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Kreisliga A

Domenik Breuer (l.) hat genug. Er hat seine Laufbahn beendet. Das lag aber nicht daran, weil seine Knochen nicht mehr gehalten hätten. Foto: Renger

"Dodo" geht nicht mehr auf Beutejagd


Von Fabian Renger

(13.06.25) Man kann nicht alles haben. "Ich war immer Stürmer. Ich wollte aber immer mal in die Abwehr, irgendwie hat mich nur kein Trainer gelassen." Hmm, Domenik Breuer, wir wüssten da eine Antwort. Vielleicht warst du als Stürmer einfach zu wertvoll? 58 Tore in den vergangenen drei Saisons sprechen eine eindeutige Sprache. Doch ein weiteres wird erstmal nicht hinzu kommen. Denn "Dodo", wie Breuer eigentlich überall gerufen wird, hat seine Laufbahn beendet. Das letzte Saisonspiel von Westfalia Hopsten war auch Breuers letztes. Sämtliche Abwehrspieler der Kreisliga A werden jetzt vermutlich in die Luft springen vor Freude.

Mit 38 Jahren, mag man jetzt sagen, ist das natürlich legitim und Breuers gutes Recht. Wer aber jüngst ein Spiel von ihm gesehen hat, wird mit der Stirn runzeln. "Dodo", so schien es, war noch lange keine ausgestorbene Spezies. Sein Alter sah man ihm selten an. Nicht nur an den Toren gemessen, war er verdammt wichtig für seine jeweilige Mannschaft. Entweder netzte er halt selbst oder er zog die gegnerischen Hintermannschaften so in seinen Bann, dass seine Teamkollegen freies Geleit hatten. In Hopsten galt das zuletzt etwa für Max Mause.

Es lag nicht an den Knochen

"Von den Knochen und so geht das alles", bestätigt Breuer unseren äußeren Eindruck. "Das ist eine Entscheidung für die Familie! Meine Frau hat immer sehr viel aufgefangen." Der Torjäger möchte seine Freizeit künftig seinen beiden Liebsten widmen. Zuhause wartet auch noch ein dreieinhalbjähriges Kind. Familie, Fußball und Arbeit unter einen Hut zu bringen, das war alles nicht mehr so leicht. Man muss nämlich wissen: Breuer arbeitet im Kontischicht-System. Rundum die Uhr, sieben Tage die Woche muss er ran. Nicht selten musste er nach den sonntäglichen Spielen in die Nachtschicht oder kam er eben aus ihr. Teilweise hatte er sonntags Frühschicht und jagte danach direkt rüber auf irgendeinen A-Liga-Fußballplatz.

"Das ist im Alter etwas anstrengender, das fordert halt mehr", sagt der Goalgetter a.D. "Ich glaube tatsächlich, wenn ich die Schichten nicht machen würde, hätte ich nochmal weitergespielt." Aber jetzt freue er sich auch einfach auf die Zuschauerrolle. Ob es danach weitergeht, etwa in den Altherren? Denkbar. "Das wird mir mit Sicherheit schon fehlen", sagt der Stürmer. "Erstmal werde ich aber den Sommer genießen." Und zuallererst steht mit der Westfalia aus Hopsten die Saisoanabschlussfahrt an. Es geht nächste Woche nach Berlin. Breuer fährt natürlich mit.

Hopsten? "Eine richtig schöne Zeit"

Sowieso: Zwei Jahre war er jetzt da. "Das war eine richtig schöne Zeit, Ralf [Scholz, Trainer] ist ein top Typ, das passte schon alles", hat "Dodo" den Wechsel im Jahr 2023 nicht bereut. "Die haben mich damals megagut aufgenommen." Entsprechend schwer fiel ihm auch die Entscheidung, wirklich einen Schlussstrich zu ziehen. Die Gedanken hatte er schon länger, der Entschluss fiel erst in der Woche vorm letzten Spiel. Wir waren extrem überrascht, als wir von seinem Abschied hörten.

"Er musste schon viel Aufwand betreiben, um sich die Zeit für den Fußball freizuschaufeln", berichtet derweil sein letzter Trainer Ralf Scholz. Aber Breuer habe trotzdem alles getan, war eigentlich immer einmal die Woche beim Training. "Er hat gesagt: Wenn Not am Mann ist, können wir ihn anrufen. Wir haben aber nicht definiert, was heißt 'Not am Mann'", witzelt der Coach, der von einer Win-Win-Situation für beide Seiten in den vergangenen beiden Jahren spricht. "Wir müssen vorne jetzt anders klar kommen." Das wird die Westfalia auch. Bis zum Pokalhalbfinale spielte Breuer beispielsweise keine einzige Sekunde in den ersten Pokalrunden. Es geht auch ohne. Wenngleich da schon was fehlen wird. "Er war für uns immer goldwert", betont der Übungsleiter.

"Ich hatte viele gute Trainer"

Breuer selbst schaut auf eine stolze Laufbahn zurück. In der Jugend war er beim VfL Osnabrück, später in Lotte, dann zweimal in in Halverde, schließlich acht Jahre bei Arminia Ibbenbüren. Aufgestiegen ist er in die A-Liga, in die Bezirksliga. "Ich hatte viele gute Trainer", blickt er in die Vergangenheit. Fachlich blieb ihm vor allem Carlos Andrade als Lehrmeistrer im Kopf, menschlich war vor allem Vladan Dindic ein wichtiger Wegbegleiter. "Ich habe nie einen Trainer gehabt, bei dem ich sage: Es hat nie gepasst", streicht Breuer heraus. Angefangen hat er übrigens bereits bei den Minikickern, so ungefähr 33 Jahre waren es also mit dem runden Leder. Mit (alten) Mitspielern wie Gerrit Mahmutovic (heute Steinriede), Alex Wübker (hört ebenfalls jetzt in Hopsten auf) oder Max Mause (hört zum Glück noch lange nicht auf) wird er verbandelt bleiben. Nur das mit der Abwehr, das bleibt ein unerfüllter Wunsch...



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