen. In der Regel ist die Nummer des angesetzten Unparteiischen auch über das DFBnet einzusehen. 

Verabschiedungen: Karl-Heinz Hornung wurde und Hermann Schlepers wurden aus dem Kreis-Sportgericht (ehemals Kreis-Spruchkammer) verabschiedet. Schlepers war 30 Jahre lang Mitglied des Gremiums, 27 Jahre davon als Vorsitzender. Franz Neugebauer zieht sich nach 21 Jahren als Vertreter des Kreises beim Bezirks-Sportgericht zurück. 

Sonstiges: Matellia Metelen, der FSV Ochtrup, der SV Wilmsberg und Eintracht Rodde hatten keinen Vertreter entsandt und müssen Strafe zahlen. 



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3    Germ. Hauenhorst 23    75:25 60  
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