Kreisliga A
"Kein Freund von halbgar": Hollmann zieht einen Schlussstrich
Von Fabian Renger
(26.04.24) Seit wenigen Tagen ging das Gerücht um, am Freitagmorgen wurde daraus Gewissheit: Jens Hollmann beendet zum Saisonende seine Tätigkeit als Trainer bei Westfalia Westerkappeln. "Ich kriege es beruflich nicht mehr voreinander", erklärt der Coach des Tabellenfünften den Hauptgrund für seinen Rückzug. "Es ist gerade einfach zu viel. Man muss es etwas ganz machen und ich bin überhaupt kein Freund von halbgar." Wer ihn kennt, weiß das. Kurzum: Die Kappelner benötigen jetzt kurz vor knapp doch einen neuen Coach.
Etwas verdaddert mag man nun in der Tat reinschauen. Anfang Dezember verkündeten wir schließlich die Zusage Hollmanns für die kommende Spielzeit. Warum jetzt so ein Rückzieher? Da grätscht der Trainer ein. Das will er so nicht verstanden wissen. "Das ist kein Rücktritt von der Zusage - es ist einfach der Moment, wo du merkst: Okay, es muss was Neues kommen", ging er in den vergangenen Wochen nochmal in sich. "Die Jungs müssen auch mal was Neues sehen. Das ist ein Prozess, den sie einfach brauchen. Jeder muss sich in der neuen Saison neu positionieren und beweisen."
"Für uns alle überraschend"
Westerkappeln überwinterte auf dem ersten Rang. Für viele überraschend, für uns auch. In der Rückrunde stottert der Motor jedoch gewaltig. Es fehlt kräftig an Personal, es fehlt aber auch abgesehen davon oft an der Leistung, manchmal auch gefühlt an der nötigen Einstellung. Elf Punkte holte Kappeln bislang in der zweiten Saisonhälfte. Drei der vergangenen fünf Spiele gingen verloren, nur eines wurde in diesem Zeitraum gewonnen - zuletzt setzte es zwei 0:4-Pleiten in Serie.
"Das war für uns alle sehr überraschend", sagt Westfalias Seniorenfußball-Abteilungsleiter Hans Fuchs zu Hollmanns Entschluss. "Wir sind natürlich in einer Phase, in der wir uns schnellstmöglich neu orientieren und aufstellen müssen. Aber wir haben gesagt: Jens, alles gut, mach' dir keinen Kopf. Beruf und alles andere hat Priorität. Wir sind immer noch im Amateurfußball. Ich bin aber auch ein pragmatischer Mensch und sage: Die eine Tür schließt sich und drei Türen öffnen sich. Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn die Jungs jetzt einen neuen Trainer sehen, der vielleicht mal was Neues macht." Böse sei, das streicht Fuchs mehrfach im Gespräch mit uns hervor, keiner im Verein nach Hollmanns Kehrtwende. Man schaue nun lieber nach vorne.
Suche nach dem Nachfolger läuft
Hollmann startete 2020 in seine zweite Amtszeit in Kappeln - damals war die Westfalia B-Ligist. Auf Platz eins stehend, wurde die erste Saison nach kurzer Zeit coronabedingt abgebrochen. In der ersten vollständigen Saison war Westerkappeln wieder Erster und stieg verdientermaßen auf. In der ersten A-Liga-Spielzeit fuhr die Truppe auf Rang neun ins Ziel. Inzwischen lässt sich festhalten: Hollmann hat die Westfalia definitiv in der Liga etabliert.
Bleibt die Frage, wie es weitergeht? "Wir hatten bisher ganz gute Gespräche", befindet sich Fuchs auf der Zielgeraden, was die Suche nach dem künftigen Cheftrainer angeht. "Wir werden den Nachfolger zeitnah präsentieren." Nico Kenning (aktueller Co-Trainer) und Claus Warnecke (aktueller Betreuer) dürften wohl im Normalfall auch dem neuen Coach der Westfalia assistieren.








































