Kreisliga A
Mettingens Zwoter gehen die Spieler aus
Von Fabian Renger
(01.09.24) Chaos pur in Mettingen. Die Reserve der Eintracht verzichtete an diesem Sonntag auf die Auswärtsreise nach Ladbergen. Der Grund klingt lapidar: Spielermangel. Sechs, vielleicht sieben Spieler hätte Coach Jochen Löffers aus dem eigenen Kader zur Verfügung gehabt. Er zog den Stecker, die Mannschaft trat nicht an. Der Anfang vom Ende der Zweiten?
"Man ja hat schon gegen die Erste gesehen, dass es sehr schwierig ist...", erinnert Löffers ans vereinsinterne Duell vor rund einer Woche. Da musste er Leute aus den Altherren reaktivieren, um einen Kader auf die Beine zu stellen. Auf der Auswechselbank der Ersten tummelten sich neun Leute. Das schmeckte Löffers gar nicht.
Vor der Saison sah das noch gut aus
Die Geschichte beginnt allerdings schon viel früher. Im Sommer, wir erinnern uns, stand ja lange Zeit ein Rückzug der Zwoten in die Kreisliga B im Raum. Es wurde abgestimmt. Knapp ging das Votum damals pro A-Liga aus. Löffers, der selbst die B-Liga bevorzugt hätte, nahm das hin. "Wir haben vor der Saison zusammengesessen aufgrund der Anzahl an Spielern und geschaut, wie es im Moment aussieht. Elf, zwölf hätten wir für mittwochs beim Training gehabt, zwei oder drei mehr für freitags. Da haben wir gedacht: Okay, das könnte funktionieren", so der Reserve-Coach. Hätte funktionieren können - hat es aber nicht.
"Die Erste hat vor der Saison sechs Spieler rausgezogen, die nicht wieder bei uns aufgetaucht sind. Wir haben mit der Vorbereitung angefangen und es sind nur noch sieben Spieler aus dem Stamm übrig geblieben", erklärt Löffers. Die Vorbereitung war nicht als solche zu bezeichnen. Nur ein Testspiel wurde absolviert, ein geregelter Trainingsbetrieb kam nicht zustande . Während man anderswo die Pimpernellen kriegt, weil nur zehn Leute beim Training sind, spricht man bei Eintracht Mettingen II bei zehn Trainingsteilnehmern von vollem Haus. Zwei Wochen vor Saisonstart hätte es eine erneute Aufteilung des Kaders geben sollen, die habe es ebenfalls nicht gegeben, so der Coach. "Du musst ja einen Kern haben, der zusammenhält." Jede Woche wieder vier andere einzubauen und in der nächsten Woche wieder vier andere, das könne es ja nicht sein. So könne sich ja nichts zusammenfinden.
Die Erste hat neun auf der Bank, die Zweite zehn beim Training
Unter den wenigen Spielern der Reserve, die immer da sind, sind übrigens zwei Kicker, die zuletzt in der C-Jugend gegen den Ball getreten haben. Sowas kommt erschwerend hinzu. "Dann kam auch das Spiel der Ersten gegen Brochterbeck im Pokal. Die haben neun Leute auf der Bank, wir sind zehn beim Training", spricht Löffers eine Diskrepanz an. "Im Prinzip hätten von der Ersten vier, fünf Leute fest wieder runtergemusst, die auch unter der Woche da sind, damit wir trainieren und auch spielen können." Die gab es nicht. Seine Zusage für die A-Liga war klar mit der Aussage verbunden, keinen Spielern hinterher laufen zu wollen.
Das Tischtuch mit dem Trainerteam der Ersten um Sascha Höwing und Oral Dogru ist übrigens zerschnitten. "Ich weiß nicht, ob ich noch mit beiden zusammenarbeiten kann", hätte sich Löffers eine andere interne Kommunikation und bessere Zusammenarbeit gewünscht. "Sie wissen ja, dass wir keine 25 Leute haben. Wenn du Vereinsdenken hast, musst du schauen, dass du was machst, um uns zu unterstützen." Daran habe es gemangelt.
Löffers erhebt schwere Vorwürfe
Wie es für ihn persönlich weitergeht, sei gar nicht entscheidend, betont der Trainer. Wichtiger sei das Team. "Es hat keiner so richtig mit der Mannschaft gesprochen. Da muss man sich als Verein doch mal fragen, was da los ist, wenn's immer heißt: Die Zweite trainiert nicht mehr, da muss man mal ein Ohr für haben. Man muss dringend mit den Jungs sprechen und ihnen sagen, dass es schei*e gelaufen und das Kind in den Brunnen gefallen ist. Und dann muss man schauen, dass man es wieder rausholt." Ein Gespräch zwischen der Mannschaft und dem Vorstand soll in der nächsten Woche stattfinden. Fortsetzung folgt...
Wir haben Höwing am Sonntagmittag natürlich auch angerufen. Er wollte sich nicht öffentlich zu diesem Thema äußern und verwies an Eintrachts Fußballabteilungsleiter Jörg Misch. Der wiederum kündigte auf Nachfrage eine Stellungnahme für Montag an, er selbst war am Sonntag privat verhindert.








































