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Das Entscheidungsspiel um den A-Liga-Aufstieg zwischen dem Skiclub Rheine und dem FC Galaxy Steinfurt war das Schiri-Highlight von Max Mendrina.

Die Leiden des Max Mendrina


von Christian Lehmann

(05.06.20) Nicht selten ist es ja so, dass Schiris Schiris werden, weil sie selbst mit dem Ball nicht ganz so gut umgehen können. Bei Max Mendrina (29) ist das ganz bestimmt nicht der Fall. Der für Germania Hauenhorst pfeifende Referee zählte in der Jugend zu den größten Talenten im Rheiner Fußball, in der Saison 2011/12 kickte er sogar für Emsdetten 05 in der Westfalenliga. 

Eine schwere Knieverletzung sorgte dafür, dass er sich 2013 endgültig vom aktiven Fußball zurückzog. Da er schon seit 2008 den Schiri-Schein hatte, versuchte der Sport- und Fitnesskaufmann daraufhin sein Glück ausschließlich an der Pfeife. Doch auch hier können einen Verletzungen zurückwerfen. Über seine Leidenszeit und die Coronakrise, aber auch besonders schöne Momente und die Pläne für die Zukunft haben wir mit ihm gesprochen.

 

Hallo Max! Du hast lange kein Spiel mehr geleitet - länger noch als viele deiner Kollegen. Hast Du in den letzten Wochen mal mit dem Gedanken gespielt, einfach mal wieder für irgendeinen Trainingskick die Pfeife in die Hand zu nehmen?
Mendrina:
Nein, auf keinen Fall. Wenn ich das machen würde, dann wäre ich die längste Zeit Schiedsrichter gewesen. Es gibt vom Verband die klare Ansage, dass bis zum 31. August keinerlei Spiele gepfiffen werden dürfen. Wenn das passiert, dann würde nicht nur ich, sondern auch der Fußballkreis und die beteiligten Mannschaften große Probleme bekommen.

Wie erlebst Du die Corona-Krise?
Mendrina:
Ich habe bis zu meinem Fahrrad-Unfall ein Fitness-Studio in Nordhorn geleitet und war zuletzt lange krank geschrieben. Innenbandriss, Außenmeniskusriss, Knorpelschaden, Kreuzbandriss - das volle Programm. Seit Beginn der Corona-Krise bin ich wieder voll fit. Ich kann aber verstehen, dass in meiner Branche gerade nicht wie wild Personal gesucht wird. Also treibe ich viel Sport und halte mich fit.

Was fehlt dir am meisten?
Mendrina:
Die Zusammenkünfte mit Freunden, oder dass man sich einfach mal wieder zusammen in die Kneipe setzt. Leider ist bei mir auch ein geplanter Malle-Urlaub drauf gegangen. Natürlich würde ich auch gerne endlich mal wieder auf dem Platz stehen. Aber das fehlte mir auch schon vor Corona.

Du warst eigentlich ein richtig guter Fußballer. Warum bist Du Schiedsrichter geworden?
Mendrina:
Ich habe mir beim Spiel gegen den SV Wilmsberg II mit Germania Hauenhorst eine schwere Knieverletzung zugezogen. Ich habe zuerst gedacht, die sitze ich aus und komme ganz schnell zurück. Mit der Zeit habe ich aber auch gemerkt, dass es ganz angenehm ist, nicht mehr dreimal die Woche zum Training zu müssen. Hin und wieder jucken die Füße schon etwas, aber es ist ganz gut auszuhalten. Als Fußballer konnte ich irgendwann meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden.

Welche Erlebnisse haben dich als Fußballer geprägt?
Mendrina:
Ich hatte eine unfassbar geile Jugendzeit, im Seniorenbereich hielt sich der Erfolg dann aber leider in Grenzen. Die Saison mit Emsdetten 05 mit dem Westfalenliga-Abstieg war sportlich bitter, aber auch diese Zeit will ich nicht missen. Das war zwischenmenschlich eines der geilsten Teams, in dem ich je spielen durfte. 

An welche Schiedsrichter-Highlights erinnerst Du dich?
Mendrina:
Die Aufstiegsspiele in Hauenhorst zwischen Ochtrup und Altenrheine und später zwischen Skiclub und Galaxy Steinfurt vor über 1000 Zuschauern. Das war schon geil. Aber es gab auch einige Kreispokal-Endspiele, die ich pfeifen durfte. Oder auch ein Freundschaftsspiel zwischen dem FCE Rheine und Preußen Münsters A-Jugend als Assistent. Als Linienrichter bin ich ja leider eher selten im Einsatz.

Gab es unschöne Momente?
Mendrina:
Ich erinnere mich an ein Kreispokalendspiel in der Jugend zwischen Altenrheine und Emsdetten 05. Da habe ich im Elfmeterschießen einen Versuch wiederholen lassen, weil sich der Torhüter zu früh von seiner Linie bewegt hat. Darauf, das zu unterlassen, hatte ich ihn vorher explizit hingewiesen. Man kann mit mir danach gerne darüber sprechen, aber die Art und Weise, wie das geschehen ist, war nicht in Ordnung. Das war aber vergleichsweise harmlos - und die einzige blöde Situation, an die ich mich erinnere.

Wohin willst Du noch als Schiedsrichter?
Mendrina:
Ein konkretes Ziel habe ich eigentlich nicht. Ich möchte aber schon mindestens noch eine Liga höher, in die Landesliga. Mit Gespann zu pfeifen, ist schon angenehmer. Außerdem hat es praktische Gründe. Derzeit haben wir mit Philippe Najda und Jan Lohmann nur zwei Schiedsrichter, die in der Landesliga oder höher pfeifen. Wenn wir noch mehr Landesliga-Schiris haben, dann können wir unseren jüngeren Kollegen öfter die Möglichkeit geben, in höheren Gefilden Erfahrungen zu sammeln.



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