Kreisliga A
Dreierwalde in der Wetterfalle
Von Fabian Renger
(28.10.25) Hubi Ahmann, Trainer von Brukteria Dreierwalde, hatte einen Hals. Am Wochenende musste er mit seiner Mannschaft in Lengerich antreten. Eigentlich hätten die Dreierwalder ein Heimspiel gehabt. Doch das heimische Areal am Weikamp stand unter Wasser. Also wurde das Heimrecht getauscht. Gespielt wurde in Lengerich statt in Dreierwalde; um 15.30 Uhr statt um 15 Uhr und auf Kunstrasen statt auf Naturrasen. Man sei dazu gezwungen worden, bekräftigte Ahmann. "Wir hätten gerne zuhause spielen wollen und wollten gerne aufs Heimrecht bestehen." Doch der Kreis winkte ab.

An und für sich kein außergewöhnlicher Vorgang. "In der Saisonabschlusstagung hatten wir den Vereinen schon damals extra gesagt: Wir können vom Kreis aus in der Hinrunde einen Heimrechttausch beantragen, wenn beim Gegner ein Platz frei ist", erklärt Markus Echelmeyer, Staffelleiter der Kreisliga A. So steht’s auch in den Durchführungsbestimmungen: "Die spielleitende Stelle behält sich bei Platzsperrungen vor, die Durchführung des Spiels am gleichen Spieltag unter Tausch des Heimrechts oder auf neutralem Platz anzuordnen."
Holtmeyer wies die Vereine nochmal darauf hin
Und kurz vorm Wochenende hatte Imke Holtmeyer, stellvertretende Kreisvorsitzende und Vorsitzende des Kreisfußballausschusses, eine Mail an die Vereine geschrieben, die uns ebenfalls vorliegt. Darin heißt es: "Wir sind nun in der Zeit angelangt, wo das Wetter sehr unbeständig sein kann. Um nicht zu viele Spielausfälle und somit Nachholspiele zu bekommen, ist eure Mitarbeit gefragt. Jedes Nachholspiel bedeutet einen Wochenspieltag mehr und kann evtl. Probleme im laufenden Trainingsbetrieb bedeuten." Weiter heißt es: "Dieses bedeutet aber auch, dass z. B. ein Spiel, das zu 11:00 Uhr angesetzt war, evtl. erst um 17:00 Uhr angepfiffen werden kann. Um den Stress am Spieltag für euch und den Staffelleiter zu entgehen, setzt euch ggf. schon frühzeitig mit eurem Gegner in Verbindung und überlegt, welche Ausweichmöglichkeiten euch zur Verfügung stehen. Läuft es auf einen Heimrechttausch hinaus, bedeutet das nicht, dass ihr auf euer Heimrecht verzichtet. Außerdem werdet ihr beim Gegner voraussichtlich auch im Rückspiel auf Kunstrasen spielen, sodass dieses auch keinen Nachteil mit sich zieht."
Beim Thema Nachteil grätscht Ahmann ein. "Es ist ein klarer Nachteil für Mannschaften, die nur Rasen haben", sagt er zum Spielortwechsel auf Kunstrasen. "Wir tauschen ja nicht nur das Heimrecht, wir tauschen uns auch einen sportlichen Nachteil ein." Seine Mannschaft habe sich nicht erst in Lengerich wie tapsige Bären auf dem ungewohnten Geläuf bewegt. Routinier Michael Ungru sagte die Teilnahme am Spiel ab, da seine Knochen das Kunstgranulat nicht abkönnen.
Ahmann und die Angst von einem Kunstrasen-Marathon
Ahmann schaut sorgenvoll in die Zukunft. Sechs Spieltage stehen noch bis zum Winter an – zwei Heimspiele, vier auswärts. Und bei fünf Gegnern stehen Kunstrasenplätze zur Verfügung. Ahmann grübelt: Gibt’s jetzt sieben Auswärtsspiele auf Kunstrasen hintereinander, weil das Wetter nichts anderes zulässt und ständig der Spielort getauscht wird? "Wenn’s schlecht läuft, haben wir dann zwölf Auswärtsspiele in der Hinrunde gemacht. Das kann ja nicht gerecht sein und hat auch nichts mit Fairness zu tun."
Auf die Frage, ob dieses Szenario denkbar wäre, zuckt Echelmeyer mit den Achseln: "So weit bin ich gedanklich noch nicht." Er selbst hat halt auch einen Job zu erledigen. "Wenn möglich, dann sollte man das Heimrecht tauschen. Wenn man auf den Kalender schaut, sieht man: Wir haben bis in den Dezember hinein noch Spiele. Alles, was jetzt ausfällt, da habe ich kaum noch Möglichkeiten, die Spiele neu anzusetzen."
Ahmann: "Der dicke Fehler wurde im Sommer gemacht"
Hier wiederum muss Ahmann mit dem Kopf schütteln. "Meines Erachtens wurde der dicke Fehler im Sommer gemacht", verweist er auf den Spielplan. Im Kreis ging es mit der Saison zwei Wochen später los als zum Beispiel in Steinfurt. Damals hatten die Tecklenburger Vereine mehrheitlich für einen späten Saisonstart votiert. Hätte man früher begonnen, wäre man jetzt quasi durch mit der Hinrunde. Sonst wäre die Lage jetzt ganz anders, findet Ahmann. Nun befinde man sich ja noch mitten in der Hinrunde. "Da geht das viel zu früh los mit den Problemen und Nachteilen. Drei Spieltage hätten wir noch locker irgendwie durchkriegen können, aber keine sechs." Zumal seine Mannschaft nur auf Rasen trainieren kann und keine wirkliche Ausweichchance auf einen Kunstrasenplatz hat. "Wir können auch in dieser Woche vermutlich nicht auf unseren Rasenplätzen trainieren", so Ahmann. Ein Dilemma für ihn.
Nun haben wir einiges gelernt: Im Optimalfall soll das Heimrecht getauscht werden – und das wird auch künftig so praktiziert, sofern beim Gegner ein Platz frei ist. Das war bei den Spielen SC Hörstel – Arminia Ibbenbüren (verlegt auf den 5. November zu Arminia), VfL Ladbergen – Eintracht Mettingen II (verlegt auf den 22. November) sowie beim Match SC Halen – Eintracht Mettingen I (verlegt auf den 4. Dezember und nach Mettingen) nicht der Fall. Dort spielten sonntagnachmittags bereits andere Teams.
Und was war dann mit Ladbergen - Laggenbeck?
Nun müssen wir aber noch ein paar Wochen zurückschauen. Es ging um einen maximal kuriosen Fall. Der VfL Ladbergen hätte gegen Cheruskia Laggenbeck spielen sollen. Der Kunstrasen in Ladbergen ist derzeit aufgrund von Sanierungsarbeiten nicht bespielbar. Der Rasenplatz war als Spielstätte angedacht; dort hatte seinerzeit nachts aber nach Angaben der Ladberger die Beregnungsanlage gelaufen, und der Platz soll unter Wasser gestanden haben. In Laggenbeck hätte man nachmittags spielen können. Doch hier kam es nicht zu einem Heimrechttausch. Das wirkt jetzt natürlich maximal merkwürdig.
Dreierwalde muss nach Lengerich eiern, Ladbergen musste nicht nach Laggenbeck fahren? Echelmeyer räumt ein: "Es kam die Aussage, dass der Platz angeblich belegt gewesen sein soll. Ich war zu dem Zeitpunkt im Urlaub und konnte das nicht nachgucken. Das ist blöd gelaufen, man hätte das Spiel tauschen und drehen können. Das ist mir einfach untergegangen." Ob die Beregnungsanlage in dem Fall wirklich kaputt gewesen ist? "Das stelle ich nicht in Frage. Wir haben sowieso keine Handhabe, wenn wir eine Platzsperre von der Kommune bekommen."








































