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Kreisliga A

Sahin Günana (l.) stand uns ausführlich Rede und Antwort. Foto: Renger

Günana hat noch lange nicht genug


Von Fabian Renger

(13.06.24) Es klingt so einfach. Es klingt so unkompliziert. "Wenn ich sehe: Die Distanz ist weit, die Mauer steht perfekt und ich habe keine Chance, meine Mitspieler anzuspielen, dann halte ich einfach mal drauf." Und wenn Sahin Günana drauf hält, dann tut es meistens weh für die Gegner. Denn der Routinier des SV Büren ist vielleicht der gewiefteste Freistoß-Schütze der gesamten Kreisliga A gewesen. Gegen die ISV-Reserve traf er im März aus über 30 Metern, gegen Ladbergen legte er wenig später aus fast 40 Metern nach. On top kamen zahlreiche Aluminium-Knaller aus der Distanz. Tritt Günana an, wird es brenzlig.

Wie geht das? Einfach so drauf halten und Abfahrt, das kann ja nicht alles sein. "Manchmal gehört Glück dazu, manchmal passen die Torhüter nicht auf. Gegen die ISV stand einer der besten Torhüter im Umkreis im Tor [Sven Hübner, d. Red.], da war's hart genug." Günana hat das alles nicht in die Wiege gelegt bekommen. Standards tritt er, seitdem er 19/20 Jahre jung ist. Sei es bei seinen Stationen bei Türkgücü Osnabrück oder in Georgsmarienhütte gewesen: Schon früh legte Günana den Grundstein dank einiger Sonderschichten. In der abgelaufenen Saison teilte er sich die ruhenden Bälle beim Meister mit Pablo Andrade, seinem langjährigen "Partner in Crime" auf dem Platz. Auch mit Ecken funktionierte es super, merkt Günana an. Da war Deni Alagic oft der Abnehmer in der Mitte.

Erstmals überhaupt Innenverteidiger: "Auf dem Platz muss mich keiner mögen"

Doch bleiben wir bei ihm. Denn Günanas Situation ist durchaus spannend. Vor dieser Saison verfrachtete ihn Cheftrainer Marcel Czichowski einfach mal in die Innenverteidigung. Vorher war der 34-Jährige eigentlich eher offensiver im Mittelfeldzentrum unterwegs. In einem Testspiel gegen den Osnabrücker SC machte er es aber so gut, dass er dort einfach geblieben ist.

"Ich war noch nie Innenverteidiger", zuckt er mit den Achseln. Einerseits ist er dafür auch nicht wirklich prädestiniert: Günana misst nur 1,74 Meter. Luftduelle gewinnst du mit diesen Maßen eher nicht. Andererseits passt das doch ganz gut, wie der Spieler selbst einräumt: "Auf dem Platz mögen mich ja nicht viele, mich muss aber auch keiner mögen auf dem Platz. Auch wenn ich gegen meinen Papa spielen würde, würde ich ähnlich aggressiv reingehen." Er ist halt ein Heißsporn, der sich für kein Duell zu schade ist und immer gewinnen will. Für Defensivspieler gibt's schlechtere Eigenschaften. Und wir können euch Entwarnung geben: Neben dem Platz ist Günana ein pflegeleichter, sympathischer Typ.

In Büren sesshaft geworden: "Wir sind schon wie eine Familie"

Und dieser pflegeleichte Typ ist inzwischen sesshaft geworden. Endlich, möchte man meinen. Wir empfehlen den Blick auf sein FuPa-Profil. Es gab Zeiten, da wechselte Günana im Jahrestakt die Vereine. Er war bei den Kobbos, bei Preußen Lengerich, bei Türkgücü, Türkspor, in Rothenfelde, in Georgsmarienhütte, Haste, beim FCE, bei Emsdetten 05, in Burgsteinfurt...keine Ahnung, ob diese Auflistung vollständig ist. Mit Sicherheit haben wir noch was unterschlagen. Günana hat in der Westfalenliga gespielt, sogar auf ein paar Oberliga-Einsätze kann er zurückblicken. Doch die Wanderschaft ist vorbei. 2021 kam er zum zweiten Mal nach Büren - und er ist immer noch da. Natürlich mit seiner Rückennummer '99' (die Geschichte dahinter soll er euch selbst erzählen). Wieso solange beim SV Büren?

"Wir sind schon wie eine Familie", schwärmt Günana. "Man hat einfach Lust, zum Training zu fahren." Da ist der Trainer. Mit Czichowski kickte der Standard-Spezialist früher zusammen. "Da hat man nicht gesehen, dass er Trainer werden möchte." Heute sei das anders: Czichowski sei ein akribischer Arbeiter, ein total fußballverrückter, sagt Günana. Czichowskis interner Rufname 'Pep' komme nicht ungefähr. Aber auch die restlichen Verantwortlichen sind zu nennen. Nino Lücke, Carsten Collatz, Physio Volker Fürmeyer: Günana fühlt sich mehr als nur wohl. Als er im Winter Nachwuchs bekam, seien die Glückwünsche aus Büren die ersten gewesen. Dreieinhalb Jahre sind's nun schon, wie viele folgen? "Drei Jahre gehen auf jeden Fall noch, tippe ich. Wenn die Frau das mitmacht..." Der Innenverteidiger verweist auf den weiterhin topfitten Teamkollegen Jeremy Karikari, der bald 37 wird und kein Rost ansetzt. Das will er auch schaffen.

Geduld war ein Zauberwort

Jetzt steht für ihn und seine fußballerische 'Familie' erstmal das Abenteuer Bezirksliga an. Dass das nach zahlreichen vergeblichen Versuchen in diesem Jahr was würde, war zu Saisonbeginn nicht klar. Der missriet völlig mit drei Pleiten am Stück. Irgendwann gab es auch für Günana Häme. So ein Fehlstart war auch für ihn Neuland, das kannte er maximal aus frühesten Westfalenliga-Zeiten. "Nach den drei Niederlagen haben wir uns in der Kabine angeschaut und gesagt: Was ist das? Ist das der SV Büren? Wir haben uns nicht angeschrien, aber Klartext gesprochen, auch Kritik geübt. Das hat gut getan. Jeder hat sich an die eigene Nase gefasst und jeder sollte sich Prioritäten setzen, wie wir trainieren sollen", schaut der Routinier zurück.

Das alles half. Die alte Riege mit Jeff Weber, Alagic, Karikari oder auch Günana ging gemeinsam voran. "Die Jüngeren haben zugehört", verrät unser Gesprächspartner. Und so gewann Büren in der Folge fast alles, kletterte und kletterte. Rauschhafter Fußball war das nicht immer, das war aber zweitranging. Das Zauberwort lautete in diesem Jahr nämlich Geduld. "Wichtig war es, wenn man 1:0 geführt hat, den Ball auch mal zehn Minuten hin und her zu spielen. Wenn wir früher 1:0 geführt haben, wollten wir direkt das 2:0 haben, haben dann hinten zwei kassiert und das Spiel verloren..." Büren spielte reifer als in den Vorjahren - titelreif. Der SVB wollte nicht mehr zu schnell zu viel. Das galt auch für die Außendarstellung. "Wir wurden immer als Favorit bezeichnet, ich hab aber immer gesagt: Wir sollten erstmal kleinere Brötchen backen..." Und im Zweifelsfall ballerte er halt mal wieder einen Freistoß in die Maschen. Mit bekanntem Erfolg...

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