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Doppelpass

Christian Loetz (l.) und Tobias Stenzel hören nach dieser Saison in Mettingen auf. Es soll nicht ihre letzte gemeinsame Trainerstation bleiben. Foto: Renger

Eine optimale Combo


von Julian Schimmöller

(30.04.21) Dreieinhalb Jahre lang coachten Tobias Stenzel und Christian Loetz die erste Mannschaft der Mettinger Eintracht. Nach dieser Saison ist nun Schluss - aus privaten Gründen. Vor allem das Thema Nachwuchs spielte bei der Entscheidung eine große Rolle, langweilig wird den beiden also nicht. Wir haben uns mit dem scheidenden Trainerduo unterhalten - über den Abschied in Corona-Zeiten, über die schönsten und bittersten Erfahrungen und über eine Rückkehr auf die Trainerbank.

Tobias und Christian, seit letzter Woche ist klar: Neben eurer vorletzten wird auch eure letzte Saison unvollendet bleiben. Ihr wart sportlich gut unterwegs, darüber hinaus stellt man sich den Abschied wohl immer anders vor - wie bitter ist das für euch?

Christian Loetz: Ehrlich gesagt war es, als die Meldung kam, nicht mehr so wild. Es war so zu erwarten und dementsprechend war man dann auch darauf vorbereitet. Bei den aktuellen Zahlen und der ausstehenden Menge an Spielen wäre eine Fortsetzung einfach nicht mehr zu leisten gewesen. Das ist natürlich schade, aber nun mal nicht zu ändern. So konnten wir aber zumindest damit beginnen, uns zu verabschieden.

Wie läuft denn so eine Verabschiedung in Corona-Zeiten?

Loetz: Von der Mannschaft haben wir uns erst einmal in einer großen Zoom-Konferenz verabschiedet. Dabei soll es aber natürlich nicht bleiben: Sobald es möglich ist, wollen wir eine richtige Abschiedsfeier nachholen.
Tobias Stenzel: Darüber hinaus sind wir aktuell auch noch dabei, die Spieler einzeln anzurufen. Da geht es auch darum, sich bei jedem nochmal zu bedanken für eine richtig schöne Zeit.

Apropos schöne Zeit: Welche Highlights sind euch besonders im Kopf geblieben?

Stenzel: Sportlich sicherlich die Saison 2018/19. Unsere einzige komplette Saison, die mit Platz drei richtig gut lief. Besonders gerne erinnere ich mich an ein Nachholspiel in Hörstel, das damals Tabellenführer war. Nach 50 Minuten haben wir 4:0 geführt und am Ende mit 4:2 gewonnen. Dadurch waren wir oben dran und auf dem Rückweg war ich mir sicher: Diese Saison machen wir das. Leider lief es dann doch anders und Hörstel ist am Ende Meister geworden.
Loetz: An das Spiel denke ich auch gerne zurück, was ich aber auch richtig cool finde: Auch in schwierigen Zeiten haben wir immer zusammengehalten. Es gab teilweise niederschmetternde Niederlagen, aber gerade danach waren wir häufig 20 Leute beim Training. Da wollten die Jungs dann gemeinsam den Karren wieder aus dem Dreck ziehen.
Stenzel: Die Trainingsbeteiligung muss man sicherlich hervorheben, wir waren eigentlich nie weniger als 15 Leute. Es hat also super zusammengepasst, wir haben uns immer zu 100 Prozent wohlgefühlt und identifizieren uns nach wie vor voll mit dem Verein. Wir hatten auf und neben dem Platz viel Spaß zusammen, dazu passte auch die sportliche Entwicklung - eine optimale Kombination!

Neben den vielen schönen Erinnerungen: Weches waren die bittersten Momente?

Loetz: Für mich war es in der Vorsaison die 1:7-Klatsche in Tecklenburg. Wir waren vor der Saison einer der Favoriten, standen nur knapp hinter Tecklenburg und lagen dann nach einer halben Stunde mit 5:0 zurück. Das war sehr enttäuschend.
Stenzel: Für mich war es in der aktuellen Spielzeit das 2:3 gegen Steinbeck. Danach war ich richtig niedergeschmettert, nach wie vor ist diese Niederlage für mich unerklärlich.
Loetz: Aber wie bereits gesagt: Auch nach diesen bitteren Niederlagen haben die Jungs weiter richtig angepackt, um aus einem Tief schnell wieder rauszukommen.

Das Positive überwiegt also, trotzdem hört ihr nach dieser Saison auf - warum?

Loetz: Ich habe bereits einen kleinen Sohn und werde im Sommer zum zweiten Mal Vater. Deshalb lasse ich es dann erstmal entspannter angehen.
Stenzel:
Bei mir ist es ähnlich: Ich bin seit dreieinhalb Wochen Vater, möchte mich deshalb mehr um Haus und Familie kümmern. Und frischer Wind tut eigentlich ja jeder Mannschaft gut.

Und was macht ihr dann in Zukunft mit der freien Zeit?

Stenzel: Mit Haus und Familie bin ich vermutlich gut beschäftigt. Wenn die Knochen es zulassen, möchte ich auch noch ein bisschen bei den Alten Herren mitkicken. Und auch die A-Liga werde ich nebenbei sicherlich weiterverfolgen. Das ist mir sicherlich lieber als sowas wie die Superleague, da ist der Fußball noch ehrlich.
Loetz: Auch ich werde sicherlich das ein oder andere Mal am Platz sein. Zumindest bei schönem Wetter... (schmunzelt) Es wird sicherlich auch Tage geben, wo ich auf dem Sofa sitze und ganz froh bin, nicht rauszumüssen. Wenn ich da nur an unser letztes Spiel bei Arminias Reserve denke, da hat es 90 Minuten geschüttet. Da vermisst man den Platz dann nicht unbedingt.

Um dauerhaft auf der Couch zu bleiben seid ihr aber noch zu jung oder? Oder war es das mit eurer Trainerkarriere?

Stenzel: Mit der Frage habe ich mich noch nicht groß gefasst, aber irgendwann will ich schon nochmal als Trainer arbeiten. Aber das wann und das wo ist noch völlig offen.
Loetz: Da geht es mir genau so.

Und werdet ihr dann auch weiterhin als Duo unterwegs sein? Oder startet ihr dann einzeln durch?

Loetz: Es war sicherlich nicht unsere letzte gemeinsame Station. Wir ergänzen uns im privaten Leben gut und das gilt auch für den Fußball. Aus meiner Sicht war das mit uns beiden die optimale Konstellation.
Stenzel: Wir kennen uns über 20 Jahre, denken - auch was den Fußball angeht - ähnlich. Und wenn nicht, haben wir immer Kompromisse gefunden und standen uns nie im Weg. Von daher würde ich jederzeit wieder mit Chrissi zusammenarbeiten

Abschließend wollten die beiden noch ein paar dankende Worte loswerden - an ihren Verein und auch an uns. Das haben wir natürlich nichts dagegen:

Stenzel: Wir möchten uns nochmal ausdrücklich bei unserem Verein und den Verantwortlichen bedanken. Als wir angefangen haben war Chrissi 30 und ich 31. Es ist nicht selbstverständlich, dass man so jungen Trainern eine solche Chance gibt!
Loetz: Und auch an euch von heimspiel nochmal Danke: Ihr seid eine große Bereicherung für die Berichterstattung hier im Amateurfußball, die Gespräche mit euren Mitarbeitern waren stets locker und angenehm. Weiter so!

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