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Mehr als ein halbes Jahrhundert sind Christian Heuvers, ...
... Jacques Emmerich und ...
... Martin Knitelius zusammengerechnet für Germania Hauenhorst am Ball.

Germanias Grand Seigneurs


Von Christian Lehmann

(18.05.17) Als Jacques Emmerich im zarten Alter von drei Jahren als kleiner Dötz zu kicken begann, ahnte im Waldpark noch niemand, dass er 30 Jahre später eine von drei Germania-Ikonen sein würde, die an diesem Sonntag im Heimspiel gegen Westfalia Kinderhaus feierlich verabschiedet werden.

Jacques Emmerich, 33 Jahre alt, ist technischer Zeichner, Christian Heuvers, 32, Steinmetz, Martin Knitelius, 31, Bankkaufmann. Das ungleiche Trio hätte sich ohne die verbindende Kraft des Fußballs wohl nie kennengelernt. Inzwischen sind sie beste Kumpels, Heuvers ist nicht nur Emmerichs Kegelbruder, sondern auch Patenonkel seines jüngsten Sohnes. Nicht nur, weil sich beide prima verstehen, sagt Emmerich: „Heuvi war fußballerisch immer der beste Mann, den wir hatten.“

Bissiger wird‘s, wenn Heuvers über Emmerich spricht: „Er denkt immer noch, dass er der schnellste und technisch beste Spieler der Bezirksliga ist. Das ist er aber nicht mehr“, sagt er lachend. Er darf das, denn Emmerich weiß, wie er es meint. „Gezofft haben wir uns eigentlich nie“, verrät „Heuvi“.

Auch Knitelius bekommt sein Fett weg. „Er ist der Verpeilte bei uns.“ Vier Jahre in Serie sei „Knitte“ nun schon Tunnelkönig geworden, er trägt selbst bei 20 Grad noch Handschuhe und läuft beim Training als einziger mit rotem Jersey auf, wenn alle anderen Schwarz tragen.

„Ich hatte seit drei Jahren schon überlegt, aufzuhören. Ich habe weitergespielt, weil ich nochmal den Aufstieg schaffen wollte“, sagt Knitelius. „Mit mir sind wir einmal abgestiegen, wir hatten es bisher nie geschafft, nach dem Aufstieg drinzubleiben. Für uns drei ist es jetzt der perfekte Abschied. Perfekter geht es nicht!“

Seitdem Knitelius bei den Hauenhorster Minis begann, kennen sich die drei. Bei den Alten Herren wollen sie weiterhin kicken. Und die Heimspiele verfolgen. „Die bauen für uns ja sogar eine neue Tribüne“, flachst Heuvers. Er hat auch eine klare Meinung dazu, nach wem sie benannt werden soll: „Wenn, dann hat Jacques es verdient.“

Nach einem Faserriss hat Knitelius hartnäckige Oberschenkelprobleme, Emmerich ist nach einem Bänderriss im Sprunggelenk ebenfalls noch nicht schmerzfrei. Und Heuvers? „Der ist doch eh‘ schon seit fünf, sechs Jahren auf Ibuprofen. Der haut sich das Zeug rein wie andere Kaffee“, scherzt Emmerich. Alle drei wollen sich „ihr“ Abschiedsspiel trotz allem nicht nehmen lassen, zumal die Prämie in die Kasse für die Prag-Abschlussfahrt gehen würde. Die Fußballrente hat sich das Trio verdient. Auch wenn man sich Germania Hauenhorst ohne Jacques, „Heuvi“ und Knitte nur schwer vorstellen kann.

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