Kreisliga A
Wie heiß ist dieses Eisen schon?
Von Fabian Renger
(10.07.24) "Ich hab keine Ahnung, wie im Ansatz die Aufstellung am ersten Spieltag aussehen wird. Die Jungs müssen sich alle reinhauen." Kevin Gütt kommen in diesen Tagen maximal Freudentränen. Seit der vergangenen Woche hat die Reserve der ISV den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. Die ersten Einheiten sind bestritten, das erste Testspiel wurde mit 5:1 auf dem Dickenberg gewonnen - und wir haben eine ganz einfache Frage zu klären. Im Zuge der Wechselübersicht schrieben wir davon, dass die ISV ein ganz heißes Eisen werden könnte. Reichen wir diese Frage weiter: Wie heiß ist dieses Eisen wirklich?
"Für uns geht's erstmal darum, unsere Inhalte durchzubringen und dann müssen wir uns unser Spiel erarbeiten", sagt Gütt. "Wenn wir das auf den Platz kriegen plus unsere individuelle Klasse plus die nötige Intensität und und und und - dann brauchen wir uns vor keinem Gegner verstecken. Ich glaube, wenn wir unser Spiel durchbringen, liegt es an uns, ob wir das Spiel gewinnen oder nicht. Dann kann es richtig gut ausehen. Aber wir müssen ganz viel dafür tun, um diese Rolle einnehmen zu können."
Kuhlenbeck soll erstmal vorne spielen
Eines steht schonmal fest: Auf den Mund gefallen ist der Nachfolger von Freddy Stienecker auf der Cheftrainer-Position nicht. Doch so selbstbewusst darf Gütt auch sein. Einerseits muss er zwar die Abgänge von Johannes Weweler (bester Torschütze der Vorsaison) und Matthias Eiter zur eigenen Ersten verkaften; andererseits bekommt er aber auch Qualität, die sich gewaschen hat.
Felix Kuhlenbeck und Jost Feldhaus etwa kommen aus der Landesliga-Mannschaft runter. Beide spielten dort 26-mal. Kuhlenbeck kam auf die drittmeisten Einsatzminuten, Feldhaus erzielte die zweitmeisten Tore. Unterschiedspieler für die A-Liga. Feldhaus ist neuerdings U13-Trainer des VfL Osnabrück, dürfte aber sonntags wohl meistens zur Verfügung stehen. Kuhlenbeck, auch Defensiv-Spezialist, ist ebenfalls voll einzuplanen und dürfte bei der A-Liga-Reserve wohl im Angriff aufgeboten werden. Gütt sieht ihn dort vornehmlich als Bälle-Festmacher.
"Hinten sind wir sowieso schon aufgestellt", verweist der Coach auf Defensiv-Leistungsträger wie Milorad Miscevic, Jannis Keller oder auch Jannis Keller. In der Kette dürfte auch Steffen Berkemeier (Neuzugang aus Dörenthe) zu finden sein. Reaktiviert wurde mit Lennart Oberhaus und Julian Schimmöller Leute mit unfassbarer Präsenz auf dem Platz (Oberhaus) oder unfassbarer Kommunikationsstärke (Schimmöller). Von den vielversprechenden A-Jugend-Aufrückern ganz zu schweigen. Rayan Barakat traf etwa auf dem Dickenberg schon doppelt.
"Die Jungs müssen sich anstrengen"
Auf etwa 25 Kaderspieler kann Gütt künftig bauen. Bislang waren 15, 16 Leute beim Training, was ein guter Trend ist. Gerade in der Rückserie - die ISV war da zweitschlechteste Truppe - lief es vor allem in puncto Trainingsbeteiligung unterdurchschnittlich mies. Das lässt sich vom Vorbereitungsstart nicht behaupten. Der Konkurrenzkampf sei gut, die Stimmung auch. "Die Jungs müssen sich anstrengen und die Zeit nutzen, wenn sie auf dem Platz stehen", so der neue Übungsleiter, der vor allem inhaltlich arbeiten möchte.
Zum Start - auch auf dem Dickenberg - steht das Spiel gegen den Ball im Vordergrund. Beim SVD war vor allem das Thema Angriffspressing gefragt. Das sah schon gut aus, die ISV kreierte viele hohe Ballgewinne. "Das hat gepasst", freut sich Gütt. Defensiv hingegen taten sich noch ein paar Probleme beim Verteidigen von hohen Bällen auf. Was nicht sonderlich überrascht: Mit Fazlic, Berkemeier, Keller und Hamza Özen (Neuer aus der U19) waren hinten vier Leute aus drei verschiedenen Mannschaften unterwegs. Abstimmung fällt nicht direkt vom Himmel. Das pendelt sich wohl ein.
Trainingslager in Krefeld
Sollten Feldhaus, Kuhlenbeck oder die bereits vorhandenen Säulen wie etwa Tom Bergmann fit bleiben, dann kann das was werden. Jetzt geht's allerdings erstmal für einen Teil auf die nachgeholte Mannschaftsfahrt. Das Testspiel gegen Borussia Emsdetten II am Donnerstagabend (11. Juli/19.30 Uhr Anstoß am Teekotten) wird entsprechend eher zum Schaulaufen der Neuzugänge. In der darauf folgenden Woche wird es richtig wild. Die ISV-Zweitvertretung reist nach Krefeld. Trainingslager. Freitagabends (19. Juli) kickt das Gütt-Team bei Viktoria Krefeld. Angesetzt auf Asche. Das wäre im Juli folglich ein echter Härtetest, aber Gütt ist kein Quälix. Das Spiel findet auf Rasen statt. Glück gehabt. Samstagabend wird die Düsseldorfer Altstadt angesteuert. Teambuilding. Wollen wir mal hoffen, dass auch am Glas die Intensität hoch genug ist - da machen wir uns aber keine Sorgen...








































