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Kreisliga A TE

Marcel Czichowski hat noch viel vor mit dem SV Büren.

"Kann die Jungs ja nicht älter zaubern"


von Fabian Renger

(29.03.19) Einst holte sich Marcel Czichowski fast 23 Spieler zum SV Büren. Mittlerweile ist er ein Dauerbrenner beim SVB, er bleibt über den Sommer hinaus Coach des A-Ligisten. Es wird sein fünftes Jahr. Selten war es allerdings so unangenehm wie in dieser Jahr und selten musste er so viel Unheil auf einen Schlag verkraften.

Erst am Wochenende fehlten Czichowski massig Spieler. Luca Riehemann ging angeschlagen ins Match, sein etatmäßiger Torwart Nick Gumenschaimer lag mit Magen-Darm flach, Kai Hartmann fiel verletzt aus, Jannik Ribeiro hat sich nach kurzem Comeback auch wieder verabschiedet - sein Zeh ist gebrochen. Edgar Hildmann konnte gar noch kein Spiel in diesem Jahr absolvieren. Wichtige Stützen, Leistungsträger, die fehlen, das spürt Czichowski.

Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2:8 verlor Büren bei der ISV-Reserve, zum zweiten Mal in diesem Jahr acht Gegentreffer. Im Kreispokal gab es in dieser Saison mal neun Buden, gegen Halen sieben, Hörstel schenkte dem SCH immerhin fünf ein. So oft Haue, so häufig Prügel. Wir haben ausführlich nachgebohrt beim Trainer des Tabellenzehnten.

Heimspiel: Marcel, hast du dich schon erholt von der letzten Woche?
Czichowski:  Ach, ich bin ja schon mit argen Zweifeln in das Spiel gegangen, weil bei uns so viele Leute verletzungsbedingt gefehlt haben. Nach der ersten Halbzeit hätten wir meiner Ansicht nach schon führen müssen, aber in der zweiten Halbzeit sind uns dann einfach die Körner ausgegangen...

Ja, das war schon tatsächlich eine Latte an Spielern. Es haben auch einige angeschlagen gekickt, oder?
Czichowski: Wir hatten zwei Leute auf dem Platz, die mit Fieber gespielt haben, damit wir überhaupt 14 Spieler zusammen hatten. Leider ausgerechnet unsere beiden Außenverteidiger Binak Mehaj und Andi Nagava, der eigentlich gar nicht hätten spielen dürfen. Andererseits hat bei der ISV aber auch alles geklappt.

Im Tor stand Nino Lücke. Eigentlich Trainer eurer A-Jugend...
Czichowski: Ja, Nick lag ja flach. Nino hatte zuerst ein Spiel mit der A-Jugend und um sieben Minuten nach eins war er in Ibbenbüren, um Viertel nach war Anstoß. Er hat sich nur schnell umgezogen und direkt ins Tor gestellt, weil wir sonst keinen Keeper gehabt hätten. Der Tag war schon sehr unglücklich.

 Nicht zum ersten Mal in dieser Saison.
Czichowski:
 Häufig ist es einfach so, dass wir extrem viel Verletzungspech hatten in diesem Jahr. Gegen Halen, als wir sieben Dinger bekommen haben, hatten wir beispielsweise zwölf Verletzte. Das ist ein Grund.

Und der zweite?
Czichowski: Mit Sicherheit der Altersschnitt des Kaders. Wir haben einen Altersschnitt von knapp 21 Jahren. Da fehlt es an Erfahrung. Unsere Viererkette besteht in der Regel aus vier 19-Jährigen. Nach vorne haben wir ja eine gewisse Qualität, aber an der Arbeit nach hinten müssen wir noch arbeiten. Da unterlaufen uns zu viele individuelle und auch gruppentaktische Fehler.

Wie reagiert ihr darauf?
Czichowski: Wir haben gesagt, dass wir drei bis vier Spieler zur neuen Saison holen wollen, die uns qualitativ und auch von der Altersstruktur die Erfahrung auf den Platz geben. Ich kann ja von keinem 19-Jährigen erwarten, dass er voran geht und der dann niemanden hat, an dem er sich orientieren kann. Die neuen Spieler werden über einen gewissen Erfahrungsschatz verfügen und unserer jungen Truppe auch eine gewisse Stabilität verleihen. Namen kann ich aber noch nicht kundtun.

Schade. Also ist der Altersschnitt dir momentan der größte Dorn im Auge und was werden das für Spieler sein?
Czichowski: Die Jungs sind talentiert und auch von der Veranlagung her eine der besten Truppe der Liga, das sagen mir auch immer wieder gegnerische Trainer. Es ist aber aktuell so, dass was wir uns in den Spielen mühsam etwas aufbauen und reißen das mit dem A**** wieder ein. Das ist aber ein kalkuliertes Manko. Wir haben uns vom Söldnerklub, so wie uns viele bezeichnet haben, als wir in der ersten Saison 23 Spieler geholt haben, zu einem Verein entwickelt, der von 22 Spielern 18 Leute in der Mannschaft hat, die direkt oder indirekt aus der eigenen Jugend kommen. Darauf bin ich sehr stolz. Da war eben kalkuliert, dass es so eine Phase geben wird, von der wir lernen müssen. Auf acht sieben Tore kann ich verzichten, die Jungs auch. Aber solche Erfahrungen bringen einen auch weiter. Im Sommer wird es auch eine kleine Erfrischungskur von außen geben. Aber Spieler, die auch eine gewisse Verbindung zum Verein haben und die uns qualitativ einen Riesen-Schritt weiter bringen...

Söldnerklub?
Czichowski: Es gab ja immer diese Gerüchte, wo sich die Leute gefragt haben: Warum wechselt ein Dennis Kleingünther, ein Kai Hartmann damals nach Büren? Da muss es doch Geld geben...aber da war und ist nichts dran. Hier gibt's kein Geld, maximal einheitliche Trainingsklamotten, Zuschüsse für Fußballschuhe und so etwas. Oder so Highlights wie das Spiel des VfL Osnabrück oder die Reise nach Mallorca. Das sind Argumente, die die Jungs bewegen, zu uns zu kommen. Und dass wir uns was aufbauen wollen.

Was wollt ihr denn euch denn konkret aufbauen? 
Czichowski: Wir möchten natürlich auch irgendwann unter die Top drei und um den Aufstieg mitspielen. Dass das diese Saison nichts wird, war uns ja auch schon fast klar. Wir haben gesagt, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz holen wollen. Das ist auch weiter unser Ziel und machbar. Außerdem möchten wir als Mannschaft reifen und individuell besser werden.

Wann sollen es die top drei werden?
Czichowski: Ich hab noch zweieinhalb Jahre Vertrag und ich möchte das schon miterleben, dass wir oben mal mitspielen. Aber das muss nicht nächste oder übernächste Saison sein. Wir sind und bleiben ein kleiner Verein. Wir wollen einfach das Maximale aus den Möglichkeiten herausholen, was das dann genau ist, kann ich nicht so genau sagen. Mit zum Teil zwölf Verletzte, ist das aber alles schon schwierig. Wenn wir eine Saison mit relativ wenig Verletzten haben, haben wir schon eine Qualität, die nicht zu verachten ist. Die Jungs sind heiß darauf, Fußball zu spielen, super wissbegierig, setzen Dinge sehr schnell um. Wir müssen aber lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Und ich glaube, da können nur erfahrene  Leute helfen und das Thema kann man aktuell nur extern hereinbringen. Ich kann die Jungs ja nicht drei Jahre älter zaubern.

Also wird es nächstes Jahr dann weniger Packungen geben für euch?
Czichowski: Ja. Vielleicht habe ich die Jungs ein stückweit überfordert, weil ich einfach Bock habe, mit jungen Leuten zu arbeiten. Diese Hilfestellung werden wir bekommen und eine gute Runde spielen. Wo wir dann am Ende landen, das wird man sehen. Erstmal ist es wichtiger, dass die Jungs sich nochmal weiter entwickeln und dann einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht haben.

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5    Arm. Ibbenbüren 19    63:31 45  

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