Kreisliga A
Overmeyer geht ins sechste Jahr - Gashi wird zweiter Co-Trainer
Von Fabian Renger
(18.12.24) Mike Holthaus und Thomas Overmeyer sind sich in vielen Dingen einig. Was schonmal gut ist. Overmeyer ist Trainer der ersten Mannschaft von Stella Bevergern. Holthaus ist Senioren-Sportwart, also quasi sportlicher Leiter von Stella und Overmeyers sportlich Vorgesetzter. Die Bevergerner stehen als Aufsteiger nach 17 Partien auf einem hervorragenden neunten Rang. "Das hätte ich vor der Saison blanko unterschrieben", sagt Overmeyer. "Ich glaube, damit haben ganz viele vor der Saison nicht gerechnet, dass wir so gut da stehen", sagt Holthaus. Overmeyer bleibt auch in der neuen Spielzeit Trainer. Mirko Mensink wird ihm weiter als Co-Trainer zur Hand gehen. Und nun sind wir beim Knaller angekommen: Auch Ben Gashi wechselt ins Trainerteam. Stellas Unterschiedspieler beendet im Sommer seine Laufbahn als Aktiver und wird Overmeyers zweiter Assistent. Wohlgemerkt wird Gashi nur Co-Trainer, nicht spielender Co-Trainer.
Ja, da waren wir auch baff. Gashi ist erst 27 Jahre jung. Er würde die Spiele vom Wochenende noch bis mittwochs in den Knochen spüren, erklärt Gashi im Gespräch mit uns. Er entschied für sich: Das reicht einfach. Auch die Zeit ist ein rares Gut, er ist schließlich auch Familienvater und arbeitet im Schichtdienst. (zum Interview mit Gashi hier entlang)
Overmeyer: "Das wird man natürlich vermissen"
"Natürlich ist das ein herber Verlust, das tut dem Verein weh, aber wir sind erstmal froh, dass er dabei bleibt. Er wird sicherlich den jüngeren Spielern einiges beibringen können", sagt Holthaus. Auch hier ist er sich mit Overmeyer einig. Der jubelt natürlich nicht, dass er seinen wichtigen Wirbelwind künftig nicht auf dem Platz begrüßen kann: "Klar tut das weh, weil er ein geiler Kicker ist und auf dem Platz eine Augenweide. So einen zu haben, das wird man natürlich vermissen. Ich behalte ihn aber lieber als Co-Trainer, als dass er ganz weg ist, weil er auch menschlich ein überragender Typ ist."
Gashis Bilanz ist heftig: Alleine in den vergangenen zweieinhalb Jahren erzielte er 59 Tore in der Liga. Obendrein kommen etliche Vorlagen. Doch Overmeyer sieht das als Chance. "Es ist eine Möglichkeit für andere Spieler, in diese Lücke reinzuschlüpfen." Der Trainer verweist auf den Abschied von Mike Holthaus. Als der damals aufhörte, hätten auch viele gedacht: Wer soll ihn ersetzen? Unter anderem sprang Gashi die Bresche. "Ich habe Vertrauen in die Truppe", betont der Trainer. "Wir werden wieder einen schlagkräftigen Kader haben", stellt indes auch Holthaus klar und nennt Zahlen. Bislang liegen 18 Zusagen vor. Drei, vier Fragezeichen gibt es noch. Neben Gashi ist nur offiziell, dass auch Gerrit Mersch im Sommer aufhört.
Zur Abwechslung mal eine entspannte Winterpause
Kevin Schlautmann beispielsweise bleibt Bevergerner, Marcel Spanier sowieso. Fabiano Niehaus, eine der Entdeckungen der Saison, Tim Greve, Alex Löwen, Luis Dechering, Max Bosch. Etliche Leute haben bereits ihr Ja-Wort gegeben. "Ich denke, das werden wir wuppen", so Overmeyer, den wir fast bemitleiden: "Ich hatte noch nie so eine entspannte Winterpause." 22 Punkte holte sein Team, der Abstand zum möglichen Relegations- bzw. ersten Abstiegsplatz beträgt zehn Punkte. Zuletzt gab es vor Weihnachten den Coup gegen Saerbeck. In den vergangenen Jahren musste Bevergern in der B-Liga stets schauen, in der Rückrunde irgendwie oben dran zu bleiben. In diesem Jahr geht's eher darum, die Spannung hochzuhalten.
Klar: Pferde, die vor Apotheken kotzen und so weiter und so fort. "Erstmal müssen wir zusehen, dass wir die Saison sauber zu Ende spielen", sagt Holthaus. Die Klasse frühzeitig sichern. Das ist das A und O. Dass Overmeyer ins seine sechste (!) Saison geht, freut den Funktionär. "Ich denke, Mirko und er harmonieren ganz gut. Viele Spieler haben ihre Zusage auch an Tommy gekoppelt." Der Coach selbst macht keinen Hehl daraus, dass er vielleicht keine 20 Jahre mehr am Rand stehen wird. Fünf Jahre sind schon eine lange Zeit.
Overmeyer: "Ich bin noch mit Leib und Seele dabei"
"Ich bin ein stückweit müde", räumt er zwar ein. Doch aufzuhören kommt für ihn (noch) nicht in die Tüte. Die Mannschaft macht ja auch nicht gerade den Eindruck, als wäre sie seine Ansprachen schon satt. "Ich bin noch mit Leib und Seele dabei", streicht Overmeyer hervor. Und er sorgt ja jedes Jahr immer für ein bisschen Veränderung. Timo Reeker, Pascal Grafe, Mirko Mensink und ab Sommer Ben Gashi. Im Trainerteam verändert sich eigentlich jährlich immer ein bisschen was. Das hilft. Und da ist noch der Standort, das Umfeld. Overmeyer schwärmt: "Unsere Fans fahren mit dem Rad nach Ladbergen, wir verlieren 0:9 und die kommen trotzdem zwei Wochen später mit dem Rad nach Laggenbeck, das macht schon Spaß." Und was zum Jahresabschluss, nach dem 4:2-Erfolg über Saerbeck los gewesen sei, das habe eh jeder Beschreibung gespottet. Von daher muss sein Abschied noch warten. Gut so.








































