Kreisliga A
Alles andere als eine Sensation
Von Fabian Renger
(05.01.26) „Alles andere wäre auch Quatsch gewesen.“ Tatsache, Stefan Gütt: Es wäre auch wirklich komisch gewesen, wenn die Ibbenbürener Spielvereinigung mit Alex Lust Schluss gemacht hätte. Der Trainer der ISV-Reserve bleibt auch in der Saison 2026/27 im Amt. Keine Sensation – so ehrlich müssen wir sein. Trotzdem lest bitte weiter. Es gibt nämlich auch ein paar handfeste Neuigkeiten in personeller Hinsicht. (Teasern können wir.)
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„Die spielen ja eine Top-Hinrunde. Er baut immer wieder junge Spieler ein, hat aber auch einen Gerrit Oberhaus dabei, der sicherlich einer der besten Spieler in der Kreisliga A ist. Die Mischung passt ganz gut“, lobt Gütt. „Von der Qualität her ist die Mannschaft gut bestückt. Wenn sie unter die ersten fünf kommen, ist es super.“
Sehr, sehr gute Werte
Tabellarischen Druck – Stichwort Zwote, Stichwort Ausbildungsgedanke – gibt es freilich keinen. Trotzdem ziehen wir uns kurz die Zahlen rein: Platz drei mit 33 Zählern steht zur Winterpause zu Buche. 47:18 lautet die beachtliche Tordifferenz. Zum Vergleich: In der gesamten Vorsaison holte die ISV 41 Punkte und erzielte 54 Tore. Sollte nicht alles komplett den Bach runtergehen, dürfte sowohl die Punkte- als auch die Tormarke pulverisiert werden. Offensiv ist Lusts Team die zweitbeste Mannschaft, defensiv sogar die beste der Liga. In jedem Ligaspiel traf die ISV ins Netz, siebenmal stand die Null. Vernünftige Werte.
Wie dürfen wir das alles nennen? Hervorragend? „Bei uns läuft’s gut – vielleicht sogar sehr gut für unsere Verhältnisse als zweite Mannschaft“, sagt Lust. Gütt berichtet von einem „relativ kurzen“ Gespräch mit dem Übungsleiter über dessen Zukunft. Stimmt das? Lust nickt. „Er hat einmal kurz gefragt, ich habe Ja gesagt.“ Ganz unkompliziert läuft das also ab im Sportzentrum Ost.
Börgel bleibt, "Arjen geht"
Lust ist allerdings niemand, der gerne über sich selbst redet. Stattdessen legt er den Fokus auf die Performance seiner Jungs. Ob er mit so einer starken Hinrunde gerechnet hätte? „Zugetraut habe ich uns das auf jeden Fall. Ich weiß aber auch, wie die Zweite im letzten Jahr gehandelt wurde. Die Jungs müssen es nur abrufen“, sagt der Coach. Bislang ruft sein Team das Leistungsvermögen fraglos ab. „Es ist eine Mischung aus vielem. Vor allem Konstanz ist das große Wort. Wir hatten wenig Pech mit Verletzungen und viele Spieler, die regelmäßig gespielt haben. Die A-Jugendlichen haben sich richtig gut gemacht, Gerrit Oberhaus ist einfach ein Leader. Es waren drei, vier Dinge, die den Ausschlag gegeben haben – ich brauche gar nicht von mir zu reden.“ Da mag einer seine Mannschaft.
Wen er auch mag: Benedikt Börgel. „Er ist eine Mischung aus Betreuer, Co-Trainer und Feelgood-Manager und macht einen super Job“, lobt Lust. Umso glücklicher ist er, dass Börgel an Bord bleibt. Allerdings muss er ab dem Sommer auf Alex „Arjen“ Eiter verzichten. Der Co-Trainer zieht sich aus beruflich-privaten Gründen zurück. Eiter gehört gewissermaßen zum Inventar der Zwoten – bereits unter Steffen Büchter (!) war er einst Teil des Trainerstabs. Ein neuer Co-Trainer wird gesucht. Lust will weiterhin zu dritt arbeiten.
Drei Winter-Neuzugänge
Und dann kommen wir zum Kader. Wie der im Sommer aussieht? Abwarten, was in der Ersten passiert und so weiter – das Los einer Zweiten. Fakt ist aber: Im Winter gibt es gleich drei Neuzugänge. „Alle drei haben sich von selbst bei mir gemeldet“, sagt Lust.
Die auffälligste Personalie: Brukteria Dreierwaldes Torwart Simon Albersmann spielt jetzt für die ISV. „Er ist ehrgeizig. Unser Torwarttrainer Bjarne Hallmann war sehr begeistert von ihm. Er bringt eine geile Statur und eine gewisse Präsenz mit“, freut sich Lust. Über diverse Connections meldete sich Albersmann bei der ISV. Derzeit laboriert der Keeper, der zweifellos zu den besten der Liga gehört, allerdings noch an einem Mittelfußbruch. Damit verfügt Lust über drei Schnapper. Auch Max Mau und Lukas Egbert gehören zum Torwartteam.
Ein altbekanntes Gesicht ist derweil Sarujan Sritharan. 2023 wagte der Spieler des Jahrgangs 2000 den Sprung auf den Kahlen Berg zu den Tecklenburger Kobbos. Dort war er vor allem in der vergangenen Spielzeit mit 26 Einsätzen in der Bezirksliga Stammspieler. In der Hinrunde kamen acht Partien hinzu. Nun die Rückkehr. „Einer für die Flügel mit guter Geschwindigkeit. Er wird uns offensiv weiterhelfen“, freut sich Lust. „Saru“ gab bereits beim Hallenturnier der ISV am Wochenende sein Debüt.
Das gilt auch für Djordje Savic. Er wird im Februar 20 Jahre alt und kommt ebenfalls von den Kobbos ins Sportzentrum Ost. In der Jugend kickte Savic für Preußen Lengerich, anschließend eine Saison für den FCE, ehe es ihn 2024 zu den Kobbos zog. Sieben Einsätze
stehen laut fussball.de bislang in der laufenden Saison zu Buche, seiner zweiten im Herrenbereich. „Ein sehr athletischer Junge“, sagt Lust. „Er hat einen sehr guten linken Fuß und ist technisch versiert.“ Gerade aufgrund dieses linken Fußes kommt er wie gerufen. Schließlich verfügt Lust mit Lennart Oberhaus und Andreas Kirillov bislang nur über zwei Linksfüße. „Sonst sind wir eine komplette Rechtsfußmannschaft.“
Veränderung in der Dritten
Die Dritte stieg ja im Sommer unter Steven Kusche in die Kreisliga B auf. Nach starkem Saisonstart pendelte sich das Team im Tabellenkeller auf Rang 13 ein. Trotzdem natürlich alles im Lot - als Dritte musst du im Haifischbecken B-Liga auch erstmal bestehen. "Steven hört im Sommer auf", erklärt Gütt. Das liegt nicht am sportlichen Aspekt, sondern ist zeitlich begründet. Kusche ist nämlich bekloppt und trainiert aktuell noch zeitgleich die B2-Jugend. "Das wird zu viel", so Gütt. Ab dem Sommer werde sich Kusche daher voll auf die Jugendarbeit konzentrieren. Noch kann Gütt in der Dritten keinen Nachfolger präsentieren.









































