Kreisliga A
Die Festung hält: Eintracht Mettingen II bleibt A-Ligist!
Von Fabian Renger
(05.06.25) Ein vergnügungssteuerpflichtiger Abend war das nicht in Laggenbeck. Das Relegationsspiel um den letzten verbleibenden Platz in der Kreisliga A bot phasenweise Leerlauf und zog sich mitunter wie ein Kaugummi. Aber es war auch irgendwie ein wenig zu erwarten gewesen. In der einen Ecke wartete schließlich der A-Liga-Vorletzte Eintracht Mettingen II, in dessen DNA Defensivarbeit großgeschrieben wird. In der anderen Ecke der B-Liga-Dritte SW Lienen, der in der Liga satte 131 Treffer erzielte. Das Endergebnis: 1:0 (1:0) für die Mettinger - und das trotz 50-minütiger Unterzahl.
"Wir haben gezeigt, was eine Mannschaft, die zusammensteht, hier leisten kann. Da ziehe ich meinen Hut vor, das war eine tolle Kampf- und Einsatzleistung. Jeder ist ans Limit gegangen", lobte Eintrachts Trainer Detlef Schröer seine Truppe nach dem Abpfiff über den grünen Klee. Er wirkte spürbar erleichtert. Und er ist nun auch Ex-Coach. Im Sommer übernimmt bekanntermaßen Kevin Schenke. Schröer, der im Saisonverlauf das Cheftrainer-Ruder übernommen hatte, hat seinen Job in jedem Fall erledigt.
Das Spiel passt sich dem Wetter an
Die erste Halbzeit war erstmal geprägt von viel Regen. Und das Spiel passte sich dem an. Beide Kontrahenten wirkten vielleicht etwas gehemmt von der stattlichen Kulisse mehrerer hundert Zuschauer im Carl-Keller-Stadion. Bei SWL hatte man ein bisschen den Eindruck, dass der B-Ligist etwas nervöser wirkte als der A-Ligist. Die sonst so bockstarke und immer gefährliche Offensive stockte. Mettingen kam zwar oft auch nicht über Ansätze hinaus, wirkte aber gefühlt etwas gefälliger. Kurzum: Es passierte lange Zeit gar nichts. Also wirklich nichts. Das torlose Remis war der passende Zwischenstand. Viele Fehlpässe, viele Ballverluste, viele ungenaue Bälle: Nö. Das war nicht viel.
Unterhaltsam wurde es erst vor der Pause. "Toni" Nagelmann brachte Mettingen in Front. Nach einem Eckstoß von links köpfte er ein (32.). Irgendwie war klar, dass ein Standard herhalten musste. Wenig später musste Lienen den nächsten Schock verdauen: Maxi Warkentin musste aufgrund einer womöglich schweren Knieverletzung raus (37.). Lienens Kapitän ist ein Unterschiedspieler, einer, auf den man sich immer verlassen kann. In der Saison kam er bisher auf 39 Tore. Möglicherweise gab das Lienen einen Knacks im Kopf. Danach wurde es rüde. Der Mettinger Haitam Doukali Farji, seit der Winterpause in Schröers Team dabei und ein vielversprechender Wirbler, sah glatt Rot von Schiri Stefan Schönfelder (37.). Doukali Farji war Janek Neumann mächtig in die Parade gefahren.
Lienen drückt, aber es fehlt der Punch
Aus dem eher ermüdenden Spiel zwischen den Strafräumen wurde in der zweiten Halbzeit eine Begegnung, die sich immer mehr in der Mettinger Hälfte abspielte. Lienen hatte jetzt Wut im Bauch. "Wir haben die Räume nicht so genutzt. Der letzte Punch, der letzte Pass, der fehlte uns einfach. Was uns in der Saison ausgezeichnet hat, haben wir heute nicht so richtig abrufen können", seufzte Lienens Trainer Benjamin Kepp. Das Dilemma brachte er damit bestens auf den Punkt.
SWL wollte definitiv. Aber: Aleksei Erkamov schoss drüber (53.), Marc Hoff köpfte ebenfalls am Ziel vorbei (58.). Die ersten Annäherungsversuche. Die Partie wurde nun relativ wild, teilweise war es ein kleines Gehacke auf dem Acker. Mettingen ließ sich immer weiter hinten reindrücken, aber das kennt die Eintracht ja aus der Liga. Und die Festung stand sattelfest. Egal, was Lienen auch probierte. Max Rosenbusch zielte beispielsweise zu hoch (63.). Auf der Gegenseite verpasste Phil Wowra nach einem Konter das 2:0, Lienens Torwart Joshua Heinze parierte stark (75.). Es wäre die Entscheidung gewesen.
Peters hat den Ausgleich zweimal auf dem Schlappen
Nun rückte Nils Peters in den Fokus. Lienens Mann mit der '7' verzeichnete die beiden besten Ausgleichschancen. Einmal war er an Mettingens Goalie Erik Schröer rechts bereits vorbei, das Tor war leer, der Winkel allerdings zu spitz, der Ball ging am Kasten vorbei (79.). Wenig später war Peters wieder rechts durch und erneut alleine vor Schröer. Der lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen gerade noch um den Pfosten (84.). Mettingen konnte sich zu dem Zeitpunkt kaum noch befreien, aber alles in allem fehlte Lienen in der Tat eben das letzte Quäntchen, manchmal auch die zündende Idee, um das Dickicht durchzubrechen. So blieb's beim knappen Mettinger Sieg und Klassenerhalt. Auch dank der bemerkenswerten defensiven Disziplin. Ein klarer Plan ist manchmal die halbe Miete.
Unrühmlicher Schlusspunkt: Der bereits mit gelb vorbelastete Rosenbusch sah für ein wiederholtes Foulspiel im Mittelkreis die Gelb-Rote Karte (88.). Machte den Braten aber auch nicht mehr fett.
Eintracht Mettingen II - SW Lienen 1:0 (1:0)
1:0 A. Nagelmann (32.)
Rote Karte für Mettingens Haitam Doukali Farji (grobes Foulspiel/41.)
Gelb-Rote Karte für Lienens Max Rosenbusch (wdh. Foulspiel/88.)








































