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Bezirksliga 12 - Lage-Check

Am Montag feierte Bodo Gadomski seinen 46. Geburtstag. "Den werde ich so schnell nicht vergessen", so der Trainer von Emsdetten 05.

Ein außergewöhnlicher Geburtstag


Von Christian Lehmann

(17.03.20) Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat entschieden. Bis zum 19. April ruht der Spielbetrieb im Amateurfußball. Und nun? Wir hören uns in der Liga um und fragen zunächst die Trainer, was sie in der aktuellen Situation beschäftigt. 

 

Emsdetten 05

Bodo Gadomski, alles Gute nachträglich zum Geburtstag! Wie ist die Lage bei euch? Wie geht ihr mit der Situation um?
Der Montag war für mich schon ein besonderer Tag. Den werde ich so schnell nicht vergessen. Gestern habe ich meine Sachen aus der Schule geholt, die Kommunikation mit den Schülern läuft jetzt online. Mein Leben spielt sich größtenteils zwischen der Schule, dem Fitnessstudio, dem Sportplatz und meinem Zuhause ab. An drei dieser Orte darf ich mich derzeit nicht aufhalten. Ich hoffe, dass ich wenigstens noch weiterhin joggen und Rad fahren darf. Ich muss mich bewegen und ertrage es nicht, ruhig zu sitzen. Jeder Mensch braucht eine Struktur in seinem Tag, die wird den Leuten gerade weggerissen. Derzeit weiß ich nicht, wie es den Jungs geht. Am Samstag hat der Vorstand getagt und beschlossen, dass ich die Truppe erstmal nicht mehr zusammenrufen darf. Daran werde ich mich halten. 

Haben die Spieler schon Hausaufgaben?
Ich habe keinen Plan aufgestellt. In unserer Truppe achten die Jungs ja alle auf ihren Körper, die wollen einen schönen Body haben. Ich habe mir etwas Trainings-Equipment nach Hause geholt und stelle ab und an ein Foto von meiner Laufuhr in die WhatsApp-Gruppe. Irgendwann fangen die Jungs von allein damit an, etwas zu tun. Wenn gesagt wird, wie es weitergeht, werden wir auch wieder auf den Platz gehen. Ich denke, bis Anfang Mai müssen wir spätestens wieder spielen. Dann hätten wir noch sechs Wochen Zeit, um das durchzuziehen. 

Deine persönliche Netflix-Empfehlung:
Da bin ich eher altmodisch. Ich schaue generell nicht viel Fernsehen, und wenn, dann ARD, ZDF und die dritten Programme. Damit bin ich groß geworden. Das Einzige, das ich bezogen habe, ist Sky, aber da läuft ja derzeit nix. Ich lese gerne und habe zum Geburtstag zwei Bücher geschenkt bekommen.

SV Wilmsberg

Christof Brüggemann, wie ist die Lage bei euch? Wie geht ihr mit der Situation um?
Bei aller Sorge um die Gesundheit: Ich muss gestehen, dass das erste, was ich gedacht habe, war: "Sch..., das 0:3 gegen Greven könnte mein letzten Spiel als Trainer gewesen sein..." Mein Vater hat mir dann gesagt, ich solle mich freuen, dass wir jetzt nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten. Gestern habe ich noch in die Gruppe geschrieben: "Halloooo, was macht ihr?" Marius Wies hat mit Maxi Langer noch ein paar Bälle gespielt, Ricardo Bredeck war auf dem Heimweg aus München. Ich befürchte, dass es erstmal nicht weiter geht. In der aktuellen Situation hätte ich die Truppe aber eh nicht betreuen können, weil ich beruflich aktuell immer elf bis zwölf Stunden täglich zu tun habe (Anm.: Brüggemann arbeitet bei einem großen Versicherer). Derzeit gibt es ganz viele Anfragen von Kunden, die von der aktuellen Informationsflut überrollt werden.    

Haben die Spieler schon Hausaufgaben?
Ja, gesund bleiben und keine Corona-Partys veranstalten. An die frische Luft gehen kann ja jeder. Außerdem werden wir das eine oder andere Toilettenpapier-Workout anstoßen.

Deine persönliche Netflix-Empfehlung:
Queen of the South! Das ist eine super Serie, in der es um mexikanische Drogen-Kartelle geht. Narcos ist auch gut, so etwas gucke ich gerne. Generell gilt: Mit einem guten Wein ist immer alles erträglicher (lacht).

SG Telgte

Marius Schulz, wie ist die Lage bei euch? Wie geht ihr mit der Situation um?
Die Situation im Moment ist echt nervig und blöd für uns, weil die Truppe echt gut drauf war. Es geht aber im Moment um wichtigere Dinge als Fußball, ich kann das alles absolut nachvollziehen. Ich bin Lehrer an einer Sekundarschule und habe Aufgaben an meine Schüler per E-Mail verschickt. Im Moment habe ich gut zu tun. Ich baue gerade das Haus um, dass ich von meinem Papa geerbt habe. Da ist jetzt genug Zeit, um alles zu renovieren und zu dekorieren. Mir fehlt es neben der körperlichen Betätigung vor allem, mit den Jungs in der Kabine zu sitzen und Unsinn zu quatschen.   

Haben die Spieler schon Hausaufgaben?
Für uns ist es wichtig, ein bisschen Routine zu haben. Wir gucken von Woche zu Woche, sobald es wieder eine Trainings-Freigabe gibt, werden wir was machen.

Deine persönliche Netflix-Empfehlung:
Ich bin kein großer Netflix-Gucker, aber mein Sohn dafür umso mehr. Der guckt gerne Paw Patrol, Peppa Wutz oder Super Jungs. Da gucke ich gerne mit. Paw Patrol ist cool!

Concordia Albachten

Marco Müller, wie ist die Lage bei euch? Wie geht ihr mit der Situation um?
Das ist total ätzend im Moment. Seit gestern kann ich nicht mal mehr zum CrossFit oder in die Sauna. Mit Ausnahme der Familie fallen all meine Lebensmittelpunkte weg. Das ist so ein Sch...-Gefühl! Da merkt man mal, wie viel Zeit eigentlich für Fußball draufgeht. Normalerweise bin ich sechs oder sieben Tage die Woche auf dem Fußballplatz. Wir hatten überlegt, heute Abend ein freiwilliges Training anzubieten, aber dafür habe ich von meiner Frau, die in der Uniklinik arbeitet, einen auf den Deckel bekommen. Das haben wir jetzt abgesagt, in Albachten ist sowieso alles gesperrt. Ich habe schon mitbekommen, dass die Kids hier in Münster teilweise über den Zaun geklettert sind, um zu zocken. Wir hatten für die Osterferien eigentlich eine USA-Rundreise geplant, da bin ich gerade mit der Rückabwicklung beschäftigt. Echt schade, die Kinder hatten sich sehr darauf gefreut. 

Haben die Spieler schon Hausaufgaben?
Jeder macht für sich mindestens drei Einheiten die Woche. Wir müssen erstmal davon ausgehen, dass wir am 26. April wieder spielen. Für nächste Woche wollen wir, soweit möglich, die Jungs in kleinen Gruppen von maximal fünf Leuten was machen lassen. 

Deine persönliche Netflix-Empfehlung:
Ich gucke ganz viele Dokus, zum Beispiel die über Pep Guardiola. Die über Toni Kroos kann ich besonders empfehlen. Am Wochenende habe ich mich noch mit Kumpels getroffen und wir haben uns das Hinspiel zwischen Dortmund und Bayern nochmal angeschaut. Natürlich wird mit den Kindern im Garten Fußball gespielt. Ansonsten versuche ich, mich sinnvoll mit einzubringen, helfe älteren Menschen beim Einkaufen. Vielleicht ist die aktuelle Situation ja ganz gut für unsere Gesellschaft. Wenn wir merken, was uns alles fehlt, werden wir vielleicht auch etwas dankbarer.



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