Kreisliga A
"Der Typ Trainer, den wir jetzt brauchen"
Von Fabian Renger
(29.08.24) Nein, eine Überraschung ist es nicht mehr gewesen. Preußen Lengerich hat schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Am Mittwochmorgen schrieben wir über den Abschied des Trainerteams um Andreas Schüttpelz und Christian Höllmann. Am Abend stellte Preußen bereits den neuen starken Mann vor: Stefan Kilfitt übernimmt die erste Mannschaft. Vorerst wohlgemerkt.
Kilfitt ist Lengericher, war früher in der Jugend tätig, trainierte einst auch mal die Preußen-Reserve. Dann zog es ihn zum VfL Ladbergen. Dort hörte er Knall auf Fall
vor ziemlich genau einem Jahr auf. Inzwischen ist der noch 53-Jährige zurück in Lengerich, trainiert eigentlich die D1. "Die will ich nicht aufgeben, die ist genauso anstrengend", erklärt der Coach im Gespräch mit uns und lacht. Muss er auch nicht aufgeben. Er wird seine Jugendmannschaft, in die er viel Leidenschaft reinsteckt, weiter betreuen. Nimmt sich aber auch der ersten Mannschaft an. Auch wenn er noch ein Leben neben dem Platz hat, habe er darüber nicht lange überlegen müssen, verrät Kilfitt.
Kilfitt kann "Knoten lösen"
Eine hohle Phrase ist das offenbar nicht. "Stefan war die erste Wahl", sagt Preußens Sportvorstand Michael Stadie. Als Schüttpelz seinen Rückzug verkündete, dachten die Vereinsverantwortlichen direkt an Kilfitt. Am Mittwochabend suchte man umgehend das Gespräch. "Sein Herz ist bei Preußen. Er hat sofort gesagt: Da helfe ich euch. Stefan ist ein Typ von Trainer, den wir jetzt brauchen. Er ist einer, der motivieren und Knoten lösen kann", so Stadie. Man wurde sich rasch einig. Gemeinsam mit Lengerichs Mannschaftskapitän Dominic Dohe als Co-Trainer wird Kilfitt sich nun ans Werk machen.
Ungewiss ist die Dauer des Engagements. Vom Begriff 'interimistisch' will Stadie zwar nicht sprechen, jedoch schränkt er ein: "Wir gucken erstmal auf die jetzige Situation. Wir werden im Hintergrund aber nach einem Trainer suchen, der übernehmen wird. Es kann aber natürlich auch genauso gut sein, dass Stefan sagt, er möchte weitermachen oder als zweiter Mann dabei bleiben." Alles kann also, nichts muss. Ist auch Jacke wie Hose, ob es eine langfristige oder vorübergehende Sache wird. Wichtig ist derzeit vor allem eines: Es muss sich was ändern.
Wichtig ist die kurzfristige Zukunft
Am Donnerstagabend steht das erste Training an. "Ich hab die Jungs schon vorgewarnt, dass es länger dauern wird", so Kilfitt. "Woran es zuletzt gelegen hat, weiß ich nicht. Ich habe mega Hochachtung vor dem, was Andreas geleistet hat. Im Training war Intensität und Power drin. Aber ich bin ein ganz anderer Trainertyp, der anders zur Sache gehen wird." Soll bedeuten: Kilfitt möchte einen Schlussstrich ziehen und lieber nach vorne schauen. "Wichtig ist, dass wir Gas geben und versuchen, so schnell wie möglich die ersten Zähler aufs Punktekonto zu bekommen, um den Anschluss nicht zu verlieren."
Das Debüt fürs Gespann Kilfitt/Dohe steht am Sonntag in Bevergern an. "Er ist auch kein Zauberer, aber er hat unser vollstes Vertrauen. Die Spieler haben Stefan selbst mehr oder weniger vorgeschlagen", ergänzt Stadie noch. Er hofft ebenfalls auf eine Reaktion. Abschließend ist ihm noch eines immens wichtig: "Wir möchten uns bei Andreas und Christian nochmal für die geleistete Arbeit bedanken. Wir sind ganz normal im Friedlichen auseinander gegangen."








































