Kreisliga A
Wie dick ist der Fisch denn wirklich?
Von Fabian Renger
(22.02.25) Gehen wir heute mal unter die Angler. Brukteria Dreierwalde stellte im Sommer ein paar Neuzugänge vor.
Unter anderem kam Alexander Müer an den Weikamp. Der heute 29-Jährige war uns ehrlicherweise kein Begriff. Sieben Jahre lang spielte er bei SW Varenrode nebenan in Spelle. Brukterias Coach Hubi Ahmann schwärmte damals jedenfalls und bezeichnete Müer als "dicken Fisch". Nach einer Halbserie stellen wir doch mal die Frage: Wie dick ist der Fisch denn jetzt wirklich? Und wieso kommt jemand mit seinerzeit 28 aus Niedersachsen plötzlich nach Dreierwalde rüber?
Die zweite Frage können wir klassisch beantworten. Es war offenbar Alkohol im Spiel. Jedenfalls lief der Neujahrsfrühschoppen Anfang 2024. Müer saß da, genauso der Dreierwalder Jannis Rietmann. Beide sind gut befreundet. Auch Fußball war natürlich Thema. "Da habe ich herumgeflachselt, dass alles etwas eintönig wird nach sieben Jahren und Lust auf etwas Neues vorhanden wäre...", erzählt Müer. "Da hat Jannis gesagt: Komm' doch nach Dreierwalde." Nummern wurden ausgetauscht, ein Tag später war Ahmann am Telefon. Und siehe da: Inzwischen hat Müer bereits 13 Einsätze (1.088 Minuten, ein Tor) für die Brukteria auf dem Buckel.
In Niedersachsen machen sie es nicht mit den Fähnchen
In Varenrode hat er sich allerdings nichts zu Schulden kommen lassen. "Der Wechsel kam jetzt nicht, weil es mir da nicht mehr gefallen hat. Das waren da alles Kumpel von mir", so der Mittelfeldmann. Er war ja sogar Kapitän im kleinen Speller Dorfclub. "Ich brauchte einfach nochmal was Neues und wollte die letzten guten Jahre nochmal anders nutzen." Mit Ende 20 geht das noch. Der Schritt raus aus dem gemachten Nest, raus aus dem Alltagstrott hat sich gelohnt. Schließlich lernt er neue Seiten des Sports kennen. "Was es tatsächlich in Niedersachsen nicht gibt: Die Betreuer, die mit den Fähnchen an den Seitenlinien stehen...", erklärt Müer lachend. Die Auswärtsfahrten seien kürzer. Und das Niveau? "Von der Vermutung her, würde ich sagen, dass die Kreisliga A Tecklenburg etwas stärker ist." Varenrode spielt in der Kreisliga Süd/Mitte Emsland.
Kommen wir nun aber endlich zur 'Big Fish'-Frage. Führungsqualität bringt Müer also mit.
Erfahrung auch. In der Jugend und später auch in den Senioren spielte er für den SC Spelle-Venhaus. Bis 2017 blieb er dort, spielte damals kurzzeitig mal in der Bezirksliga-Reserve. Anschließend folgte der Wechsel nach Varenrode. "Da hat's mir auf Anhieb gut gefallen", sagt Müer. In der Saison 2018/19 sind gar 13 Treffer in 29 Einsätzen verzeichnet. Ein Rekordwert für ihn. "Da wurde ich öfter mal angeschossen", sagt der Dreierwalder und lacht. In Varenrode war er Sechser, das Dreierwalder Zentrum ist jedoch gut besetzt, Ahmann lässt ihn daher häufiger auf den Außen ran. "Mir wird nachgesagt, dass ich sehr schnell rennen kann", sagt Müer. Ob das so ist, sollen andere beurteilen. "Ich finde es immer toll, wenn ich schneller bin als mein Gegenspieler." Ergibt Sinn.
"Da musste ich ein bisschen lachen"
Mit seiner Einsatzzeit ist er durchaus einverstanden. Zumal er sich gerade vor Weihnachten etwas in die Winterpause schleppen musste. Die Kniekehle machte Faxen. Irgendwas ist ja immer. Wie kam seine große Vorstellung bei ihm an? "Da musste ich ein bischen lachen, als ich das damals gelesen habe. Ich wurde bisher noch nicht als dicker Fisch bezeichnert. Den Vorschussloorbeeren muss man gerecht werden - ob das gelungen ist, müssen andere beurteilen", ist Müer definitiv kein Selbstdarsteller. Mögen wir.
Mit Dreierwalde verlor er bisher sämtliche vier Testspiele der Vorbereitung. Aber Resultate von Testspielen jucken ja eh nicht so wirklich. Der Blick richtet sich eher auf den 7. März, wenn Dreierwalde freitagabends gegen Westerkappeln das Auftaktspiel der A-Liga bestreitet. "Unseren vierten Platz würde ich nach der Saison so unterschreiben", wünschen sich die Dreierwalder eine Bestätigung der Hinrunde. Zugesagt hat Müer übrigens auch schon für die neue Saison. Neben Rietmann zocken mit Julian Bülter und Adrian Lager ja auch weitere Speller bei der Brukteria. Da kann man sich nur wohlfühlen.








































