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Bezirksliga 12

Flo Gerke (r.) hat beim letzten Mal (zu Recht) mit uns geschimpft, weil wir ein uraltes Bild von ihm rausgesucht haben. Hier nun ein aktuelleres. Im Tandem mit Michael Straube (l.) will Gerke künftig die Zukunft des Borghorster Fusionsvereins gestalten.

Mehr Aufwand, mehr Anspruch, mehr Bock


Von Christian Lehmann

(30.10.19) Der SC Preußen Borghorst und der SV Wilmsberg haben Nägel mit Köpfen gemacht und sich auf ein Trainerduo verständigt, das in der kommenden Saison eine gemeinsame erste Mannschaft - vermutlich in der Bezirksliga - betreuen soll, sofern die angestrebte Fusion am 25. November auch vollzogen wird. Das sechsköpfige Gremium, das im Fusionsteam den Teilbereich Sport verantwortet, hat Florian Gerke (34), gebürtiger Nordwalder mit Preußen-Vergangenheit, Berufsschullehrer und C-Lizenzinhaber sowie Michael Straube (30), Physiotherapeut und SCP-Urgestein, das Vertrauen ausgesprochen. Nun geht's an die Arbeit.

Am Dienstagabend stellten sich Straube und Gerke bei den Piggen vor, in der vergangenen Woche hatten sie bereits ihrer aktuellen Mannschaft ihre Pläne für die kommende Spielzeit erläutert. Wir haben uns das Duo zum Doppel-Interview geschnappt und über ihre gemeinsame Arbeit, die Hintergründe ihrer Entscheidung und das nun vor ihnen liegende gesprochen.

 

Michel, Flo, ihr habt euch inzwischen bei den Spielern des SV Wilmsberg vorgestellt. Habt ihr allen Piggen gesagt, dass sie für die nächste Saison raus sind?
Gerke (lacht):
Nein, natürlich nicht. Im Gegenteil. Wir haben schon in der vergangenen Woche unseren Jungs gesagt, dass auch in Borghorst einige Spieler dabei sind, die das Zeug für die Bezirksliga haben. Es war aber nur ein kurzes Gespräch, die volle Konzentration galt da auch dem Spiel gegen Nordwalde. Wir haben richtig Bock auf dieses Projekt und wollen natürlich auch alle Wilmsberger halten und von der Idee der Fusion überzeugen. 
Straube: Es war nur eine kurze Vorstellungsrunde. Wir wollten den Jungs einen kleinen Ausblick auf die kommende Saison geben und aufzeigen, wie wir arbeiten. Wir wollten das auch nicht allzu sehr in die Länge ziehen, weil bei beiden Teams in den nächsten Wochen wichtige Spiele anstehen und durch den Feiertag ein zusätzliches Training entfällt. Alles weitere folgt nun in Einzelgesprächen.

Wie seid ihr an diesen durchaus begehrten Posten gekommen? Kam es für euch überraschend?
Straube:
Als Christof Brüggemann und Marius Wies auf der Fusions-Infoveranstaltung angekündigt haben, dass sie nicht zur Verfügung stehen, war das schon überraschend. Wir haben uns geehrt gefühlt, dass wir vom Fusionsteam angesprochen wurden. So eine Chance bekommt man schließlich nicht jeden Tag. Die Wilmsberger Verantwortlichen kannten uns ja noch gar nicht. Das Konzept, das wir vorgetragen haben, war aber offenbar nicht so schlecht. Wobei die Fusion ja auch immer noch durch gewunken werden muss...
Gerke: Michel und ich haben uns ja schon im Vorfeld Gedanken gemacht. Wir haben ja bereits vorher festgestellt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. Das ist eine absolut reizvolle Geschichte. So eine Fusion erlebt man ja vermutlich nur einmal als Fußballer. Wenn Christof und Marius nicht abgesagt hätten, wäre für uns womöglich auch die Zweite infrage gekommen. 

Es gab auch Gerüchte über deine mögliche Rückkehr zum 1. FC Nordwalde...
Gerke:
Ich weiß nicht, wer die gestreut hat. Ich habe natürlich noch immer eine enge Bindung dorthin. Ein Wechsel stand aber nie zur Debatte. 

Ihr betont beide, dass ihr als Trainer vollkommen gleichberechtigt seid. Gibt es denn spezielle Aufgaben-Gebiete, die ihr untereinander aufteilt?
Gerke:
Das ist wirklich von Woche zu Woche unterschiedlich. Da gibt es kein Kompetenzgerangel.
Straube: Genau, der eine ist nicht böse, wenn der andere im Training mal etwas mehr mit der Mannschaft macht. Wir haben ein top Verhältnis, es fühlt sich auch keiner als Nummer eins oder Nummer zwei. Schon vor der gemeinsamen Zeit als Trainer hatten wir nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch außerhalb Kontakt und haben festgestellt, dass wir oft einer Meinung sind. Wir sind auch beide Schalke-Fans, das verbindet zusätzlich.

Nun geht's an die Kaderplanung. Was ist zu tun?
Gerke:
In erster Linie werden Michel und ich uns darum kümmern. Es wartet viel Arbeit, wir dürfen schließlich auch den aktuellen Spielbetrieb mit der Mannschaft nicht vergessen. Erstmal liegt der Fokus auf denen, die da sind. Mit Marius Wies haben wir ja schon die Zusage eines wichtigen Zugpferds. Erst im zweiten Schritt sehen wir, ob wir uns punktuell verstärken müssen. 
Straube: Wir werden mit jedem Spieler von beiden Kadern sprechen. Das ist eine Menge Arbeit. Die Gespräche müssen jetzt zügig angegangen werden.

Was macht den Reiz dieser Aufgabe aus?
Straube:
Vieles. Ich habe zusammen mit Ralf Zenker vor einigen Jahren in Borghorst schon die Bezirksliga erlebt. Das ist eine Aufgabe, die deutlich mehr Aufwand und Anspruch bedeutet. Nun im Seniorenbereich die Kräfte zweier Vereine zu bündeln, das ist etwas, das mega Bock machen wird. 
Gerke: Es ist total reizvoll. Beide Vereine haben schon jetzt eine große Strahlkraft in der Stadt und im Kreis. Bei der Jugend-Spielgemeinschaft sieht man bereits, was möglich ist, wenn man gemeinsam das Beste rausholt.

Mit den Preußen steht ihr nach einer guten Serie zuletzt nun wieder auf Platz sechs, der Rückstand auf Platz drei und euren nächsten Gegner Amisia Rheine beträgt nur zwei Punkte. Was ist noch drin in dieser Saison?
Gerke:
Nach unserer Schwächephase und dem 1:10 gegen Neuenkirchen haben wir uns zusammen gesetzt und die Intensität mit drei Trainingseinheiten pro Woche hochgefahren. 13 Punkte aus fünf Spielen sind natürlich super, wir wissen aber auch, dass auch wieder Spiele kommen, in denen es Rückschläge geben wird. Mit zwei, drei Niederlagen kann man schnell wieder nach unten durchgereicht werden. Es gibt sicherlich drei, vier Mannschaften in der Liga, die besser besetzt sind als wir. Da, wo wir stehen, gehören wir aber hin.
Straube: Die vergangenen, richtungsweisenden Wochen sind für uns ideal gelaufen. Ich habe mal nachgeschaut, die aktuelle Platzierung ist die beste der Preußen seit der Landesliga-Saison 2013/14. Die nächsten Aufgaben sind ein Brett, aber warum sollten wir nicht einfach so weitermachen und eine sorgenfreie Saison spielen? Ich finde jedenfalls, unsere Mannschaft hat es verdient, dass wir Trainer bis zum letzten Spieltag alles geben.

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