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Doppelpass

Lars Finke ist seit einer Woche neuer Kreisvorsitzender. Foto: Fußballkreis Tecklenburg

Beim Grünkohlessen fing es an...


von Fabian Renger

(07.04.22) Lars Finke ist ein Mann der Tat. Seit seinem 18. Lebensjahr ist der 38-Jährige von Germania Schale kaum noch wegzudenken. Seine Liste an Posten ist lang und länger: Jugendobmann, Jugendtrainer (etwa 16 Jahre lang), aktuell Marketing-Beauftrager. Selbst als Schiedsrichter war er einst für seinen Heimatverein unterwegs. "Ab und zu darf ich noch ein bisschen in unserer Zweiten kicken", erzählt Finke. Schales Reserve spielt Kreisliga D. Näher kann Finke also kaum an der Amateurfußball-Basis dran sein.

Wer jetzt immer noch nicht geschnallt hat, warum euch das alles zu interessieren hat, dem wir rufen wir kurz ins Gedächtnis, welchen wichtigen Job dieser Lars Finke seit nun knapp einer Woche innehat: Er ist neuer Vorsitzender des Fußballkreises Tecklenburg und damit Nachfolger von Helmut Hettwer. In den vergangenen drei Jahren wurde Finke - hauptberuflich als selbstständiger Finanzberater tätig - als stellvertretender Kreisvorsitzender an diesen Posten herangeführt. Was er da eigentlich gemacht hat, wie lange er den Job ausüben will, welchen Posten er wohl nicht noch einmal haben möchte und was der Kreis so alles plant - wir haben mit ihm über dies und jenes geplaudert.

Herr Finke, erstmal Glückwunsch nachträglich zur Wahl! Haben Sie eigentlich eine Wette verloren, oder warum wird man in diesen Zeiten Kreisvorsitzender?
Finke: Warum in diesen Zeiten? Bei Corona ist hoffentlich - zumindest was den Fußball angeht - das Schlimmste vorüber. Die drei Jahre als Eingewöhnung haben gut getan, um das Umfeld kennenzulernen. Im Kreis läuft die Zusammenarbeit mit den mit den Vereinen eh  harmonisch. Und gerade das Team drumherum, das Helmut um sich aufgebaut hat, ist jung und fleißig. Da macht es Spaß, diesen Posten zu übernehmen.

Wie lief das denn jetzt genau ab: Sie sind ja vor drei Jahren neu hinzu gestoßen in den Kreisvorstand.
Finke: Vor etwa sechseinhalb Jahren ist Helmut auf mich zugekommen. Er brauchte noch jemanden für die Bezirksspruchkammer der Jugend. Zu der Zeit war ich noch Jugendvorstand bei Germania Schale. Das Amt in der Spruchkamer war allerdings nicht so ein aufregender Posten.  In drei Jahren hatten wir eine Sitzung - und das war's...

...wirklich aufregend...
Finke: Man kann daran sehen, dass es in unserem Kreis ziemlich ruhig zu geht. Vor drei Jahren im Januar hatten wir dann ein gemütliches Grünkohlessen in Lienen mit allen, die etwas für den Kreis machen. Da hat mich der komplette Vorstand zur Seite gebeten und gefragt, ob ich mir den Kreisvorsitz vorstellen kann. Da habe ich gesagt: Ne, vorstellen kann ich mir das gar nicht, weil ich mit dem Kreisvorstand vorher nichts zutun hatte.

Finke gab dann zumindest sein halbfinales 'Go': Ja, er wolle mehr machen. Aber eben nicht direkt den Kreisvorsitz. Und so wurde er zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden. "Im Nachhinein war es - gerade im Hinblick auf Corona - wohl die richtige Entscheidung", sagt Finke lachend.

Was genau hat man denn als stellvertretender Kreisvorsitzender überhaupt für Aufgaben, um mal ganz doof zu fragen?
Finke: Wie es der Name schon hergibt, ist man vor allem auf Verbandsebene der Stellvertreter des Kreisvorsitzenden. Heißt: Man übernimmt Fahrten nach Kaiserau oder geht zu anderen Verbandssitzungen. Da habe ich mich schön eingearbeitet und viele Leute kennengelernt. Auf Kreisebene war ich in jedem Monat bei der Fußballausschuss-Sitzung, um dessen Arbeit und die Abläufe kennenzulernen. Bei der Spielplan-Ausarbeitung und der Staffeleinteilung war ich auch mit dabei und weiß daher, dass das kein Zuckerschlecken ist.

Helmut Hettwer übte den Posten drei Jahre aus. Sein Sohn Marc ebenfalls. Wie lange machen Sie es dann? Länger - und auf Lebenszeit? Sie sind ja noch jung...
Finke (lacht): Nein, nicht auf Lebenszeit. Ziel ist es auf jeden Fall, es mindestens zwei Perioden zu machen.[Eine Legislaturperiode dauert drei Jahre, d. Red.] Drei Jahre Einarbeitung sind zwar schön - wegen Corona hat man aber nicht alles gesehen und kennengelernt. Und in den nächsten drei Jahren werde ich auch nicht alles können und wissen.

Was haben Sie sich Ziele für die nächsten Jahre gesteckt? Wird der Kreis und alles, was Helmut Hettwer zuletzt angepackt hat, auf links gedreht?
Finke (lacht): Nein. Dann müsste Helmut ja alles schlecht gemacht haben - und das war ja definitiv nicht der Fall. Er hat es ja sehr, sehr gut gemacht. In allen Belangen. Wichtig ist es für mich, unser Kreis-Team am Laufen und dort den Spaß an zu behalten. Dann haben nämlich auch die Vereine Spaß daran. Wenn wir genau so weiter arbeiten wie jetzt, dann ist uns allen geholfen. Da sind wir auf einem sehr guten Weg. Klar gibt es hier und da Verbesserungsmöglichkeiten, aber keine gravierenden. Es gibt maximal Kleinigkeiten und Stellschrauben, die man anders drehen sollte.

Da gehe es laut Finke vor allem um interne Abläufe oder Änderungen. Die große Ligareform, beispielsweise die bereits vor etlichen Jahren ins Leben gerufene eingleisige B-Liga, ist ja bereits im vollen Gange. "Das kam ja nicht von jetzt auf gleich", so Finke dazu.

Fahren Sie jetzt eigentlich zu jeder Jahreshauptversammlung, um sich mal vorzustellen? Oder wie läuft das ab?
Finke (lacht): Nee, ich fahre jetzt ganz sicher nicht zu jeder Jahreshauptversammlung. Das ist eher was für die Bürgermeister.

Also tuckern Sie jetzt nicht übers Land?
Finke: Ich werde mich jetzt nicht bei jedem Verein persönlich vorstellen. Viele kennen mich natürlich auch schon. Aber es gibt auch noch einige, die mich noch nicht kennen. Wir werden demnächst auch die Vereinsdialoge wieder ins Leben rufen und die Vereine besuchen. So wie wir es vor drei Jahren schonmal gemacht haben.

Vereinsdialoge? Jetzt müssen Sie mir mal helfen.
Finke: Wir werden vier, fünf Vereinsdialoge abhalten. Zu diesen Terminen werden dann ein paar Vereine und deren Vertreter eingeladen. Dann können sie erzählen, was ihnen gerade nicht passt oder was es für Verbesserungsvorschläge für die Kreisarbeit gibt. Aber auch andersherum berichten wir von Neuigkeiten.

Also beschnuppert man sich auf diesen Terminen einmal - ganz doof gesagt.
Finke: Genau. Dann sagt man einmal, was man vom Kreisvorstand hält oder was es vor Ort zum Beispiel mit der Gemeinde für Probleme gibt oder Ähnliches.



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