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Kreisliga B1

57 Jahre? Ach, doch kein Alter fürs Laufbahnende. Jedenfalls nicht für Maarten Sommers (r.). Foto: privat

Alter schützt vor Ehrgeiz nicht


Von Julian Schimmöller

(14.07.20) 57 Jahre jung ist Maarten Sommers - und jung darf man in diesem Fall mit Fug und Recht sagen: Denn der gebürtige Holländer steht nach wie vor regelmäßig im Tor bei der zweiten Mannschaft des BSV Brochterbeck. Und sein Handwerk versteht er nach wie vor ausgezeichnet, Öffnet externen Link in neuem Fensterwie man auch den Brochterbecker Spielberichten entnehmen kann. Und das bestätigt im Übrigen auch Trainer Kay Upmeyer: "Wir sind sehr froh, Maarten zu haben und sind super zufrieden mit ihm."

Sommers Vita hätte sich für diesen Sommer normalerweise mit dem B-Liga-Aufstieg schmücken dürfen, da Brochterbecks Zweite aufgrund der Corona-Situation als Fünftplatzierter der Aufstiegsrunde nach oben aufrücken dürfte. Daraus wird allerdings nichts: Brochterbecks Zweite verzichtet auf ihr Aufstiegsrecht. "Dafür ist das Personal, gerade im Winter, zu knapp. Wir wollen uns nicht jeden Sonntag abschlachten lassen", erläutert Upmeyer. Im vergangenen Jahr wurde der Kader immer wieder auch mit Altherren-Spielern aufgefüllt, die für die B-Liga aber nicht mehr zur Verfügung stehen würden.

Ein Mann für alle Fälle

Sommers selber hätte sich über den Aufstieg gefreut, sagt aber auch: "Ich kann die Entscheidung absolut verstehen." Selber strotzt der Keeper nur so vor Ehrgeiz, auch für die kommende Saison hat er ein klares Ziel: "Ich möchte mindestens ein Spiel für die erste Mannschaft machen." Darüber habe er mit Neu-Coach Fritz Puhle auch schon gesprochen, ohnehin trainiert Sommers in der Regel bei der ersten Mannschaft mit. Die profitiert davon ebenfalls - dank des Routiniers kann häufig mit zwei Torhütern trainiert werden.

Sommers trainiert aber nicht nur bei der Ersten mit, er springt auch bei Bedarf im Tor ein. Wenn die Altherren-Mannschaft der Brochterbecker spielt, ist Sommers ebenfalls aktiv, Öffnet externen Link in neuem Fenstermit der Ü50 von Preußen Lengerich wurde er westdeutscher Meister. Während andere es in seinem Alter also ruhig angehen lassen, nimmt Sommers so ziemlich alles mit. Er sagt: "Wenn ich mich zeigen muss, spiele ich besser, dann kann ich auch mal über meine Grenzen hinaus gehen." Dementsprechend wechselte er nach Anfängen bei den Alten Herren in Brochterbeck auch schnell zum normalen Seniorenbereich - er brauche die Herausforderung.

Links: Papa Maarten Sommers als Trainer. Unterm Pfeil: Sein Sohn Pierre. 1998 war das. Foto: privat

Zum Fußball fand Sommers erst vor gut 20 Jahren wieder zurück: Nachdem er in der Jugend in den Niederlanden spielte und er über Frankreich und die USA schließlich nach Deutschland kam, hielt er sich zunächst mit anderen Sportarten fit. Laufen, Fitness - und jahrelang Eishockey. Da braucht man jede Menge Kraft - und davon profitiert er heute noch. Mit seinem Umzug nach Brochterbeck 1998 fand Sommers dann wieder zum Fußball zurück, zunächst allerdings nur als Trainer der Teams, in denen Sohn Pierre kickte.

"Das hat sehr viel Spaß gemacht, ich war immer voll dabei. Ich wurde dann gefragt, ob ich nicht auch spielen will, und so hat sich das Ganze dann entwickelt", erzählt Sommers. Aus anfänglichem Aushelfen wurde dann regelmäßiges Training, und das ist bis heute so. So kam es dann, dass Sommers vor einigen Jahren dann gemeinsam mit Sohn Pierre für die Brochterbecker Erste in der Kreisliga A auf dem Platz stand - zwischen beiden liegen stolze 32 Jahre! Aktuell klappt das aber nicht mehr - Pierre wohnt inzwischen in Hamburg.

Kein Geheimrezept

Ein Geheimrezept für seine Fitness gibt es laut dem 57-Jährigen nicht: "Ich bin einfach sehr konsequent, was den Sport angeht. Zuhause bleiben, weil es regnet - sowas kommt für mich nicht infrage." Und Trainer Upmeyer ergänzt: "Maarten ist unkaputtbar. Er ist immer dabei und will immer spielen."  In Brochterbeck jedenfalls sind sie enorm froh, dass der Routinier nach wie vor voll im Saft steht und so die schwierige Torwart-Situation etwas entspannt: Neben Sommers steht in Max Mau nur ein weiterer Torhüter im Senioren-Bereich zur Verfügung. Sorgen, dass Sommers bald nicht mehr zur Verfügung steht, muss sich der BSV nicht machen: "So lange ich fit bleibe, mache ich weiter."

Dauerhaft würde man sich in Brochterbeck natürlich aber auch freuen, wenn ein Nachwuchskeeper nachrückt. Der müsste aber natürlich erst einmal an Sommer vorbei kommen. Das ist nämlich nicht so leicht, wie man meinen könnte. Und das bekommt auch der ein oder andere junge Angreifer im Training mal zu spüren, wie Sommers lachend schildert: "Da stachel ich die Jungs dann gerne auch an, dass sie gegen den alten Mann doch mal ein paar Tore schießen sollen..."



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