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Kreisliga A

Björn Jansson geht in seine womöglich letzte Saison beim SC Halen - allerdings nicht mehr als verantwortlicher Coach, sondern "nur" noch als Spieler. Foto: Renger

Reingrätschen ausgeschlossen - Lars Falke muss sich keine Sorgen machen


Von Christian Lehmann

(02.07.24) Sieben bewegte Jahre als Spiertrainer des SC Halen liegen hinter Björn Jansson. Die neue Saison wird der 37-Jährige dann wieder aus einer anderen Perspektive erleben. Das Trainer-Zepter hat der langjährige Übungsleiter an Lars Falke weitergegeben, gleichwohl steht er - so denn das Knie mitmacht - dem Team noch für mindestens ein Jahr als Aktiver zur Verfügung. Im Gespräch mit Heimspiel-Redakteur Christian Lehmann blickt Jansson zurück auf die vergangenen Jahre und verrät uns, wie er seine womöglich letzte Saison am Hasenkamp angehen will.

Hallo Björn! Es geht wieder los mit der Vorbereitung, das erste Spiel liegt schon hinter euch. Du warst allerdings noch nicht aktiv mit dabei. Wie geht's dem Knie?

Jansson: Du erwischst mich gerade auf dem Weg zum Arzt. Ich bin ja Anfang April am Meniskus operiert worden. Der Heilungsprozess verläuft leider nicht ganz so, wie ich es mir erhofft hatte. Deswegen ist aktuell noch nicht genau absehbar, wann ich in die Vorbereitung einsteigen kann. Wir müssen noch ein wenig abwarten - aber grundsätzlich ist es weiterhin die Idee, noch ein Jahr als Spieler zu machen.


0:10 ging der erste Test gegen Regionalliga-Aufsteiger Sportfreunde Lotte aus. Du hast es vom Rand verfolgt. Wie waren deine Eindrücke?

Jansson: Ich habe ehrlich gesagt nur die letzte halbe Stunde gesehen. Ich glaube aber, dass man aus so einem Spiele eine Menge mitnehmen kann. Gerade für die jüngeren Spieler, die jetzt neu dazu gekommen sind, ist es eine tolle Geschichte, sich vor so einer großen Kulisse in einem Gemeinde-Derby zu präsentieren. Das Ergebnis ist dann eher uninteressant. Wir haben vor einigen Jahren schon mal gegen sie gespielt, als sie noch Drittligist waren und Ismail Atalan noch Trainer war. Es ist für uns eine tolle Sache - und vielleicht auch für die Sportfreunde ganz angenehm, sich den Fans zum Auftakt in der Nähe zu präsentieren. 


Was nimmst Du aus deiner langen Spielertrainer-Zeit in Halen mit? Sportlich war ja so ziemlich alles mit dabei. Ihr habt ganz oben mitgespielt, aber auch schwächere Jahre gehabt...

Jansson: Ich glaube, es war nie langweilig. Das kann man auf jeden Fall sagen. Vor allem die ersten fünf Jahre würde ich als sehr erfolgreich einordnen. Wir sind im ersten Jahr direkt aus der Kreisliga B aufgestiegen, danach sind wir viermal weit vorne gelandet. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg haben wir den Durchmarsch knapp verpasst und sind Vizemeister hinter dem SC Hörstel geworden. Ich glaube, dass wir in diesem Jahr - mit allem Respekt vor Hörstel - die beste Mannschaft der Liga waren. Am Ende haben uns Verletzungsprobleme eingeholt, es hat das Quäntchen Glück gefehlt. Trotzdem war's ein tolles Jahr.


Dann kam Corona. In der ersten Saison schloss das Team auf Platz vier ab, in der Spielzeit darauf war Halen Tabellenführer, als abgebrochen wurde. Ein Jahr darauf reichte es in der Liga zu Rang fünf, im Endspiel des Kreispokals unterlag der SCH zudem Teuto Riesenbeck unglücklich mit 1:2.


Jansson: Das i-Tüpfelchen ist uns verwehrt geblieben, trotzdem waren es ganz tolle Jahre für so einen kleinen Verein wie den SC Halten. Die letzten zwei Jahre verliefen dann sportlich schon enttäuschend - da sind wir deutlich unter unseren Möglichkeiten geblieben. Die vorletzte Saison stand allerdings aufgrund des Unfalltods von Philipp Härle unter einem ganz anderen Stern. Da merkt man dann auch, wie nebensächlich Fußball sein kann. Es wäre sicherlich nicht zu meinem siebten Trainerjahr gekommen, wenn dieses Ereignis nicht passiert wäre. Ich habe gesagt, so möchte ich nicht aufhören. Die zwei Jahre haben mir aber auch gezeigt, dass es wichtig ist, einen neuen Impuls zu setzen. Dass jemand kommt, der neue Ideen und eine andere Herangehensweise hat. Ich habe großen Respekt vor Trainern, die lange bei einem Verein sind - weil es schwierig ist, sich immer wieder neu zu erfinden. Ich glaube, dass es normal ist, dass sich irgendwann gewisse Dinge abnutzen. Deswegen bin ich froh, dass wir als Verein jetzt diesen Schritt gegangen sind. Es war aufregend, es war schön, in weiten Teilen erfolgreich. Es hat mir großen Spaß gemacht, aber irgendwann ist auch mal die Zeit gekommen, etwas anderes zu machen. Kontinuität ist schön, aber wenn Kontinuität Stagnation bedeutet, dann muss man etwas verändern. 


Was ändert sich in der neuen Saison für dich konkret? Muss Lars Falke befürchten, dass Du ihm in seine Team-Besprechungen reinredest?

Jansson (lacht): Auf gar keinen Fall. Da werde ich mich vornehm zurückhalten. Ich freue mich einfach nur, meine Tasche packen zu können und mich um nichts anderes kümmern zu müssen. Wenn man es richtig machen will und viele Dinge selbst machen muss, dann zieht das schon Energie. Lars braucht keine Befürchtungen haben, dass ich ihm reingrätsche.


Wie schätzt Du die A-Liga in der neuen Saison ein? Mit Esch und Bevergern rücken zwei interessante Aufsteiger hoch, mit Saerbeck kommt ein Team aus der Bezirksliga runter. Dafür fällt das Derby gegen den SV Büren weg...

Jansson: Ich glaube, dass Esch und Bevergern gute Aufsteiger sind. Bevergern hatte schon vorher einige Jahre lang an die Tür zur Kreisliga A angeklopft, Esch hat den Kader zusammengehalten und mit dem neuen Trainer ein stabiles Fundament geschaffen. Ich schätze Saerbeck sehr stark ein. Ich finde es sehr schade, dass sie abgestiegen sind - besonders aus zwischenmenschlichen Gründen. Wir haben am eigenen Leib erfahren, wie sehr einen so ein Todesfall in einer Mannschaft mitnimmt. Ich glaube, dass sie sportlich die Qualität gehabt hätten, auch in dieser Saison eine vernünftige Rolle in der Bezirksliga zu spielen. Ich glaube, dass es wie in den letzten Jahren eine starke Kreisliga A sein wird. Ob sie nun stärker sein wird, kann ich nicht beurteilen. Gefühlt ist sie aber auf jeden Fall nicht schlechter geworden.


Was könnt ihr mit dem SC Halen reißen?

Jansson: Das ist eine sehr gute Frage. Ich glaube, dass wir ganz gut daran tun, kleinere Brötchen zu backen. In den letzten beiden Jahren sind wir mit einer großen Erwartungshaltung in die Saison gestartet - und dann auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Wir haben personell einiges verändert und eine sehr interessante Mannschaft beisammen - aber wir sind gut beraten, die Vorbereitung zu nutzen, um zusammen zu wachsen, eine gute Teamchemie herzustellen, Spaß zu haben. Dann wird man sehen, was möglich ist. Wir haben eine Menge fußballerischer Qualität, aber die hatten wir in den Vorjahren auch. Deshalb ist es sinnvoll, erstmal die Hausaufgaben zu machen. Lars hat einen interessanten Kader zusammen gestellt. Wir schauen mal, wie sich das findet.


Für dich ist es dann definitiv die letzte Saison als Aktiver...?

Jansson: Naja, grundsätzlich sollte man in einem gewissen Alter nicht so weit nach vorn schauen - das habe ich ja jetzt gemerkt. Das Ende ist in Sicht. Wenn man aber wie ich mit 37 Jahren noch Spaß hat und merkt, dass es körperlich noch geht, dann sollte man nichts ausschließen. Ich möchte jetzt erstmal fit werden und in den Trainingsbetrieb einsteigen. Wir werden uns gegen Ende des Jahres dann ganz in Ruhe zusammen setzen und klären, wie es weitergeht. Ich bin aber sicherlich nicht mehr ganz so weit davon entfernt, die Schuhe an den Nagel zu hängen.


Die Schlagzeile "Björn Jansson beendet seine Laufbahn und schießt den SC Halen in seinem letzten Spiel zum Aufstieg" wäre demnach wahrscheinlich nicht ganz so verkehrt...

Jansson (lacht): Wenn Du mir das garantieren kannst, dann würde ich das blind unterschreiben. Wenn wir wirklich aufsteigen, kann ich definitiv aufhören. Nein, bis dahin ist schon noch eine Menge zu tun. Mal schauen, wie die Schlagzeile am Ende lautet...



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